Vredener Freibad aus Kunststoff: Planungsgruppe prüft neues Material für die Sanierung

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Eigentlich hatten sich die Politiker schon für Edelstahl bei der Sanierung des Freibads entschieden. Doch jetzt hat die Planungsgruppe ein neues Material ins Spiel gebracht: Kunststoff.

Vreden

, 09.02.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Freibad aus Kunststoff – diese Möglichkeit hat die Planungsbegleitgruppe zur Sanierung des Vredener Freibades jetzt ins Spiel gebracht. Offenbar waren die Politiker von der Idee sogar so überzeugt, dass am Donnerstagabend der Fachausschuss schon eine Ausschreibung empfehlen sollte. Aber: „Wenn man nochmal darüber schläft, kommen vielleicht doch Zweifel“, sagte Gerd Welper (Grüne).

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Das System, um das es geht, heißt Bekapool. Eine Kunststofffliese ist dabei mit einer Betonkonstruktion fest verbunden. Die Wände bestehen aus Fertigteilen, mit denen das gesamte Becken ausgekleidet wird. Im Vredener Fall würden die Teile in das bestehende Becken eingebaut.

Vorteile und Nachteile des Kunststoff-Beckens

Die Vorteile dieser Variante:

  • Der Einbau geht sehr schnell, da es sich um Fertigteile handelt. Die Bauarbeiten sind dadurch auch nicht so stark vom Wetter abhängig.
  • Im Vergleich zur Edelstahlvariante ist ein Bekapool rund 200.000 Euro günstiger.
  • Hendrik Mulder (FDP) stellte die „schöne Optik“ durch die blauen Wände heraus.

Vredener Freibad aus Kunststoff: Planungsgruppe prüft neues Material für die Sanierung

Die Kunststoffteile werden fest mit dem Beton verbunden. © Stadt Vreden

Doch es gibt auch einige Nachteile:

  • Da die Fertigteile in das bestehende Becken eingesetzt werden, wird das Becken insgesamt fast einen Meter schmaler. Die Länge von 50 Metern soll aber beibehalten werden.
  • Es handelt sich um ein sehr neues Produkt, zu dem es noch keine Langzeiterfahrungen gibt. Zudem gibt es nur einen Hersteller.

In der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses nannte Gerd Welper von den Grünen einen weiteren Nachteil. „Ich habe das Muster mal mit einem Kronkorken bearbeitet und hatte innerhalb von Sekunden Späne auf dem Tisch und richtig tiefe Kratzer im Material“, beschreibt er. Elmar Kampshoff (UWG) verwies auf das Thema Mikroplastik.

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Der Vredener Badleiter Mario Menkehorst hat zudem mal eine Haarspange auf das nasse Muster gelegt. Das hat deutliche Abfärbungen hinterlassen, die nach Angaben der Verwaltung erst durch Salzsäure wieder entfernt werden konnten.

Sanierung des Freibads um ein Jahr verschoben

Eigentlich sollte die Sanierung des Vredener Freibads in diesem Winter starten. Schon im März 2019 hatten sich die Kommunalpolitiker auf die Edelstahlvariante geeinigt. Doch dann sind im Laufe der Planungen die Kosten explodiert. Statt ursprünglich mal 1,9 Millionen soll die Sanierung inzwischen rund 2,9 Millionen Euro kosten.

Deswegen haben die Lokalpolitiker die Reißleine gezogen und die Sanierung erst einmal verschoben. Seitdem beschäftigt sich eine Planungsbegleitgruppe mit dem Thema und prüft noch einmal alle Möglichkeiten.

Dieselben Politiker also, die sich in dieser Gruppe noch für die Bekapool-Variante ausgesprochen haben, waren in der Sitzung des Fachausschusses selber nicht mehr so überzeugt von der Idee. Deswegen wurde das Thema noch einmal zur Beratung in die Planungsbegleitgruppe verwiesen. Der Rat soll dann in seiner nächsten Sitzung entscheiden.

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