Was die Umstellung auf G9 am Vredener Gymnasium für Schüler und Schule bedeutet

hzGymnasium Georgianum

Die Schüler am Gymnasium Georgianum in Vreden machen ihr Abitur nun wieder nach 13 Jahren. Für die Schüler hat das einige Vorteile, die Schule aber stellt die Umstellung auch vor Probleme.

Vreden

, 15.11.2019, 16:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2005 wurde G8 in Nordrhein-Westfalen eingeführt, also das Abitur nach acht Jahren am Gymnasium. Jetzt kommt die Rolle rückwärts. Die Schüler sollen wieder 13 Jahre zur Schule gehen, bevor sie das Abitur machen.

Zu dem Thema hat Dr. Jürgen Klomfaß, Schulleiter des Gymnasiums Georgianum, in der Sitzung des Bildungs-, Sport- und Kulturausschusses berichtet. Hier kommen Fragen und Antworten zum Thema.

? Wie weit ist die Umstellung auf G9 eigentlich?

Sie ist in vollem Gange. Am Vredener Gymnasium wurde bereits 2018 der erste G9-Jahrgang aufgenommen. Die jetzigen Fünft- und Sechstklässler werden ihr Abitur also nach 13 Jahren machen.

? Was genau bedeutet das für die Schüler?

Vor allem eins: Es wird deutlich weniger Nachmittagsunterricht geben. „In der Sekundarstufe eins sind 30 Wochenstunden vorgesehen. In der Regel endet der Schultag also nach sechs Unterrichtsstunden um 13 Uhr“, erklärt Schulleiter Jürgen Klomfaß. Ganz kommt das in Vreden nicht hin wegen einiger Sonderstunden für die Schwerpunkte Sprache, Naturwissenschaften und Europa.

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Wie genau die Regelung sein wird, entscheidet das Gymnasium erst im Januar. Vermutlich aber wird es so aussehen:

  • Fünftes und sechstes Schuljahr: Kein Nachmittagsunterricht
  • Siebtes und achtes Schuljahr: Alle 14 Tage einmal acht Stunden
  • Neuntes und zehntes Schuljahr: Einmal wöchentlich acht Stunden plus alle 14 Tage einmal acht Stunden

? Was bedeutet G9 für die Schule?

Im Jahr 2026 wird es in Vreden keine Abiturienten geben. Statt die Abiprüfungen abzulegen wird der erste G9-Jahrgang dann nämlich ins 13. Schuljahr versetzt. Daraus folgt auch, dass es ab 2026 einen Jahrgang mehr am Gymnasium geben wird.

? Ist das ein Problem?

Ja, weil es zurzeit dafür nicht genügend Räume gibt. „Wir haben dann einen zusätzlichen Raumbedarf. Nicht jetzt, nicht nächstes Jahr, aber spätestens 2026 wird es eng“, berichtet Schulleiter Jürgen Klomfaß.

? Warum das denn? Es gab doch auch vor der Umstellung auf G8 genug Räume.

Nicht wirklich. „Schon damals sind wir ausgewichen. Ein gesamter Jahrgang hat die Räume an der ehemaligen Walbertschule genutzt“, so Jürgen Klomfaß.

Außerdem habe sich die Situation geändert, es gebe heute ganz andere Anforderungen. Für die Schulsozialarbeit beispielsweise werden zwei Räume benötigt. Klassenräume sind auch für die Mensa (-2), den Offenen Ganztag (-2), den Umbau der Mädchentoilette (-1), die Internationale Klasse (-1), die Berufsorientierung (-1) und einen weiteren Computerraum (-1) weggefallen.

Zwar wurden durch den Umbau des ehemaligen „Grünen Foyers“ auch fünf neue Klassenräume geschaffen, insgesamt fehlen aber trotzdem mindestens fünf Räume.

? Gibt es dafür Lösungen?

Ja. Zum einen wird das Dachgeschoss ausgebaut. So entstehen zwei neue Musikräume. Zum anderen gibt es die Idee, einen Trakt zur Widukindstraße hin um ein Stockwerk aufzustocken. Aus einem einstöckigen würde dann ein zweistöckiger Gebäudetrakt werden.

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In dem zusätzlichen Stockwerk könnten nach Angaben vom Ersten Beigeordneten Bernd Kemper fünf bis sechs neue Klassenräume entstehen. Detaillierte Planungen oder einen politischen Beschluss für diese Baumaßnahme gibt es noch nicht. Die Idee wurde jedoch laut Bernd Kemper von den Politikern zustimmend zur Kenntnis genommen und wird nun weiter entwickelt.

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