Yvonne Gebauer (FDP) und Armin Laschet (CDU) verkündeten am Freitag die teilweise Rückkehr zum Präsenzunterricht an weiterführenden Schulen. © picture alliance/dpa/dpa POOL
Vredener Schulen

Weiterführende Schulen überraschend vor Rückkehr zum Präsenzunterricht

Auch in Vreden kam diese Nachricht für Schüler, Lehrer und Eltern überraschend: Ab dem 15. März folgt die teilweise Rückkehr zum Präsenzunterricht. Details müssen aber noch geklärt werden.

Die Überraschung war groß, als Angela Merkel nach ihrer Marathonsitzung am späten Mittwochabend das Podium der Pressekonferenz verließ. In ihren ausführlichen Erklärungen zum fünfstufigen Öffnungsplan wurden fast alle Bereiche berücksichtigt – Kultur, Sport, Gastronomie – nur einen hatten sie und die Ministerpräsidenten offenbar vergessen: die weiterführenden Schulen. Denn anders als die Grundschulen befinden sich die Schüler hier, mit Ausnahme der Abschlussklassen, immer noch im Distanzunterricht.

Auch Tobias Beck, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft und Elternvertreter am Vredener Gymnasium, zeigte sich zunächst verwundert. „Ich hatte schon erwartet, dass zu den weiterführenden Schulen irgendetwas verkündet wird.“ Was am Mittwoch versäumt wurde, holte die NRW Landesregierung am Freitag nach. Ebenfalls zur Überraschung aller Beteiligten. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verkündete die teilweise Rückkehr zum Präsenzunterricht ab Montag, 15. März.

Schulleitung muss Wechselmodell wählen

In der offiziellen Mail heißt es dazu: „Bei der Einführung des Wechselmodells sind aus Gründen der Kontaktreduzierung die Klassen bzw. Kurse in der Regel in zwei Gruppen zu teilen, sodass es in den verbleibenden beiden Wochen bis zu den Osterferien zu einem Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht kommt.“ Es obliege der Schulleitung, zu entscheiden, wie das Wechselmodell konkret umgesetzt wird.

Tobias Beck, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft, weiß, dass die Erfahrungen mit dem Homeschooling sehr unterschiedlich sind.
Tobias Beck, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft, weiß, dass die Erfahrungen mit dem Homeschooling sehr unterschiedlich sind. © Privat © Privat

Für Tobias Beck ist es generell ein gutes Signal, dass es ab der übernächsten Woche auch für die älteren Schülerinnen und Schüler wieder losgeht. „Alle Beteiligten – Schüler, Lehrer und Eltern – waren sich von Tag eins an darüber einig, dass der Distanzunterricht immer nur die Notlösung sein darf.“ Aus ersten Gesprächen mit anderen Eltern weiß er, dass auch hier die positive Stimmung überwiegt. Gleichzeitig sagt er: „Es gibt auch Unsicherheit. Wir alle haben die Inzidenzzahlen genau im Blick.“

Die Bus-Frage muss geklärt werden

Eine große Frage, die schon jetzt im Raum steht, sind die (vollen) Busse. „Wir haben an den weiterführenden Schulen in Vreden die Situation, dass viele Schülerinnen und Schüler aus den Dörfern mit den Bussen kommen. Wie wird das organisiert? Auch an dieser Stelle dürfen wir keine Infektionen riskieren“, fordert Tobias Beck. Es sei nun schnelles und pragmatisches Handeln gefragt.

Vorbild könnten in einigen Bereichen die Grundschulen sein. Denn dort finden bereits seit einigen Wochen Wechselmodelle Anwendung. An der Norbertschule kommen die Schüler jeden Tag zur Schule, wenn auch nur für wenige Stunden. An der Marienschule und Hamalandschule wechseln sich die Teilklassen ab, wenn auch mit jeweils etwas anderer Taktfolge. „Natürlich können wir davon etwas lernen. Austausch hat noch nie geschadet. Aber allein durch den Unterschied der Größe kann man die Schulformen nur bedingt vergleichen“, sagt der Elternvertreter.

Verschiedene Modelle stehen zur Debatte

Persönlich favorisiert Tobias Beck ein Modell, das bisher in Vreden noch keine Anwendung findet. „Ich fände es gut, wenn Distanz- und Präsenzunterricht nicht jeden Tag wechseln. Mein Favorit wäre also: eine Woche Homeschooling, eine Woche in der Schule. Das gäbe den Kindern mehr Sicherheit und die Eltern könnten besser planen.“ Er weiß aber auch: „Jedes Modell hat Vor- und Nachteile. Es wird ganz schwer, da das richtige auszuwählen.“

Anders als bei vorherigen Beschlüssen des Schulministeriums bleibt nun rund eine Woche Vorbereitungszeit. „Das gibt uns die Gelegenheit, Optionen auch in den Gremien zu besprechen. In der Vergangenheit brauchte es häufig Schnellschüsse durch die Schulleitung. Das ist dieses Mal anders“, sagt Tobias Beck. Wann die Gespräche geführt werden, stand am Freitag noch nicht fest.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt