Amazon-Mitarbeiter mit Fahrrad radeln buchstäblich im Dunkeln

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Amazon Werne beschäftigt fest rund 1500 Mitarbeiter. Die meisten kommen mit dem Auto oder dem Bus. Einige aus Werne und Umgebung auch mit dem Fahrrad. Und da gibt‘s ein Problem.

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, 12.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Amazon beschäftigt mehr als 1500 Mitarbeiter. In der Stoßzeit vor Weihnachten noch deutlich mehr. Die meisten Mitarbeiter kommen mit dem Pkw oder dem Bus zu ihrem Arbeitsplatz. Wer in der Nähe wohnt, fährt gerne mit dem Fahrrad ins Gewerbegebiet Wahrbrink-West. Aber auf den letzten Metern vor dem Amazon-Gelände gibt‘s ein Problem.

Das Problem lautet Dunkelheit am Nordlippering. Die ehemalige Landes- und mittlerweile Bundesstraße verfügt über keinerlei Beleuchtung. Wer zur Amazon-Mitarbeiter-Einfahrt will, muss entlang dieser Strecke fahren: „Und das ist mit dem Fahrrad ziemlich gefährlich, weil es stockdunkel ist“, sagt eine Mitarbeiterin, die nicht genannt werden möchte. Ein Ortstermin bestätigt ihre Angabe.

An den Straßen innerhalb des Gewerbegebietes Wahrbrink-West sind zum Teil schon Straßenlaternen aufgestellt.

An den Straßen innerhalb des Gewerbegebietes Wahrbrink-West sind zum Teil schon Straßenlaternen aufgestellt. © Jörg Heckenkamp

Wer aus Werne kommend über die Straße Wahrbrink fährt, steht ab dem Kreisverkehr mit dem Nordlippering im Dunkeln. Dabei hat er noch eine Strecke von rund 400 Metern mit seinem Fahrrad bis zur Amazon-Einfahrt vor sich. Nun haben Fahrräder ja eine Beleuchtung, so auch das Rad der besagten Mitarbeiterin. Doch für sie sei diese lange unbeleuchtete Stück dennoch „einfach gefährlich“.

Das betreffe ja nicht nur sie, sondern auch andere Werner, die mit dem Zweirad zu Arbeit führen. Sie habe vor einigen Tage mal die abgestellten Fahrräder in ihrer Schicht gezählt und kam auf „ungefähr 25 Fahrräder“.

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Was tun? Der Arbeitgeber ist außen vor, schließlich ist die Straße Nordlippering nebst Geh- und Radweg eine öffentliche Fläche. Wer ist zuständig? Mittlerweile offiziell der Bund. Denn im Zuge der Umwandlung der Bundesstraße 54 im Herzen Wernes (Münsterstraße) zur kommunalen Straße, erfuhr der Nordlippering eine Aufwertung.

Firmierte die Umgehungstraße früher als Landesstraße, ist sie nun zur Bundesstraße, zur B54, hochgestuft worden. „Und dieses Stück B54 liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft, sodass keinerlei Verpflichtung für eine Beleuchtung besteht“, sagt Adrian Kerstin, Leiter des Werner Tiefbauamtes, auf Anfrage der Redaktion.

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Innerhalb der geschlossenen Ortschaft könne die Gemeinde an Bundes- und Landstraße Beleuchtungen beantragen, müsste dann aber die Kosten dafür übernehmen. „Das werden wir an dieser Stelle vor Amazon aber sicherlich nicht tun“, sagt Kersting.

Bei Amazon ist dieses Problem noch nicht bekannt, heißt es auf Anfrage der Redaktion. Sprecher Thorsten Schwindhammer erklärt: „Amazon in Werne ist es wichtig, dass die Mitarbeiter ein sicheres Arbeitsumfeld vorfinden sowie sicher hin- und zurück zur Arbeit kommen. (...) Allerdings wurde das Thema Straßenbeleuchtung am Nordlippering seitens der Mitarbeiter bislang nicht an uns adressiert.“

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