Viele Unternehmen, wie hier bei Mitsubishi in Vreden, haben Impfungen für ihre Mitarbeiter organisiert. © Lisa Wissing
Coronavirus

Wie Unternehmen in Vreden mit ungeimpften Beschäftigten umgehen

Es steht jedem frei, sich impfen zu lassen – oder nicht. Nur wie gehen Arbeitgeber in Vreden mit Angestellten um, die die Spritze verweigern und so eventuell ihre Kollegen gefährden?

Momentan wird viel diskutiert: Der Impfwille der Deutschen lässt nach, zugleich steigen die Infektionszahlen wieder an. Die Frage, wie man mehr Ungeimpfte dazu bewegen kann, sich ebenfalls eine Spritze setzen zu lassen, rückt dabei immer mehr in den Mittelpunkt.

Denn: Der Großteil der Infektionen geht von ungeimpften Menschen aus, wie unsere Auswertung der Daten des Robert-Koch-Instituts ergeben hat.

Das gilt insbesondere für die Arbeitswelt. Hier arbeiten viele Menschen mitunter dicht an dicht beisammen – in der Produktion etwa oder in der Pflege. Nicht überall ist Home Office möglich. Die Impfung wäre also das beste Mittel, um weiteren Infektionen vorzubeugen. Gleichwohl: Eine Auskunftspflicht besteht für die Mitarbeiter nicht.

Nur „Einzelfälle“ in der Stadtverwaltung

Auch in der Vredener Stadtverwaltung gibt es Mitarbeiter, die sich nicht impfen lassen wollen. Iris Belgardt, stellvertretende Leiterin der Abteilung Personalorganisation, sieht darin aber nur „Einzelfälle“: „Meine persönliche Einschätzung ist, dass wir eine gute Durchimpfungsquote haben.“

Ohnehin hätten die städtischen Mitarbeiter, beispielsweise im Schuldienst, schon recht früh die Möglichkeit gehabt, sich impfen zu lassen. „Wir haben zugesehen, dass alle Mitarbeiter ein Impfangebot bekommen“, erklärt Iris Belgardt. Aber zwingen könne man niemanden. Darüber hinaus gibt es keine Maßnahmen oder Anreize seitens der Stadt, um ihre Mitarbeiter zur Impfung zu bewegen.

„Wir achten aber stärker auf Personen, die besonderen Schutz brauchen“, sagt Iris Belgardt. So könnten Schwangere ins Home Office gehen.

Das wiederum ist in der industriellen Fertigung nur schwer möglich. Die Kemper GmbH hat jedem Mitarbeiter ein Impfangebot unterbreitet, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Dazu wurde intern abgefragt, wer sich über den Betriebsarzt impfen lassen will und so die Schwelle sehr niedrig gehalten, um ein Impfangebot anzunehmen.

„Grundsätzlich sehen wir die Verantwortung bei den Mitarbeitern“, erklärt Björn Kemper, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Durch eine konsequente Informationspolitik, beispielsweise zu weiteren Impfangeboten, wollen wir zur Impfung animieren.“ Dies geschehe beispielsweise über Intranet und andere interne Kanäle.

Bei Schmitz Cargobull verweist Unternehmenssprecherin Anna Stuhlmeier auf das eigens eingerichtete Impfzentrum in Vreden: „Das wurden von allen Mitarbeitern nicht nur vom Standort Vreden sehr gut angenommen.“ Spezielle Anreize für Impfungen gebe es nicht.

Bei der Caritas gilt Maskenpflicht für alle

Beim Caritasverband Ahaus-Vreden haben sich nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Hans-Peter Merzbach teilweise über 95 Prozent der Mitarbeiter die Spritze abgeholt. Von daher müssten keine weiteren große Anstrengungen unternommen werden, um die Menschen zur Impfung zu bewegen. Aber: „Ich hoffe, dass jeder, der kann und will, sich auch impfen lässt.“

Tatsächlich ist die Situation bei der Caritas etwas anders gelagert, als dass in der industriellen Fertigung der Fall ist. Immerhin kümmern sich die Mitarbeiter um alte beziehungsweise pflegebedürftige Menschen. Diese gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen, sind häufig aber selbst geimpft. „Wir haben bei uns eine besondere Testpflicht“, betont Hans-Peter Merzbach. Außerdem sei bei der Arbeit stets eine FFP2-Maske zu tragen – egal, ob geimpft oder nicht.

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