Benjamin Siegert könnte mit dem SV Herbern schon bald wieder trainieren. © Johanna Wiening
Fußball

Lockerungen im Amateurfußball: Noch gibt es Fragezeichen – möglicher Vorteil für SV Herbern

Am Mittwoch verkündete die Bundesregierung nach langem Lockdown endlich auch erste Lockerungen im Amateursport. Einen Tag später bleiben Fragezeichen - und ein möglicher Vorteil für den SV Herbern.

Es war zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Amateursportler in der Region. Am Mittwoch verkündete die Bundesregierung erste Lockerungen – auch im Amateurfußball. So können die Fußballer hoffen, in absehbarer Zeit zum Training zurückzukehren – wenn es der Inzidenzwert zulässt.

Der lange Lockdown scheint die Fußballer allerdings skeptisch gemacht zu haben. Lars Müller, Trainer des Werner SC, würde sich über Lockerungen zwar freuen, sagt aber auch: „Ich kann es mir noch nicht so richtig vorstellen. Ehrlicherweise mache ich mir da auch aktuell keine Gedanken. Ein ‘Was ist Wenn?‘ nützt uns ja auch nichts. Wenn es wieder möglich ist, würde ich mich aber natürlich freuen – wir warten ja alle darauf.“

Lars Müller ist nach den Lockerungen noch skeptisch. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Deutlich optimistischer ist Eintracht Wernes Trainer Mario Martinovic. „Ich habe ja gehört, dass Anfang April schon wieder nach Möglichkeit die Fitnessstudios geöffnet werden sollen. Wenn es dazu kommt, dann sind wir sicherlich auch dabei“, sagt er.

„Wenn wir wieder dürfen, werden wir das sofort tun“

Besonders den Ball haben die Evenkämper vermisst – das wird besonders in den Plänen von Mario Martinovic deutlich. „Wenn wir wieder dürfen, werden wir das sofort tun. Dann wird ganz viel mit dem Ball gearbeitet – gelaufen sind die Jungs ja genug“, sagt er und lacht.

Mario Martinovic hofft, bald wieder mit Eintracht Werne auf den Platz zu dürfen. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

Doch bei aller Freude und Skepsis – es bleiben auch noch Fragezeichen. So war bis Donnerstag Abend noch unklar, welcher Inzidenzwert für die Lockerungen zählt. So wäre es möglich, dass auf den Kreis geschaut wird – oder eben auf das Land NRW.

Für den SV Herbern hätte das einen großen Unterschied. Denn während die Inzidenz in Nordrhein-Westfalen noch bei rund 60 liegt, liegt sie im Kreis Coesfeld bei 22. Würden also die Werte des Kreises zählen, hätte der SV Herbern deutlich mehr Möglichkeiten – ganz im Gegensatz zu den Werner Vereinen, die im Kreis Unna mit einer Inzidenz von rund 68 leben müssen.

Der SV Herbern hofft also auf die Kreis-Inzidenz – und will sich einen Schlachtplan überlegen, wie Trainer Benjamin Siegert erklärt. „Wir werden uns jetzt am Wochenende, wenn wir alle Informationen haben, mit dem Verein zusammensetzen“, sagt er. „Es ist ja schließlich nicht nur die erste Mannschaft – da wollen noch ein paar mehr wieder auf die Plätze.“

Im Hinblick auf die Lockerungen schlagen zwei Herzen in Siegerts Brust. „Auf der einen Seite hat man sportliche Ambitionen, auf der anderen Seite geht es um den Spaß. Weil wir ja jetzt auch nicht wissen, wie die Saison wieder startet, geht es beim Training dann erstmal um den Spaß – wir sind einfach froh, wenn wir dann endlich wieder starten können.“

Jürgen Welp, Trainer des SV Stockum, war bis zum Mittwoch Abend nicht erreichbar.

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt