Zwei neue Windräder zwischen Lünten und Ammeloe sollen Strom für 15.000 Personen erzeugen

hzWindpark Lüntener Feld/Ammeloe

Zwei neue Windräder sollen im Windpark Lüntener Feld/Ammeloe gebaut werden. Dort stehen bereits seit 2018 fünf Anlagen. Damals hatte ein Nachbar gegen die Pläne geklagt.

Vreden

, 03.03.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf Windräder drehen sich schon im Windpark Lüntener Feld/Ammeloe. Nun sollen zwei weitere dazu kommen. Das hat die Betreibergesellschaft „Bürgerwind Ammeloe“ beantragt. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss wird sich am Mittwochabend mit dem Antrag beschäftigen. Fragen und Antworten zum Thema.

? Wo sollen die zwei neuen Windräder stehen?

Der Windpark liegt zwei Kilometer nordöstlich von Ammeloe und drei Kilometer westlich von Lünten. Dort sind bereits seit 2018 fünf Windräder in Betrieb. Eine neue Anlage soll laut Plan ganz im Norden des Gebietes gebaut werden, eine zweite im Süden.

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? Wie groß sollen die Anlagen sein?

Aus dem Schreiben der Betreibergesellschaft geht hervor, dass eines der neuen Windräder genauso groß sein soll wie die bestehenden fünf: Rotordurchmesser 115 Meter, Nabenhöhe 149 Meter, Gesamthöhe 207 Meter. Das zweite soll knapp sieben Meter niedriger werden. Dafür ist jedoch der Rotor mit einem Durchmesser von 138 Metern größer.

? Um den Windpark gab es doch mal eine juristische Auseinandersetzung. Wie ist das ausgegangen?

Das war 2017, als die Planungen für den Windpark anfingen. „Einige Bürger in direkter Nachbarschaft standen unserem Projekt kritisch gegenüber. Dieses mündete schlussendlich sogar in einer Klage eines Anwohners“, heißt es in dem Antrag. Beide Parteien konnten sich demnach schlussendlich einigen, sodass der Nachbar die Klage zurückzog.

? Was sagen die Nachbarn nun zu der Erweiterung?

Nach Angaben von „Bürgerwind Ammeloe“ wurden bereits erste Gespräche geführt, die positiv verlaufen seien. Der nächste Nachbar wohnt rund 687 Meter vom geplanten neuen Windrad entfernt. Weit genug, findet die Betreibergesellschaft, damit keine „optisch bedrängende Wirkung“ eintritt. Nichtsdestotrotz werden auch hier Gespräche geführt.

Außerdem schreibt die Betreibergesellschaft: „Sollten die beiden geplanten Windenergieanlagen errichtet werden, wird dies zu einer entsprechenden Erhöhung der Nachbarschaftsvergütung führen, sodass auch die Anwohner von der Ergänzung des bevorstehenden Windparks finanziell profitieren werden.“

? Warum wünschen sich die Betreiber denn überhaupt zwei neue Windräder?

Durch die neuen Anlagen soll eine „optimierte Nutzung der vorhandenen Windkonzentrationszone“ erreicht werden, heißt es in dem Antrag. Man wolle „im Interesse des Klima- und Umweltschutzes einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Energieversorgung leisten“.

? Was bringen zwei neue Anlagen?

Die zwei Windräder würden Strom für 5000 Drei-Personen-Haushalte oder 15.000 Einzelpersonen erzeugen, so die „Bürgerwind Ammeloe“. Außerdem würde die Stadt Vreden über die Gewerbesteuern profitieren.

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? Wie steht die Verwaltung zu den Plänen?

Grundsätzlich positiv. Denn die Ideen entsprechen den Zielen, die die Stadt Vreden für Windparks festgelegt hat. Trotzdem muss der vorhabenbezogene Bebauungsplan geändert werden. Auch das sieht die Verwaltung positiv. Das heißt aber nicht, dass die neuen Windräder auch wirklich kommen.

? Warum nicht?

Weil die Stadt nicht die Behörde ist, die die Genehmigung erteilt. Dafür ist ein umfangreiches Verfahren notwendig. Unter anderem muss die Betreibergesellschaft Gutachten erstellen lassen zu den Themen Schattenwurf, Geräuschsituation in der Nachbarschaft, Artenschutz und Umweltverträglichkeit. Auch der Anlagenhersteller, Fachgutachter und die Genehmigungsbehörde müssen sich noch mit den Plänen beschäftigen.

Am Mittwoch, 4. März, um 18 Uhr wird die „Bürgerwind Ammeloe“ ihre Ideen aber erst einmal im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss im Großen Sitzungssaal des Rathauses vorstellen.

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