Rüstig aber nicht rostig: Barrelhouse Jazzband begeistert Publikum

Konzert

Den Jazz-Liebhabern fiel es am Samstagabend schwer, auf ihren Stühlen sitzen zu bleiben. Die Barrelhouse Jazzband hielt, was sie in sechs Jahrzehnten nicht verlernt hat.

Werne

, 10.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Rüstig aber nicht rostig: Barrelhouse Jazzband begeistert Publikum

Christof Sänger (v.l., Piano), Frank Selten (Saxophon), Lindy Huppertsberg (Sängerin und Bass), Horst Schwarz (Trompete), Reimer von Essen (Bandleader und Klarinette), Michael Ehret (Drums) und Roman Klöcker (Banjo) begeisterten die Zuschauer. © Laura Schulz-Gahmen

Seit mehr als 65 Jahren spielt die Barrelhouse Jazzband mit Gefühl und Rhythmus alte Jazzklassiker und Eigenkompositionen. Mit jedem Stück tauchten die Zuhörer in eine andere Welt.


Rund 90 Konzertbesucher saßen am Samstagabend zu Beginn der Veranstaltung im Bürgersaal des Alten Rathauses. Voller Vorfreude warteten sie auf die sieben Musiker der Band. Eingeladen hatte der Jazzclub Werne.

Zuhörer tauchten in den Flair von New Orleans ein

Als Eröffnungsstück wählte die Jazzband ein Stück aus New Orleans. Bereits nach fünf Sekunden war auch für Nicht-Kenner klar: So hört sich Jazz an.

Klarinette, Piano, Banjo, Saxophon: Jedes Instrument kam zu seinem Solo. Die Band spielte nicht, sie feierte das Leben.

Den Jazzliebhabern fiel es schwer, auf ihren Stühlen sitzen zu bleiben und so wippten sie mit den Füßen im Takt. Die Klänge spiegelten den Flair von New Orleans wider, wo jeden Tag ein anderer Festumzug stattfindet.

Es folgte ein Lied mit karibischem Einfluss. Geschrieben wurde es von Horst Schwarz, Trompeter, Posaunist und Sänger der Band. Danach spielten die Musiker ein Spätwerk von Duke Ellington: „Out South“. Das sanfte Piano und die Gospelgrundstimmung ließen ein Gefühl von Abschied aufkommen.

Auch viele jüngere Zuhörer im Publikum

Sängerin und Frau am Bass, Lindy Huppertsberg, sang „A Tisket – A Tasket“ mit einer Leichtigkeit wie es Ella Fitzgerald einst tat. Erfreut stellte sie fest: „Zwar ist das breite Publikum etwas älter, aber wir gewinnen immer mehr jüngere Zuhörer dazu“.

Auch Horst Schwarz gab seine Stimme zum Besten und machte Fats Waller, dem Schöpfer von „I’m crazy about my Baby“, alle Ehre. Mit „Mama stayed out the whole night long“ von Jazzpianist Clarence Williams brachte die Band ein melancholisches Gegenstück zum bisherigen Programm mit ein. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Es folgten musikalische Abstecher nach Harlem und Liverpool.

Auch die Beatles bekamen einen Moment der Beachtung. Die Konzertbesucher klatschten bei jeder sich bietenden Gelegenheit und freuten sich über die Möglichkeit, eine CD bestellen zu können. Zum Abschluss des Konzerts wollte der Applaus nicht mehr enden.

Lesen Sie jetzt