Ein Werner tritt im Kampf um die begehrte Olympia-Medaille an. © picture alliance/dpa
Tokio 2020

Ein Pferd aus dem Kreis Unna startet bei den Olympischen Spielen in Tokio

Einmal bei den Olympischen Spielen starten - davon träumen viele Sportler. Überraschenderweise hat dieses Ziel ein gebürtiger Werner erreicht. Wenn auch nicht alleine.

Wenn die Olympischen Spiele in Tokio am Samstag (24.7.) starten, wird auch ein gebürtiger Werner dabei sein. Erst kurzfristig hat sich seine Teilnahme für die Schweiz ergeben.

Die Olympia-Hoffnung aus Werne tritt im Paar an – oder eher mit Reiter. Denn bei dem Teilnehmer aus der Lippstadt handelt es sich um ein Pferd. Genau genommen um den Wallach Colero, geritten vom Schweizer Felix Vogg.

Geboren wurde Colero unter dem Namen Captain Jack auf dem dem Hof Schwert, Sitz des Reitvereins St. Georg. Die Eltern des 13-jährigen Pferdes sind Captain Fire, der damals auf dem Gestüt Ligges lebte, und Bonito von Bormio, einer Vollblüterin vom Hof Schwert. Auf dem Hof der Familie Schwert wurde Colero auch angeritten.

Bis die Landestrainerin Jutta Briel zufällig Colero im Stall sah. „Sie hat das Pferd gesehen. Es gefiel ihr so gut vom Äußeren und vom Bewegungsablauf, dass sie es spontan gekauft hat“, erklärt Züchter Heinrich Schwert. Briel brachte den Wallach in ihren Wohnort Volmarstein. Im Nachbardorf hat der Olympia-Reiter Dirk Schrade sein Gestüt, wo Felix Vogg 2015 trainierte. Er kaufte Colero schließlich.

Briel war es damals, die Colero seinen neuen Namen gab. Captain Jack hieß er zuvor in Anlehnung an seinen Bruder Black Jack. Wenn auch der Wallach der einzige Nachkomme aus der Kombination der Eltern ist. „Er war schon als Fohlen sehr hübsch, aber auch kess und bewegungsfreudig“, erinnert sich Schwert, der eine Zuchtgemeinschaft mit seinem Sohn Stefan Schwert führt.

Wie kess, bemerkte Jutta Briel wohl beim Einreiten des Pferdes: „Sie sagte, dass er sie mindestens 50 Mal abgeworfen hat, weil er manchmal etwas cholerisch wurde“, so Heinrich Schwert – und schon war der Name Colero gefunden.

Teilnahme war nicht geplant

Inzwischen ist der Wallach 13 Jahre alt – und ein treuer Gefährte von Felix Vogg. Der 31-Jährige kommt aus einer Reiterfamilie, schon sein Opa ist 1956 bei Olympia angetreten, auch die Mutter und beide Brüder sind reit-begeistert. In Radolfzell am Bodensee hat die Familie einen eigenen Reitbetrieb.

Pferd Colero und der Schweizer Felix Vogg – das Duo mit Werner Beteiligung reitet bei den Spielen in Tokio. © imago images/ZUMA Wire © imago images/ZUMA Wire

Für den 31-jährigen Vielseitigkeitsreiter Felix Vogg sind es die zweiten Olympischen Spiele nach Rio 2016. Doch für Colero ist es die erste Teilnahme – auch wenn diese laut Heinrich Schwert nicht geplant war: „Eigentlich wollte er Colero bei den Europameisterschaften in sechs Wochen reiten, aber sein Zweitpferd konnte er nicht mitnehmen, deswegen darf Colero jetzt ran.“

Internationale Erfahrung hat der Wallach schon bei der Weltmeisterschaft vor drei Jahren in Tryon (USA) sammeln können. Seit Montag ist Colero nun in Tokio, die Vielseitigkeitsreiter starten am 30. Juli in die Spiele. Dann wird bestimmt auch Heinrich Schwert zugucken: „Das macht einen als Züchter stolz und glücklich, wenn man so ein Pferd gezogen hat. Sowas passiert nicht ständig.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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