Thomas Overmann findet deutliche Worte zu seinem Herzensverein. © Jura Weitzel
Fußball

Thomas Overmann zu Schalke 04: „Ein Klassenerhalt würde uns nichts bringen“

Seit vielen Jahrzehnten ist Thomas Overmann, Fußballvorsitzender des Werner SC, Fan des FC Schalke 04. Derzeit leidet das blau-weiße Herz - und Overmann findet klare Worte.

Es ist sein Verein – und dazu steht er auch. Thomas Overmann, Fußballvorsitzender des Werner SC, ist glühender Anhänger des FC Schalke 04, hat eine Dauerkarte und schon alle Höhen und Tiefen miterlebt. Sogar seinen Spitznamen „Stan“ verdankt er Schalkes Ex-Spieler Stan Libuda.

Aktuell ist es wieder ein Tief, das er mit seinem Herzensverein durchmachen muss. Der S04 steht auf dem letzten Tabellenplatz, hat bisher erst magere neun Punkte gesammelt. Die Zeichen stehen also eindeutig auf Abstieg. „Da blutet jedem Schalker das Herz“, sagt Overmann.

„Ich habe keine Worte für das, was sich da aktuell abspielt“

Er wird, was die aktuelle Situation angeht, schnell sehr deutlich. „Ich habe keine Worte für das, was sich da aktuell abspielt“, sagt der WSC-Fußballvorsitzende. „Das sind alles keine echten Schalker. Das sind einfach nur noch Angestellte.“

Overmann erinnert auch daran, wie schnell der Abstieg seines Herzensvereins jetzt ging. „Ich sehe jetzt, wie Gladbach gegen Manchester City spielt. Man muss mal überlegen: Das haben wir vor zwei Jahren auch noch. 2019 haben wir noch Champions League gespielt, jetzt geht es gegen den Abstieg.“

Auch auf den Rauswurf von fünf Personen aus dem Trainerstab und Sportvorstand will Thomas Overmann nicht allzu viel geben. „Das ist der vierte Trainer, den die Mannschaft verschlissen hat“, sagt der WSC-Fußballvorsitzende. „Vor dem Abstieg wird uns das nicht bewahren.“

„Wir brauchen dringend einen Neuanfang“

Einen möglichen Gang in die zweite Liga findet Overmann gar nicht so falsch. „Wir brauchen dringend einen Neuanfang. Bei einem Klassenerhalt würde ein Großteil der Mannschaft bleiben. Das würde uns absolut nichts bringen“, sagt Thomas Overmann.

Zudem sei man auch in der Vergangenheit nach einem Abstieg immer wieder gekommen. Er erinnert an vergangene Zeiten. „Wir sind 1988 abgestiegen, das habe ich schon miterlebt. Dann sind wir aber 1991 wieder hochgekommen“, sagt Overmann. „Und wie erfolgreich wir dann danach waren, ist ja eigentlich überall bekannt.“

Im Hinblick auf das letzte Spiel gegen Stuttgart, das Schalke desaströs mit 1:5 verlor, zieht Overmann sogar Parallelen zum Werner SC in der Landesliga. „Wenn man das Stellungsspiel sieht bei den beiden Ecken, die zu den ersten Gegentoren geführt haben… Da würden unsere Jungs von Lars (Müller, WSC-Trainer, Anm. d. Red.) einen richtigen Einlauf bekommen“, sagt er.

„Auf Schalke ist das der schlechteste Fußball, den ich dort je gesehen habe. Und ich habe viel miterlebt.“

Als – nicht ganz ernst gemeinte – Lösung für die Sportliche Führung bei Schalke 04 schlug Thomas Overmann (l.) sich selbst und Kurtulus Öztürk vor. © Overmann © Overmann

Einen – nicht ganz ernst gemeinten – Vorschlag zur Rettung seines Herzensvereins hat Overmann dann aber noch. „Pass mal auf, Kutte und ich machen das. Wir übernehmen da“, sagt er und lacht. „Damit würden wir uns mit Sicherheit ein Denkmal bauen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt