Der Jubel beim SV Herbern war groß - dank vieler Besonderheiten stieg die Mannschaft in die Westfalenliga auf. © Tina Nitsche
Fußball: Landesliga

Als der SV Herbern den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte – in der Gaststätte

Vor knapp neun Jahren schaffte der SV Herbern das scheinbar Unerreichbare: Das Team stieg in die Westfalenliga auf. Der damalige Stürmer Simeon Uhlenbrock erinnert sich - auch an viele Besonderheiten.

Erst 2010 war der SV Herbern von der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen. Schon das war ein großer Erfolg für den Verein. Doch nur zwei Jahre später erreichte der Verein einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte: Die Mannschaft konnte über den Aufstieg in die Westfalenliga jubeln.

Einer, der damals ein besonders erfolgreicher Torschütze war, war Simeon Uhlenbrock. Der erinnert sich gerne zurück. „Das war ein richtig schönes Jahr“, sagt er. „Wir sind damals aufgrund einer Modus-Änderung als Dritter aufgestiegen.“

Der Aufstieg in der Gaststätte

Das entscheidende Spiel hatte der SV Herbern damals auswärts bei der Zweitvertretung von Westfalia Rhynern. „Wir haben damals schon früh gespielt, weil es eben eine zweite Mannschaft war“, erinnert sich Uhlenbrock. „Da haben wir dann 4:1 gewonnen, aber waren noch gar nicht aufgestiegen.“ Uhlenbrock selbst hatte zwei Treffer zum Sieg beigesteuert.

Simeon Uhlenbrock traf im entscheidenden Spiel gleich doppelt. © Tina Nitsche © Tina Nitsche

Doch für den vorzeitigen Aufstieg hätte der SV Herbern Schützenhilfe aus Meschede gebraucht – dort spielte der direkte Konkurrent RW Horn. „Wir sind damals immer nach dem Spiel in die Gaststätte gefahren. Dort haben wir dann erfahren, dass Horn verloren hat“, sagt Uhlenbrock.

Dementsprechend groß war die Partie. „In der Gaststätte war es natürlich optimal, da hatte man direkt das richtige Getränk vor sich“, sagt der Ex-Stürmer und lacht. Auch für ihn persönlich war es eine gute Saison – obwohl er in der Hinrunde wenig gespielt hatte: „Ich hatte Verletzungsprobleme, aber trotzdem war das Jahr gut – ich habe ziemlich viel getroffen.“

Simeon Uhlenbrock fehlte dem SV Herbern in der Westfalenliga erstmal

Das Verletzungspech begleitete ihn auch in der Westfalenliga-Saison. „Ich bin die ganze Hinrunde ausgefallen, weil ich einen Knorpelschaden hatte“, sagt Uhlenbrock. „Das war für mich persönlich sehr ärgerlich, weil ich der Mannschaft gerne geholfen hätte.“

Erst in der Rückserie konnte Uhlenbrock eingreifen – und merkte schnell die hohe Qualität der Mannschaften in der Westfalenliga. „Das war schon nochmal ein Unterschied zur Landesliga“, sagt der aktuelle A-Jugend-Trainer des SVH. „Wir haben zum Beispiel, als wir am letzten Spieltag gegen Eintracht Rheine gespielt, da war da zum Beispiel Marius Bülter, der spielt heute bei Union Berlin. Da sieht man die Qualität.“

Am Ende schaffte es der SV Herbern nicht, in der Liga zu bleiben – allerdings nur ganz knapp. „Wir hatten drei Punkte Rückstand auf den Klassenerhalt. Das war schon ärgerlich, weil es so knapp war“, so Uhlenbrock. „Aber auch, wenn wir in dem Jahr wieder abgestiegen sind: Die Saison in der Westfalenliga hat sich für uns definitiv gelohnt.“

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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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