Darum ist Martin Buhrmester (30) der wahrscheinlich beliebteste Lehrer in Werne

hzGymnasium St. Christophorus

Martin Buhrmester (30) hat Brauer und Mälzer gelernt. Dann ist er Richtung Schullaufbahn umgeschwenkt. Was bei seinen Schülern schon große Vorfreude auslöst: Demnächst wird Bier gebraut.

Werne

, 25.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wahrscheinlich ist Martin Buhrmester (30) der beliebteste Lehrer am Gymnasium St. Christophorus. Vielleicht sogar in ganz Werne. Zumindest für die Zehntklässler, die bei ihm Chemie haben. „Ja“, antwortet er lachend auf die Frage des Reporters, „im zweiten Halbjahr werde ich mit der Klasse Bier brauen.“ Und, Einverständnis der Eltern vorausgesetzt, verkosten.

Darum ist Martin Buhrmester (30) der wahrscheinlich beliebteste Lehrer in Werne

Bier ist in Gläser gefüllte Chemie: Getreu diesem Motto benutzt Martin Buhrmester sein Wissen um die Braukunst für den Chemie-Unterricht. © Jörg Heckenkamp

Kaum ein Chemie-Lehrer ist wohl geeigneter als Buhrmester, um im Unterricht Gerstensaft herzustellen. Schließlich hat der gebürtige Ostwestfale nach dem Abitur eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer gemacht. Inklusive erfolgreicher Gesellenprüfung.

Doch Buhrmester will die Verknüpfung seines Ausbildungs- und seines studierten Lehramts-Berufes nicht als Unterrichts-Gag verstehen. „Beim Brauen lassen sich viele Anknüpfungspunkte zur Chemie finden, wie Aromastoffe, Katalysator-Funktion und viele mehr.“ Und dennoch – es dürfte der beliebteste Unterrichtsstoff am ganzen Christophorus-Gymnasium sein.

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Bierbrauen ist Chemie: Lehrer Buhrmester mit dem Modell eines Zuckermoleküls. © Jörg Heckenkamp

Während seiner Abiturzeit am Städtischen Gymnasium in seiner Heimatstadt Porta Westfalica befasste sich Buhrmester 2008 mit dem Gedanken an seine berufliche Zukunft. Durch eine Laune kam er aufs Studium des Brauereiwesens und der Getränketechnologie. „Doch vorher wollte ich in den Beruf hineinschnuppern und habe ein Praktikum gemacht“, erzählt er.

Sein Ausbilder bei „Barre-Bräu“ in Lübbecke riet ihm zu einer Ausbildung zum Brauer und Mälzer. Buhrmester nahm den Rat an, bewarb sich. „52 Bewerbungen habe ich geschrieben.“ Es kamen nur Absagen zurück. Dann ein Telefonat mit einer Zusage. Am 1. August 2008 nahm Martin Buhrmester bei „Rupp-Bräu“ in Lauenau die Ausbildung zum Brauer und Mälzer in Angriff.

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Wie war das noch mit Hopfen und Malz? © Jörg Heckenkamp

„Ich hatte gezielt nach kleineren Brauereien gesucht, denn ich wollte nicht an irgendwelchen Schaltschränken großer Bierfabriken nur ein paar Knöpfe drücken.“ Die Ausbildung in der kleinen Rupp-Brauerei sagte ihm zu. Dank guter Zwischenprüfungs-Resultate konnte er schon vorzeitig Ende 2010 seine Gesellenprüfung ablegen.

Zum Thema Bier hat Buhrmester durchaus eine private Nähe, wie er mit einem Lachen auf die entsprechende Frage zugibt. „Als Handballer trinke ich gerne mal ein Bier.“ Seine Favoritenmarken heute: Bitburger und Flens. „Ich bin Pilstrinker und freue mich, wenn ich neue Biersorten kennenlernen kann.“

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Lehrer Buhrmester, gelernter Brauer und Mälzer, zeigt ein Gärgefäß für die Bier-Herstellung. © Jörg Heckenkamp

Nach der Gesellenprüfung stand für ihn zunächst ein zweieinhalbmonatiger Aufenthalt in einem Freiwilligen-Programm in Israel auf dem Plan. Nach der Rückkehr wollt er eigentlich das besagte Brauerei-Studium aufnehmen. Parallel hatte sich aber in seinem Kopf die Idee festgesetzt, er könne doch auch Lehrer werden.

Von 2011 bis 2017 studierte Buhrmester auf Lehramt mit den Fächern Geografie und Chemie in Münster. Es folgte die Referendariatszeit an einer Gesamtschule in Bielefeld. Im April 2019 war er fertig. Und wohin nun?

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Martin Buhrmester (30) macht seiner 10. Klasse schon Appetit auf das Thema Bierbrauen im zweiten Halbjahr des Chemie-Unterrichts. © Jörg Heckenkamp

„Ich hatte mich nach der Abschlussprüfung am Gymnasium St. Christophorus beworben“, sagt er. Unter anderem deshalb, weil bischöfliche Schulen ihre Stellenausschreibungen vor den staatlichen veröffentlichen dürfen. Zudem habe er viel Gutes über die Schule gehört.

Freundliche Aufnahme am Gymnasium St. Christophorus

Das habe sich bis jetzt voll bewahrheitet. „Man hat mich unglaublich freundlich aufgenommen. Meine fünf Kollegen und ich, die am 27. Juli hier angefangen sind, haben sogar jeder eine Schultüte bekommen“, sagt er und seine Augen glänzen dabei.

Und ob er bei den Schülern gut ankommt, dürfte spätestens im zweiten Halbjahr keine Frage mehr sein. Dann geht’s ans Bierbrauen im Chemie-Unterricht.

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