Keine guten Aussichten: Schnelles Internet lässt an Werner Schulen deutlich länger auf sich warten

Breitbandausbau

Alle Werner Schulen sollen mit Breitband-Internet ausgestattet werden. Doch für sechs der sieben Schulen ist noch kein Anbieter gefunden, der die Glasfaserkabel verlegt.

Werne

, 09.03.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Glasfaserkabel wie dieses sollen in den kommenden Jahren an den Werner Schulen verlegt werden. Wie der Breitband-Ausbau finanziert werden soll und wann es losgeht ist noch unklar.

Glasfaserkabel wie dieses sollen in den kommenden Jahren an den Werner Schulen verlegt werden. Wie der Breitband-Ausbau finanziert werden soll und wann es losgeht ist noch unklar. © Foto Helga Felgenträger

Schnelles Internet für alle Schüler - das ist aktuell noch Zukunftsmusik, denn für den geplanten Breitband-Ausbau fehlt noch ein Dienstleister, der die Glasfaserkabel verlegt. Die Maßnahme wird teurer als ursprünglich geplant - lediglich für die Wiehagenschule ist die Internetverbindung bisher in trockenen Tüchern, denn durch den Neubau konnten andere Fördermittel beantragt werden.

Bis spätestens September 2021 sollen die Glasfaserkabel an der Wiehagenschule verlegt werden. Vor rund zwei Wochen bekam die Helinet aus Hamm den Zuschlag für den Breitbandausbau. Wann und wo genau gebuddelt wird, um die Kabel zu verlegen, steht laut Liane Jäger, Abteilungsleiterin für Bildung, Kulur und Sport bei der Stadt Werne, noch nicht fest.

Auch die Kardinal-von-Galen-Schule, die Uhlandschule, die Marga-Spiegel-Sekundarschule, das Anne-Frank-Gymnasium sowie das Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg und die Volkshochschule sollen mit schnellem Internet versorgt werden. Doch wann es dazu kommen wird, ist noch ungewiss.

Bundesfördermittel reichen nicht aus - Anbieter zu teuer

Denn: Die 300.000 Euro Bundesfördermittel, die der Stadt zur Verfügung stehen, reichen bei Weitem nicht aus, um alle Schulen an das Glasfasernetz anzubinden. Eine halbe bis ganze Million sollen die Arbeiten bei den Anbietern in der Region kosten. Der Grund für den höheren Preis hängt mit den Bundesfördermitteln selber zusammen. Wer die in Anspruch nehmen möchte, darf sich nicht fest an den Anbieter binden, der die Kabel verlegt.

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Die Anbieter indes würden gerne einen Vertrag mit der Stadt abschließen und ihr mühsam eingerichtetes Netz nicht sofort für die Konkurrenz frei machen. Daher erhöhe sich laut Jäger der Einrichtungspreis immens. Ein weiteres Problem: Aktuell wollen viele Kommunen die Bundesfördermittel in Anspruch nehmen. Deshalb hätten die in Frage kommenden Unternehmen aktuell viel zu tun.

Ausbau aus eigener Tasche ist eine Option

Eine Möglichkeit sei es laut Jäger nun, auf die Fördergelder zu verzichten und den Ausbau aus eigener Tasche zu bezahlen. Dann sei man zwar an den verlegenden Betreiber gebunden, käme aber deutlich günstiger davon. Zehn Prozent der Bundesfördermittel müsste die Stadt ohnehin selber zahlen - also nach aktuellem Stand 30.000 Euro. Bei einem eigenwirtschaftlichen Ausbau kämen Kosten zwischen 1.000 und 1.800 Euro für ein Gigabyte Datenvolumen pro Standort auf die Stadt zu. Die Entscheidung für oder gegen die Finanzierung aus der eigenen Tasche steht noch aus.

Weitere Förderungen sind geplant

Eine weitere Finanzspritze steht der Stadt durch den Digitalpakt des Landes in Aussicht: 730.000 Euro könnten dann, unabhängig vom Breitbandausbau, für die Schulen verwendet werden. Um das Geld abrufen zu können, muss für jede Schule ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept basierend auf den Medienkonzepten und dem Medienentwicklungsplan 2020 bis 2025 vorgelegt werden. Der Antrag muss dafür bis Ende 2021 eingehen, um die Gelder abrufen zu können.

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