Bei Verkehrsunfall getötet: Tragisches Missverständnis führt zum Tod eines Fußgängers

hzKreisverkehr Capeller Straße

Ein tragisches Missverständnis führte am Dienstag zum Tod eines Fußgängers. Äußerst ungewöhnlich: Auch 24 Stunden nach dem schrecklichen Verkehrsunfall ist die Identität des Opfers ungeklärt.

Werne

, 04.12.2019, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben noch keine Hinweise auf die Identität des Opfers“, sagt Christian Stein von der Kreispolizei Unna am Mittwochnachmittag auf Nachfrage der Redaktion. Der im Krankenhaus gestorbene Mann habe keine Papiere oder Sonstiges zur Identifikation bei sich getragen. Stein: „Die Ermittlungen laufen.“

Dank Zeugenaussagen ist der Hergang des tragischen Unfalls einigermaßen klar. Demnach führte ein Missverständnis zu dem Zusammenstoß mit einem Pkw, der den Unbekannten das Leben kostete.

Toter ist männlich, wahrscheinlich mittleren Alters

Der Mann, wahrscheinlich, mittleren Alters, war am Dienstag, 3. Dezember 2019, gegen 16.40 Uhr zu Fuß an der Capeller Straße unterwegs. Es dämmerte schon, als er auf der östlichen Seite den Kreisverkehr mit der Nordlippestraße in Richtung Werne überqueren wollte. Dort herrscht um diese Uhrzeit gewöhnlich reger Berufsverkehr.

Daher blieb der Mann auf der Mittelinsel stehen. Einen Autofahrer im Kreisverkehr, der anhalten wollte, winkte er durch. Dieses Handzeichen - das ist der tragische Irrtum - bezog das folgende Fahrzeug auf sich. Und so fuhr der 80-jährige Werner mit seinem Pkw weiter, obwohl der Fußgänger in dem Augenblick die Fahrbahn betrat.

Bei Verkehrsunfall getötet: Tragisches Missverständnis führt zum Tod eines Fußgängers

Markierungen von der Unfallaufnahme zeigen die Stelle, wo der Unfall passierte. © Jörg Heckenkamp

Der Senior erfasste den Passanten, der sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zuzog. Obwohl Zeugen Erste Hilfe leisteten, verstarb der Mann später im Krankenhaus. Nun stellt sich die Polizei die Frage, bei wem es sich um das Opfer handelt.

„Wir haben bis jetzt keinerlei Hinweise“, sagt Stein. Der Tote trug nichts bei sich, was auf seine Identität schließen ließe. Selbst ein ungefähres Alter sei nur schwer zu bestimmen. „Jugendlich war er nicht, eher reiferen Alters“, sagt Stein.

Vermisstenanzeige liegt nicht vor

Eine Vermisstenanzeige, die zu dem Unfallopfer passen könne, liege nicht vor. „Wäre er verheiratet gewesen, hätten wir wahrscheinlich schon eine Vermisstenanzeige von der Ehefrau“, mutmaßt der Polizeisprecher. Einziger vager Hinweis auf die Herkunft: Da er offensichtlich spazieren gegangen ist und nichts weiter bei sich hatte, stammt er vermutlich aus der Gegend.

Ermittlungen gegen 80-jährigen Autofahrer

Gegen den 80-jährigen Autofahrer ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund wegen fahrlässiger Tötung. Die Frage ist, wie schnell er unterwegs war. Denn lebensgefährliche Verletzungen verursacht ein Auto in der Regel nicht, „wenn es langsam unterwegs ist“, wie Christian Stein sagt.

Aber auch, wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt: Den beschlagnahmten Führerschein hat der Senior mittlerweile zurückerhalten.

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