Von Blumen bis Punkrock: Der Arbeitsalltag einer Redakteurin

Redakteurin
Unsere Redakteurin nimmt Sie mit auf die Reise durch den Arbeitsalltag bei der Münsterland Zeitung.
Unsere Redakteurin nimmt Sie mit auf die Reise durch den Arbeitsalltag bei der Münsterland Zeitung. © Markus Gehring
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Wenn man abends im Probenraum der Band Spenzer exklusiv ihre Songs vom neuen Album vorgespielt bekommt, bis die Ohren klingeln, dann ist man wohl endgültig im Münsterland angekommen.

Es ist genau das, was diesen Beruf ausmacht: Die Abwechslung, die vielen tollen Menschen, die man kennenlernt. Genau das war für mich der Grund, vor mittlerweile fünf Jahren zu sagen: Okay, ich starte nochmal neu.

Denn eigentlich bin ich ausgebildete Steuerfachangestellte. Und nicht dass wir uns jetzt falsch verstehen, ich habe mich nicht von diesem Beruf abgewandt, weil er langweilig war. Aber es hat doch etwas die Abwechslung gefehlt.

Viel Abwechslung an der Tagesordnung

Und Abwechslung habe ich jetzt bei der Münsterland Zeitung mehr als genug. Mit dem Elektro-Smart geht es für mich an diesem Tag einmal fast bis zur niederländischen Grenze. Ja, richtig gelesen, Vreden ist nunmal nicht fern von der Grenze und wenn der Termin im Industriegebiet Gaxel stattfindet, empfängt das Radio schon die niederländischen Sender besser als die deutschen.

Ich bin auf dem Weg zur Firma Laudert. Sie hat an dem Projekt „Grün statt Grau“ teilgenommen, das heißt, sie wollen ihr Firmengelände so umgestalten, dass mehr Platz für Pflanzen und Insekten bleibt. Astrid Iking ist heute meine Ansprechpartnerin. Die ein oder andere Frage habe ich mir natürlich schon zurechtgelegt, aber vieles wird sich auch heute wieder aus dem Gespräch heraus ergeben.

Konferenzen wieder live und in Farbe

Es ist nicht meine erste Station an diesem Tag. Los ging es wie immer mit der Morgenkonferenz. Seit Corona sich ein bisschen zurückgezogen hat, geht das auch wieder live und in Farbe. Nur die Kollegen, die im Homeoffice arbeiten, werden per Teams zugeschaltet.

Termine gehören wieder mit zum Alltagsgeschäft, seit die Pandemie ihren Höhepunkt überschritten hat.
Termine gehören wieder mit zum Alltagsgeschäft, seit die Pandemie ihren Höhepunkt überschritten hat. © Markus Gehring

Trommelwirbel, mit Spannung erwarten die Redakteurinnen und Redakteure, welche Texte gestern wohl am besten „performed“ haben, also schlicht: Welcher Text wurde am meisten gelesen? In den letzten Wochen war hier regelmäßig eines der diversen Schützenfeste zu finden – wir befinden uns eben immer noch im Münsterland!

Themen und Termine werden abgesprochen. Live sind die Konferenzen doch wieder produktiver. Die Bälle können einfacher hin und her gespielt werden, so entstehen gleich neue Themenideen mit.

Es gibt Dinge, die sollte man immer dabeihaben

Für mich steht also der Fahrplan, erstmal geht es ab nach Gaxel. Mein Timing ist mal wieder grandios. Pünktlich zu dem Termin, wo es um Pflanzen und Begrünung geht, öffnet der Himmel seine Schleusen. Es ist immer gut in unserem Job, eine Regenjacke oder einen Schirm dabeizuhaben, dann sitzt man nach einem Termin auch nicht klatschnass in der Redaktion – ja, ich durfte durchaus schon Lehrgeld bezahlen.

