Eine heiß gelaufene Dichtung sorgte am Donnerstag, 2. Juli 2020, für einen Einsatz der Feuerwehr am Gersteinwerk in Stockum. Dabei kam auch die Rumpftruppe der Werksfeuerwehr zu Einsatz. © Feuerwehr Werne
Brandschutz in Werne

Bei Feuerwehr des Gersteinwerks ist der Ofen doch noch nicht aus

In einer Meldung der Feuerwehr hieß es: „Im Einsatz waren der Rettungsdienst, die Polizei, die Werksfeuerwehr Gersteinwerk ...“ Sollte die Werkswehr nicht längst aufgelöst sein? Ja, aber...

Donnerstagmorgen eilte die Freiwillige Feuerwehr Werne mit den Löschzügen Stockum und Stadtmitte zum Gersteinwerk. Dort hatte eine heiß gelaufene Welle für Rauch und schließlich einen Alarm durch die Brandmeldeanlage gesorgt. In dem anschließenden Einsatzbericht der Feuerwehr tauchte dann die Unterstützung durch die Werksfeuerwehr auf. Die sollte aber doch schon Anfang 2020 aufgelöst sein.

„Generell ist das auch richtig“, sagt Thomas Temmann, Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Werne, auf Anfrage der Redaktion. Dass dennoch ein Rumpf-Team der Werksfeuerwehr des RWE-Gersteinwerkes immer noch parat steht, hat mit Verzögerungen des Stilllegungs-Verfahrens zu tun. Temmann: „Der Rückbau der Kohleverfeuerung sollte schon weiter sein.“

Regierungspräsident verlangt noch Werksfeuerwehr

Solange aber bestimmte Vorgaben noch nicht erfüllt sind, habe der Regierungspräsident darauf bestanden, zur Sicherheit Kameraden der Werksfeuerwehr am Gersteinwerk vorzuhalten. So seien unter den 60 bis 70 aktuell am Stockumer Kraftwerks-Standort Beschäftigten noch etliche Kräfte der Werksfeuer. „Die sollen uns im Falle des Falles mit ihrer Ortskenntnis unterstützen.“

Das hat offenbar am Donnerstagvormittag beim Einsatz rund um die heiß gelaufene Welle der Gasturbine gut funktioniert. Doch auch nachts muss der Brandschutz am Gersteinwerk gewährleistet sein. Das würden drei Leute der ehemaligen Werksfeuerwehr Stockum übernehmen.

57 Mitarbeiter haben in Spitzenzeiten hauptamtlich und nebenberuflich bei der Werksfeuerwehr Stockum gearbeitet und gut 200 Einsätze im Jahr erledigt. Nun soll die Zahl nach und nach auf elf Mitarbeiter heruntergefahren werden, die in die Freiwillige Feuerwehr integriert werden, die dann den Brandschutz am Kraftwerk sicherstellt.

Umstellung der Brandmeldeanlage am Gersteinwerk noch nicht erfolgt

Doch noch ist es nicht soweit. Es sind noch nicht alle technischen Voraussetzungen für einen Übergang der Brandsicherung geschafften. So müsse laut Feuerwehrchef Thomas Temmann die Firma Siemens noch Änderungen an der Brandmeldeanlage vornehmen, damit Alarme nicht mehr bei der Werksfeuerwehr aufliefen, sondern wie sonst auch üblich bei der Leitstelle des Kreises Unna, die dann die jeweiligen Feuerwehren beziehungsweise Löschzüge alarmiert.

Temmann glaubt, „dass das nur noch eine Frage von wenigen Wochen ist“. Dann hat tatsächlich das letzte Stündlein der einst großen Werksfeuerwehr am Gersteinwerk in Stockum geschlagen.

Über den Autor
Redaktion Werne
Jeden Tag Menschen hautnah - nichts ist spannender als der Job eines Lokalredakteurs. Deshalb möchte ich nichts anderes machen - seit mehr als 35 Jahren.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt