Blumen selber pflücken: Ferdinand Schulze Froning hat 100.000 Tulpen gepflanzt

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Zum dritten Mal bietet Ferdinand Schulze Froning Blumen zum Selberpflücken an. Auf seinen insgesamt sechs Feldern in der Region wachsen zehntausende Blumen - die Nachfrage ist ungebrochen.

Werne

, 08.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Tulpensaison: Während in den Niederlanden die Blumen aufgrund der Coronakrise wenig Abnehmer finden, läuft das Geschäft auf den Blumenfeldern von Ferdinand Schulze Froning (29) richtig gut. Knapp 1000 Tulpen hat der Agrarbetriebswirt in der vergangenen Woche verkauft. Vier bis sechs Wochen lang werde es noch Narzissen und Tulpen auf den sechs Feldern des Werners geben.

Besonders beliebt seien dabei die weißen Narzissen: „Die gibt es nicht so häufig. Wenn ich gerade mal eine auf dem Feld stehen sehe, ist sie im nächsten Moment auch schon wieder weg“, berichtet Schulze Froning. 100.000 Tulpenzwiebeln hat der Betriebswirt im Oktober mit seiner Tulpenpflanzmaschine unter die Erde gebracht - davon 30.000 in Werne. Dazu kamen noch einige tausend Osterglocken.

Kein Corona-Aufschlag auf Blumen

Neben den Feldern in Werne und Stockum bewirtschaftet Schulze Froning seit dem vergangenen Jahr Selbstpflückfelder in Bergkamen, Kamen, Hamm-Heessen und Hamm-Rhynern. Auf den Feldern können Blumenfreunde rund um die Uhr pflücken. Narzissen kosten 30 Cent, Tulpen 50 Cent. „Die Preise bleiben so wie im Vorjahr. Es gibt bei uns keinen Corona-Aufschlag“, sagt Schulze Froning schmunzelnd.

Die Kunden bezahlen auf Vertrauensbasis. Am Feld steht ein Betonklotz, in den die Kasse eingelassen ist. Kunden werfen dort einfach das Geld ein - für Langfinger sei die Kasse indes keine einfache Beute, denn der Klotz wiege eine Tonne.

In puncto Corona gäbe es auf dem Blumenfeld bislang keine Auflagen. Die Messer zum Blumenschneiden werden regelmäßig desinfiziert.

Abschneiden sollte man die Pflanzen übrigens erst, wenn man die Farbe der Blüte erkennen kann. Das beuge nicht nur Überraschungen vor. „Wenn die Tulpen noch ganz grün sind, sind sie meistens auch noch zu kurz. Es bringt ja nicht so viel, wenn die Blumen so gerade über den Rand eines Wasserglases gucken können“, so Schulze Froning.

Es gibt frühe, späte und super-späte Tulpensorten

Zehn Prozent der Blumen blieben „zu Marketingzwecken“ immer stehen. „Die Leute sollen sehen, dass es hier Blumen gibt, auch wenn das Feld schon recht abgeerntet ist“, so Schulze Froning. Damit die Blumen nicht alle gleichzeitig aus der Erde sprießen, werden verschiedene Sorten gepflanzt, Teile der Felder abgedeckt und die Blumen zeitversetzt gepflanzt.

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Schon während der Frühlingssaison beginnen die Pflanzarbeiten für den Sommer: Die Sommerblumen für die Pflücksaison ab Ende Mai wurden vorherige Woche gepflanzt. Sonnenblumen, Gladiolen und Dahlien wachsen dann bis September auf den Feldern. Für das kommende Jahr sind außerdem zwei weitere Blumen geplant: Pfingstrosen und Lilien. Die Rosen für das kommende Jahr sind bereits gepflanzt.

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