Nach dem Termin in Gaxel geht es für mich weiter nach Lünten. Alles gehört zur Stadt Vreden. Trotzdem bin ich gut 14 Kilometer unterwegs, Vreden ist eben eine Flächengemeinde. Immerhin fahre ich dabei nicht an Industrieruinen oder Ähnlichem vorbei, sondern durch unser schönes Münsterland. Vorbei an Kühen, rechts und links eine Taube aufscheuchend.

Texte entwickeln und gut informieren

Schnell ist ein passendes Foto für die aktuelle Berichterstattung gemacht und dann geht es zurück in die Redaktion an den Schreibtisch, um diesen Text zu schreiben. Ich gebe zu, der steht jetzt hier online oder auf dem Papier nicht mehr so, wie er in der ersten Fassung geschrieben war. Auch das gehört zu diesem Job dazu, dass Texte sich entwickeln und manchmal auch eine ganz andere Richtung einschlagen.

Und was auch dazu gehört, sind die täglichen Standardaufgaben: Newsletter, Tagesvorschau, Corona-Grafiken – eben alles, damit unsere Leser immer gut informiert in den Morgen oder auch in den Feierabend starten können. Diese Aufgaben werden immer zwischen den Redakteuren verteilt, damit unsere Koordinatorin nicht alles machen muss.

Und plötzlich ist es schon wieder 17.23 Uhr. Flink den Laptop zuklappen, alles gut verpacken und los geht es wieder nach Vreden. Sie haben wohl schon richtig erraten, dass ich bei uns im Team derzeit für die Stadt zuständig bin.

Auch politische Sitzungen können spannend sein

Ebenfalls immer gut dabeizuhaben: ein Navi. Mittlerweile kenne ich zwar die groben Richtungen innerhalb von Vreden, aber genaue Adressen sind noch schwierig. Und dass der Plewa Baumarkt gleich zwei Standorte nicht weit auseinander hat, hätte mir auch mal jemand sagen können.

Aber letztendlich finde ich die Mitglieder der Band Spenzer doch noch. Auch hier gilt wieder: Vorbereitete Fragen ja, aber das meiste ergibt sich doch wieder aus dem Gespräch.

Und als Highlight spielen sie mir dann auch noch einige ihrer Songs live. Da fällt es schon schwer, das Handy ruhig zu halten, mit dem ich sie filme. Die Füße wollen doch immer mitwippen.

Aber Videos werden bei uns immer wichtiger. Und zum guten Schluss spielen sie auch noch einen Song für mich ohne Handy in der Hand.

Es sind solche Momente, die diesen Beruf ausmachen. Und wenn manchmal die politischen Sitzungen nerven sollten, wird das schon bald wieder ausgeglichen. Und ich finde ja, politische Sitzungen werden ohnehin unterschätzt. Wenn die richtigen Themen auf der Agenda stehen, kann es durchaus interessant werden und manchmal auch unfreiwillig komisch.

Ist Ihr Interesse am Journalismus geweckt?

    • Die Münsterland Zeitung ist nicht nur gerade in ein neues Medienhaus an der Van-Delden-Straße und mit Blick auf das Schloss in Ahaus gezogen, sie bietet auch interessante Jobs in der Redaktion an.
  • Außerdem bieten wir dem Journalisten-Nachwuchs die Möglichkeit, ein Volontariat bei uns zu absolvieren. Ausbildungsstation ist die Redaktion in Ahaus, aber unsere Volontäre lernen auch weitere Redaktionen und Teams innerhalb von Lensing Media kennen.
    • Außerdem suchen wir für unsere Redaktion eine Redaktionsassistentin oder einen Redaktionsassistenten in Voll- oder Teilzeit. Für unsere Kundinnen und Kunden sind diese die erste Anlaufstelle. Sie helfen bei Fragen weiter und vermitteln ggf. den Kontakt zum Reporterteam oder anderen Bereichen des Hauses. Außerdem ist das Team beteiligt an der Produktion der Tageszeitung.

Bei Interesse einfach online bewerben.

Bei Fragen bitte einfach unseren

Redaktionsleiter

Bernd Schlusemann,

Tel. 02561-69743,

anrufen.

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