Aus für Sim-Jü in Werne: Reaktionen auf das Verbot von Großveranstaltungen

hzSim-Jü in Werne

Nun wird die größte Befürchtung traurige Realität: Alle Großveranstaltungen sind bis zum 31. Oktober verboten. Das bedeutet auch das Aus für Sim-Jü in Werne. Nun denkt man über alternative Veranstaltungen nach.

Werne

, 17.06.2020, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus für Sim-Jü: Nun hat die Stadt Werne auch ihre größte und beliebteste Veranstaltung im Jahr 2020 verloren. Nach unzähligen öffentlichen und vereinsinternen Veranstaltungen fällt auch die beliebte Traditionskirmes der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Bundesregierung hat am Mittwochabend, 17. Juni, erklärt, dass alle Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten sind.

Damit platzt auch die für den 24. bis 27. Oktober geplante Sim-Jü-Kirmes in diesem Jahr. „In dieser Form ist es nahezu unmöglich, Sim-Jü stattfinden zu lassen. Ich sehe keine Möglichkeit, dass eine Kirmes in dieser Größenordnung im Innenstadtbereich funktioniert“, erklärt Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Werne.

Begrenzte Besucherzahl bei Sim-Jü in Werne undenkbar

Sie verweist auf Rettungswege, die eingehalten werden müssten. Auch eine kleinere Variante mit begrenzter Besucheranzahl könne sie sich in der Praxis nicht vorstellen. Dazu wird der Einlass etwa durch eingezäunte Veranstaltungsflächen kontrolliert.

„Das geht bei einer Innenstadt-Kirmes wie Sim-Jü allerdings nicht. Das Hauptproblem ist, dass man die Zu- und Abgänge der Besucher kontrollieren muss. Bei Sim-Jü müsste man dann alle Seiten absperren“, so die Leiterin des Ordnungsamtes.

Auf der Sim-Jü-Kirmes 2019 wurde bereits die nächste Veranstaltung angekündigt. Aus der Kirmes 2020, die vom 24. bis 27. Oktober geplant war, wird allerdings nichts.

Auf der Sim-Jü-Kirmes 2019 wurde bereits die nächste Veranstaltung angekündigt. Aus der Kirmes 2020, die vom 24. bis 27. Oktober geplant war, wird allerdings nichts. © Andrea Wellerdiek (A)

Nun müsse man darüber nachdenken, unter welchen Voraussetzungen Veranstaltungen in Werne generell stattfinden können. Dies soll gemeinsam mit den Verantwortlichen von Werne Marketing erfolgen, die bereits eine Veranstaltung wie das Straßenfestival Anfang September absagen mussten.

„Man muss dabei in alle Richtungen denken. Es wird einige Zeit dauern, bis wir genauer planen können. Wir stehen aber in jedem Fall in gutem Kontakt mit den Schaustellern und werden die Situation mit ihnen zusammen erörtern“, erklärt Bürgermeister Lothar Christ.

„Es geht hier um Existenzen der Schausteller“

So traurig die Absage der Sim-Jü für die Werner Bevölkerung ist, betrifft es vor allem die Schausteller, wie das Stadtoberhaupt noch einmal verdeutlicht: „Es geht hier um Existenzen. Für die Schausteller geht es nicht nur um eine Festveranstaltung. Man muss schauen, welche Schausteller, die dann immer in Werne waren, im kommenden Jahr überhaupt wieder bei der Sim-Jü dabei sein können.“

Mit den Schaustellern habe man in der Corona-Krise die Verträge so gestaltet, dass sie kurzfristig gekündigt werden könnten, erklärt Kordula Mertens aus dem Ordnungsamt. „Für sie war klar, dass wir immer anhand der Coronaschutz-Verordnung handeln müssen.“

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Christ: „Corona-Krise stellt unser Leben komplett auf den Kopf“

Nun ist für sie und für die Werner aus der ersten Befürchtung traurige Realität geworden. „Die Corona-Krise stellt unser Leben komplett auf den Kopf. Die Absage von Sim-Jü ist ein weiterer Punkt, bei dem wir die deutlichen Auswirkungen der Corona-Krise erkennen“, erklärt Bürgermeister Lothar Christ.

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