Tut endlich was gegen den verschandelten Bahnhofs-Vorplatz

hzKolumne Klare Kante

Fahrräder liegen kreuz und quer vor dem Bahnhof. Die FDP legt den Finger in die Wunde, fordert Änderungen. Was ist die Reaktion? „Problem kennen wir, wird sich nichts ändern.“ Ja, geht‘s noch?

Werne

, 25.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bahnhofsvorplatz sollte ein Aushängeschild sein. Schließlich kommen hier nicht wenige Reisende an, die erstmals die Lippestadt besuchen. Statt einer gepflegten Anlage sehen sie kreuz und quer abgestellte Räder, oft umgekippt, manche schon verrostet und demontiert. Der Werner Bahnhofsvorplatz: Schande statt Aushängeschild.

Und jetzt treten die Liberalen auf den Plan, legen den Finger in die Wunde. Und alle stimmen ihnen eigentlich zu: richtig, genau, kann so nicht weitergehen. Doch dann kommt das große ABER. Das in der Aussage von Dezernent Frank Gründken gipfelt: „Wir haben schon oft versucht, was zu ändern. Wir können es gerne noch einmal versuchen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich nichts ändern wird.“ Ja, geht‘s noch?

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Doch Gründken war nicht der Einzige, der sich in der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Ordnung derart resigniert zu dem FDP-Antrag äußerte. Auch CDU-Ratsfrau und Vize-Bürgermeisterin Gudrun Holtrup hisste die weiße Flagge: „Das ist ein uraltes Thema, wir werden uns immer wieder darüber unterhalten müssen.“ Ja, stimmt. Wenn man nämlich nichts unternimmt.

Maßgebliches ist in den vergangenen Jahren nicht geschehen. Das hat zum einem mit der Polizeiwache zu tun. Sie suggeriere den Bahnpendlern, dass sie ihr Rad in Sichtweite der Polizei sicher abstellen können, anstatt es gegen eine geringe Gebühr an der direkt daneben liegenden Radstation unterzustellen, analysiert Frank Gründken.

Der andere Aspekt hat mit eben dieser Radstation zu tun. Die sei nun mal ein sozialer Träger und man wolle ihr das Geschäft des Fahrrad-Parkhauses nicht kaputt machen, in dem man ihr direkt vor der Nase eine kostenlose, sichere Abstellmöglichkeit platziert.

Fazit aus dieser falschen Rücksichtnahme: Die kostenbewussten Pendler stellen ihr Rad mangels Ständern irgendwo ab. Da es sich in der Regel nicht um die teuersten Modelle handelt, werden sie bisweilen von ihren Besitzern vergessen, rosten und gammeln vor sich hin - tolles Bild für die ankommenden Bahn-Gäste.

Falsche Rücksichtnahme auf die Radstation

Ich meine, es ist eine falsche Rücksichtnahme, der Radstation keine Konkurrenz machen zu wollen. Schließlich plädieren Politiker aus Bund, Ländern und Kommunen für die Förderung des Radverkehrs. Millionen geben sie für Rad-Autobahnen aus. Aber die paar tausend Euro für einige vernünftige Fahrrad-Ständer am Werner Bahnhofsvorplatz sind nicht drin?

Das geht doch nicht: Da gibt es ein Problem, das alle seit Jahren von der Backe haben wollen, aber niemand geht es richtig an.

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