Vredener Geflügelzüchter werkeln an ihrem Hühnerparadies in Großemast

Geflügelzuchtanlage

Die Geflügelzuchtanlage in Großemast ist auf einem guten Weg. Aber noch gibt es viele Baustellen. Wir haben einen Blick auf das Projekt des Rassegeflügelzuchtvereins geworfen.

Vreden

, 27.08.2019, 17:58 Uhr / Lesedauer: 3 min
Vredener Geflügelzüchter werkeln an ihrem Hühnerparadies in Großemast

Martin Lansing (l.) werkelt an seiner Parzelle in der Zuchtanlage. Zusammen mit Vereinskollegen hat er sich unter anderem um den Aufbau der acht Ställe gekümmert. © Anna-Lena Haget

Orange-braune Hühner scharren hinter einem hohen Drahtzaun fleißig im Gras. Gegenüber, halb versteckt zwischen Büschen und schwer beladenen Obstbäumen, tun sich einige Hähne an einer reifen Birne gütlich. Die Tiere genießen bereits das Leben im Grünen hinter der ehemaligen Grundschule Großemast.

Seit die Vredener Geflügelfreunde am 18. Januar 2017 von der Stadt Vreden die Baugenehmigung für ihr großes Prestigeprojekt erhalten haben, hat sich einiges getan. Acht Geflügelställe mit großen Ausläufen sind inzwischen entstanden und leuchten in Grün, Orange und Gelb.

Traum vom Hühnerheim

In einem der Ställe verwirklicht Martin Lansing gerade seinen Traum vom Hühnerheim. Stolz öffnet der Hobbyhandwerker seinen Besuchern die Tür zu dem Refugium, das sich noch im Bau befindet. Die Außenlampe hat er selbst aus Aluminium gegossen – noch leuchtet sie aber nicht. Den Fliesenspiegel zwischen Hängeschrank und Anrichte im Vorraum hat der Geflügelfreund selbst angebracht. „Das ist unsere alte Küchenzeile, die hab ich hier eingebaut“, sagt er.

Im künftigen Stall sieht es noch sehr nach Baustelle aus. Maschinen und Holzteile stehen herum, Kabel hängen von der Decke. Aber mit etwas Fantasie lässt sich schon erahnen, wie der Stall später einmal aussehen wird.

Projekt Zuchtanlage

Auch für den Außenbereich hat Martin Lansing bereits eine Vision. „Die Hühner haben später drei Abteilungen, wo sie laufen können. Und da in die Ecke kommen ein paar große Volieren, in denen ich Ziergeflügel halten will“, erklärt der Geflügelzüchter und zeigt auf eine Ecke seines Grundstücks.

Es sind Menschen wie er, für die der Verein das Projekt „Zuchtanlage“ angestoßen hat. Erst vor Kurzem ist Martin Lansing mit seiner Familie von Ellewick nach Vreden gezogen. Die Ställe in seinem Garten in Ellewick hat er vorher abgebrochen, seine Tauben und Hühner verkauft. Nun wagt er den Neustart.

Kein Stall zu Hause

Einen weiteren Hühnerstall an seinem neuen Zuhause, da ist Lansing sich sicher, wird er nicht konstruieren. Obwohl das Geflügelfieber ihn und seine Frau Hermine einfach nicht loslässt. „Ich fange zu Hause nicht mehr an, neue Ställe zu bauen. Ich habe hier meine Parzelle und das reicht mir“, sagt er. Der Vredener ist auch im Vorstand des Rassegeflügelzuchtvereins aktiv. Die ehrenamtliche Arbeit, nicht nur an seiner eigenen Parzelle, nimmt er für das Wohl des Vereins gern in Kauf.

Vredener Geflügelzüchter werkeln an ihrem Hühnerparadies in Großemast

Die ersten Hühner sind bereits in die Zuchtanlage eingezogen. © Anna-Lena Haget

Auch der Vorsitzende Dieter Terpelle ist stolz darauf, was seine Vereinskollegen und er geschaffen haben. Der Löwenanteil der Zuchtanlage entsteht komplett in Eigenleistung, weil viele gemeinsam etwas beitragen. Eine große Voliere haben die Vredener beispielsweise auf einem Tieflader vom örtlichen Krankenhaus nach Großemast transportiert und hier wieder aufgebaut. Inzwischen haben dort Fasane und Ziertauben ein Zuhause gefunden.

Noch Parzelle frei

„Viele von uns sind in jeder freien Minute hier. Hubert Schwanekamp, Hermann und Marlies Upgang, Martin Lansing, Wilhelm Rosing und Franz-Josef Seggeling sind unsere Hauptaktiven. Die haben sehr viel angestoßen“, zollt Terpelle seinen Kollegen Respekt.

Jede Parzelle für sich ist auf dem Weg, zu einem kleinen Geflügelparadies zu werden. „Eine ist sogar noch frei“, verrät Dieter Terpelle und zeigt auf ein eingezäuntes, gelbes Häuschen, an dem noch die Fenster fehlen.

Seidige Nachbarn

In der direkten Nachbarschaft sind die Zwerg-Seidenhühner von Karl-Heinz Teuwen eingezogen. Der Oedinger hat sich ganz bewusst für einen Platz in der Vredener Zuchtanlage entschieden.

„Da ist zum einen viel Platz. Und man hat keine Nachbarn hat, die sich gestört fühlen. Zum anderen mag ich die Kollegialität. Wenn man mal in den Urlaub fährt, hat man hier immer jemanden, der deine Tiere füttert. Außerdem triffst du hier immer Leute, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sieht der Preisrichter ganz klare Vorteile.

Vredener Geflügelzüchter werkeln an ihrem Hühnerparadies in Großemast

Noch ist die Zuchtanlage eine Baustelle. Aber im kommenden Jahr wollen die Geflügelzüchter große Eröffnung feiern. © Anna-Lena Haget

„Nächsten Sommer Ende Juli soll die Anlage mit einem großen Fest eröffnet werden. Aber zuerst müssen wir noch die Wege pflastern und eine Sitzecke da drüben aufbauen. Das ist alles längst noch nicht fertig“, erklärt Martin Lansing.

Geflügelfreunde, die sich für die letzte freie Parzelle interessieren, können sich per E-Mail unter vorstand@rgzv-vreden.de melden. „Der Vorstand steht auch gerne für Fragen zur Verfügung. Bei mehreren Anmeldungen entscheidet das Los, wer die Parzelle bekommt“, so Dieter Terpelle.

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