Innenstadt-Belebung? Bulinski macht einen „leuchtenden“ Vorschlag

hzBürgermeister-Kandidaten

Wie lässt sich die Werner Innenstadt beleben? Auch darüber haben die Bürgermeister-Kandidaten bei der Veranstaltung „Werne vor der Wahl“ diskutiert. Einer von ihnen hatte eine leuchtende Idee.

Werne

, 17.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit Lothar Christ (parteilos), Dominik Bulinski (CDU) und Benedikt Striepens (Grüne) stellen sich am 13. September drei Kandidaten zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters in Werne. Bei der Diskussionsveranstaltung „Werne vor der Wahl - der Bürgermeister“ traten die Kontrahenten in „Rededuellen“ gegeneinander an. Dabei ging es unter anderem ums Thema Wirtschaft, insbesondere um die Leerstände in der Werner Innenstadt. Und da präsentierte CDU-Mann Bulinski einen „leuchtenden“ Vorschlag.

Den Auftakt macht jedoch Wernes amtierender Bürgermeister. Auf die Frage, was er in Zukunft unternehmen würde, um die Zahl der leerstehenden Geschäfte - derzeit sind es 17 - zu reduzieren, antwortet Christ zunächst mit einer Analyse der gegenwärtigen Situation, wirft dann einen Blick zurück und mahnt schließlich zum Realismus.

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Wernes Bürgermeister-Kandidaten über die Ladenleerstände in der Innenstadt

Leerstehende Geschäftsflächen seien ein wichtiges Thema, das man auch auf Seiten der Wirtschaftsförderung „mit sorgenvollem Blick“ betrachte. Aber es sei kein exklusives Problem der Lippestadt, sondern eines, mit dem viele kleinere und mittlere Städte zu kämpfen haben. Die Gründe liegen für Christ auf der Hand: Der Internet-Versandhandel, die großen Outlet-Center und der Trend, lieber billig und ohne Beratung zu kaufen, „fallen dem inhabergeführten Einzelhandel auf die Füße“.

Allerdings habe die Stadt in der Vergangenheit keineswegs tatenlos zugesehen, sondern für „beste Rahmenbedingungen“ gesorgt. „Wir haben ein Veranstaltungsfeuerwerk abgebrannt, wir haben die Innenstadt durchsaniert, Werne Gutscheine angeboten - wir haben viel getan, um eine attraktive Innenstadt zu bieten“, so Christ. Nun bedürfe es aber noch mehr - insbesondere Fördermittel, die es jedoch glücklicherweise auch gebe.

Letztlich dürfe man die Lage allerdings auch nicht „überdramatisieren“. Werne sei eine schöne Stadt. Und ohnehin gebe es gegen das Leerstandsproblem „kein Patentrezept“.

Gibt es ein Patentrezept gegen den Ladenleerstand?

Buslinski sieht das offensichtlich anders: „Ich denke, es gibt ein Patentrezept“, betont der von den Christdemokraten ins Rennen geschickte Kandidat. Sein Plan: Ein kommunales Programm auflegen, mit dem die Ansiedlung neuer Einzelhändler finanziell unterstützt werde, etwa durch eine Mietreduzierung um 50 Prozent, eine Anschubfinanzierung für zwei Jahre. Der aktuell vorhandene Geschäftsbestand in der Innenstadt sei gut - allerdings seien die Geschäfte bezüglich ihrer Verkaufsflächen zu klein.

„Wir müssen mit den Einzelhändlern und Eigentümern in den Dialog kommen und versuchen, Verkaufsflächen zusammenzuführen. Dafür gibt es auch Fördermittel von der IHK. Wenn wir das schaffen und Kaufkaftmagnete in die Innenstadt holen, dann haben wir die Möglichkeit, dort eine erhöhte Frequenz zu bekommen“, so Bulinski. Und weil die Kunden im Idealfall auf ihrer Shoppingtour komplett vom einen bis zum anderen Ende der Stadt laufen, seien natürlich auch Sichtbeziehungen relevant, etwa zum Solebad.

Wernes amtierender Bürgermeister Lothar Christ (l.) mit seinem Kontrahenten Benedikt Striepens (r.) und RN-Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp.

Wernes amtierender Bürgermeister Lothar Christ (l.) mit seinem Kontrahenten Benedikt Striepens (r.) und RN-Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp. © Andrea Wellerdiek

Grünen-Kandidat Striepens zeigt sich mit Blick auf die Vorschläge seines Vorredners skeptisch - zumindest in Sachen Inhaber-Dialog. Den habe man in der Vergangenheit mehrfach gesucht, „aber es ist eben nicht so einfach, Inhaber zusammenzuführen“. Und bei der Vergrößerung von Flächen gebe es keine Garantie, dass sich dadurch mehr Händler ansiedeln. Striepens sieht vielmehr die Struktur des Gewerbes in der Innenstadt kritisch. Versicherungen, Discounter oder Start-Up-Unternehmen - das sei nun mal kein echtes Innenstadtverkaufsgewerbe und somit auch kein Frequenzbringer.

Auch Striepens hat ein Rezept, um die Situation in der Innenstadt zu verbessern: So hätten etwa Stadtreinigung und Möblierung Verbesserungspotenzial, die verkehrliche Anbindung genauso - insbesondere der „abschreckende Parksuchverkehr“. Und dann wären da ja noch die Eingangstore zur Innenstadt, die optisch aktuell eben nur bedingt einladend seien.

Bulinski will Lichtkonzept für die Werner Innenstadt

Die Innenstadt optisch aufhübschen - das ist dann schließlich das Stichwort, aufdas CDU-Mann Bulinski scheinbar nur gewartet hat, um seinen leuchtenden Vorschlag zu präsentieren. Klar, die Innenstadt müsse ansprechender möbliert und mit mehr Grünflächen ausgestattet werden, um die Aufenthaltsqualität zu steigern.

Aber man brauche auch unbedingt ein Lichtkonzept: „Wenn alle Fassaden an der Steinstraße und in der Stadt schön beleuchtet sind - was meinen Sie, was das für eine schöne Atmosphäre wäre, wenn wir da abends um 22.30 Uhr durchgehen und uns das anschauen.“

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Vorstellungsrunde, Rededuelle, Wählerfragen - das sind die drei Blöcke der Diskussionsrunde von drei Kandidaten für den Bürgermeister-Posten in Werne. Hier gibt es den Livestream als Nachlese. Von Jörg Heckenkamp

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