Es könnten bald regelmäßig Schnelltests auf die Amateurfußballer zukommen. © dpa
Fußball

Schnelltests im Amateurfußball: Spieltag könnte einen Verein 2000 Euro kosten

DFB-Präsident Fritz Keller hat vorgeschlagen, Schnelltests auch im Amateurfußball einzusetzen. Das kam nicht unbedingt gut an. Wir zeigen auf, welche Kosten auf die Vereine zukommen könnten.

Als einen Schlüssel zur Rückkehr in den Amateurfußball hatte DFB-Präsident Fritz Keller Corona-Schnelltests bezeichnet. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sieht das anders. Doch welche Kosten könnten auf einen Verein konkret zukommen? Wir haben alle vier Vereine aus Werne und Herbern unter die Lupe genommen.

Zunächst einmal zu den Basisfakten: Pro Fußball-Mannschaft muss man alles in allem von etwa 20 Personen ausgehen, die getestet werden müssten. Der günstigste Schnelltest, den man finden kann, liegt etwa bei einem Preis von fünf Euro.

Schon der SV Stockum müsste viel Geld zahlen

Dieser Preis kann sich schnell vervielfachen. Selbst beim SV Stockum, der insgesamt nur über vier Mannschaften im Senioren- und Jugendbereich zusammen verfügt, lägen die Kosten bei etwa 400 Euro pro Spieltag. Für einen Verein, dessen höchste Mannschaft in der A-Liga spielt, eine enorme finanzielle Belastung.

Doch es geht noch härter. Auch Eintracht Werne hat mit sieben Jugend- und Seniorenmannschaften einen relativ kleinen Verein. Dennoch lägen die Kosten für die Evenkämper bei rund 700 Euro – wenn man dazu noch bedenkt, dass es sich hierbei um den preiswertesten Test handelt, eine sehr hohe Summe.

Doch wie ist es für große Vereine mit breiter Jugend- und Seniorenabteilung? Das zeigt die Rechnung beim Werner SC und beim SV Herbern. Der Werner SC hat zwar eine hoch spielende erste Mannschaft, aber eben auch eine insgesamt breit aufgestellte Fußballabteilung mit 18 Senioren- und Juniorenteams. Da zeigt sich deutlich, wie hoch die Kosten werden können. So müsste der größte Werner Verein mit 1800 Euro rechnen – pro Spieltag. In einer Saison würden da wohl so hohe Kosten auf den Verein zukommen, dass sie kaum tragbar für den Verein wären.

Die höchsten Kosten aber müsste der SV Herbern tragen. Der Verein hat insgesamt 20 Mannschaften – das würde Kosten von rund 2000 Euro bedeuten. Allerdings: Zu den Teams gehören auch drei Mannschaften der Spielvereinigung Herbern/Ascheberg. Wie sich da die Kosten auf die Vereine aufteilen, ist derzeit noch unklar.

Aktuell scheint die Nutzung von Schnelltests in dieser Form eher unwahrscheinlich. Die hohen Kosten sind für die Vereine wohl kaum stemmbar.

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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