An diesem Marktstand in Werne können Kunden sinnlosen Müll komplett vermeiden

Wochenmarkt Werne

Kommt der Wochenmarkt ohne Wegwerf-Verpackungen aus? Beschicker und Stadtmarketing arbeiten an Lösungen. Fischhändler Heitze aus Dortmund ist ein Beispiel dafür, wie es gehen kann.

Werne

, 02.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
An diesem Marktstand in Werne können Kunden sinnlosen Müll komplett vermeiden

"Der Frischeprofi" Karl-R. Heitze aus Dortmund: Seit Ende 2018 ist er auf dem Werner Wochenmarkt vertreten. Er bietet Fisch an – und den am liebsten in nachhaltigen Verpackungen. © Vanessa Trinkwald

Geht es auf dem Wochenmarkt ohne Wegwerf-Verpackungen? Mit einer Antwort auf diese Frage beschäftigen sich aktuell die Beschicker des Werner Wochenmarktes und das Stadtmarketing. „Unser Ziel ist es, in Zukunft von dem Plastik wegzukommen“, sagt David Ruschenbaum am Freitag (2. August), ehe er eine kleine Runde über den kleinen Markt vor dem Alten Rathaus dreht.

Viele Kunden kommen seit Jahren mit eigenen Körben und Einkaufstaschen – „die Tendenz ist da“, sagt Ruschenbaum. Ganz ohne Müll geht es in Werne aber noch nicht. Denn auch wenn der Kunde einen Einkaufskorb hat, werden einzelne, teils empfindliche Produkte in Plastiktüten verpackt.

„Den Beschickern keine vorgefertigte Lösung aufs Auge drücken“

Am Stand von Fischhändler Holger Wilk stehen die kleinen durchsichtigen Plastikbehälter – etwa für Hering und Matjes – übereinandergestapelt hinter der Theke. „Die Leute können aber gerne etwas mitbringen – Gläser oder eine Tupperdose“, sagt Wilk.

Der Wochenmarkt vor dem Alten Rathaus in Werne: immer dienstags und freitags von 8 bis 12 Uhr.

Der Kunde ist gefragt – „aber die Beschicker arbeiten auch an individuellen Lösungen“, sagt David Ruschenbaum vom Werne Marketing. Das Stadtmarketing selbst hatte in der Vergangenheit grüne Tragetaschen mit Wochenmarkt-Aufdruck unter die Leute gebracht, einen nächsten Schub lasse man gerade produzieren.

Grundsätzlich, sagt Ruschenbaum, wolle man den Beschickern in Sachen Müllvermeidung keine vorgefertigte Lösung aufs Auge drücken. Ideen sind gefragt.

„Frischeprofi“ aus Dortmund geht den nachhaltigen Weg

Einer, der Ideen hatte und sie auch umsetzte, ist der selbsternannte „Frischeprofi“ Karl-R. Heitze aus Dortmund. Seit Ende 2018 ist er mit seinem Fischstand in Werne vertreten, darüber hinaus auch in Beckum, Bockum-Hövel, Hamm-Mitte und Kreuztal in der Nähe von Siegen.

Er selbst könne Massen an Müll nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren, sagt Heitze am Freitag. Vor eineinhalb Jahren hätten er und sein Team damit angefangen, die Plastiktüten zu berechnen. Mittlerweile hab man gar keine mehr, sie wurden durch Papiertüten ersetzt.

Ökobecher und Papier aus Zuckerrohr

„Wir befinden uns quasi in der Endphase, was die Umstellung auf Nachhaltigkeit angeht“, sagt der Fischhändler und reiht auf einem Stehtisch die Dinge auf, die diesen Prozess vorantreiben: Gläser, Ökobecher mit PLA-Beschichtung, Mehrwegtaschen mit eigenem Logo. „Und der Backfisch“, sagt Heitze, „kommt in Papier aus Zuckerrohr.“

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Der Dortmunder, der in Dortmund selbst gar nicht auf dem Markt vertreten ist, geht seinen Weg konsequent. Die Mehrwegtaschen seien vor allem in Hamm und Werne besonders gut angekommen, sagt er, während der Fisch einer Kundin gerade im Glasbehälter landet.

Gläser sind kein Pfandsystem

Das Glas für 250 Gramm Inhalt kostet 1,80 Euro. Der Preis variiert je nach Größe. „Die Kunden können es sauber wieder mitbringen“, sagt Heitze – um die nächste Ladung Fisch zu kaufen. Heitze betont: „Wir nehmen die Gläser nicht zurück“ – ein Pfandsystem ist das Ganze nicht.

Die Öko-Einwegbecher mit PLA-Beschichtung seien ein rein natürliches Produkt und kompostierbar. Sie werden aus Polylactiden (PLA) hergestellt, Rohstoff ist meist Mais.

Heitze und sein Team sind nur ein Beispiel dafür, wie es gehen kann. Und trotzdem ist der Kunde noch gefragt. Er sollte beim nächsten Wochenmarktbummel Gläser und Tragetaschen nicht zu Hause vergessen.

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