Hubertus Waterhues, Inhaber von Bücher Beckmann, positioniert sich und sein Unternehmen mit den Regenbogenfarben für Gleichbehandlung und gegen Diskriminierung. © Jörg Heckenkamp
Gleichberechtigung und Akzeptanz

Bücher Beckmann setzt Zeichen für Gleichberechtigung und lädt Uefa nach Werne ein

Vielerorts sind Regenbogen als Zeichen für Gleichberechtigung zu sehen. Bei Bücher Beckmann in Werne positioniert man sich gegen eine Diskriminierung - etwa gegenüber Homosexuellen - und lädt die Uefa ein.

Ob am Stadion, vor städtischen Gebäuden oder in sozialen Netzwerken. Vielerorts werden am Mittwochabend (23. Juni) Regenbogen zu sehen sein. Es wird bunt als Zeichen für Toleranz, Akzeptanz und Gleichberechtigung von Personen aus der LGBTQ+-Szene – also aller Menschen, die in ihrer sexuellen Identität von der heterosexuellen Welt abweichen: Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und queere Menschen. Es ist eine Reaktion auf das Verbot der Uefa, das Münchner Stadion zum EM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn am Mittwoch in Regenbogen-Farben zu beleuchten.

Dazu hat man in der Buchhandlung Bücher Beckmann in Werne eine klare Meinung. „Ach Uefa, wenn Ihr mal was lernen wollt, dann kommt zu uns. Wir finden sicher ein paar hilfreiche Bücher für Euch“, ist im sozialen Netzwerk Instagram der Buchhandlung zu lesen. Politisch wolle man keine Meinung äußern, aber als Institution des gesellschaftlichen Lebens ein Zeichen setzen, erklärt Hubertus Waterhues, Inhaber von Bücher Beckmann.

„Wenn die Uefa Rückgrat hat, soll sie nach Werne kommen“

„Wenn Menschen, die im weitaus größten Teil aufgrund ihres verantwortlichen Tuns oder ihrer Funktion Menschenrechte auf jeder Stufe treten, um einen monetären Vorteil zu haben, dann möchte ich es mir nicht verbieten lassen, Stellung zu beziehen. Wenn die Uefa Rückgrat hat, soll sie nach Werne kommen. Dann können wir uns einen Abend zusammensetzen.“

Der europäische Fußball-Verband steht derzeit stark in der Kritik, weil er erst monierte, dass Deutschlands Torhüter Manuel Neuer eine Kapitänsbinde in Regenbogen-Farbe trug und dann noch dieselben Farben für die Beleuchtung des Münchner Stadions im Spiel gegen Ungarn ablehnte. Hintergrund der Debatte ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt.

Bücher Beckmann zeigt Regenbogen gegen Diskriminierung

Daraufhin sind nun an vielen Stellen Regenbogen-Farben zu sehen. Auch bei der Werner Buchhandlung wolle man jetzt nicht nur „auf den Zug mit aufspringen“. Man sehe nun aber die Notwendigkeit, als eine derartige Einrichtung Stellung zu beziehen und zum Nachdenken anzuregen. „Das ist keine Ad-hoc-Entscheidung. Es geht nicht um die Diskussion um die blöde Kapitänsbinde oder ob man das Stadion bunt machen darf. Die Ursache ist viel tiefer“, sagt Waterhues.

Eigentlich, so Waterhues weiter, würde es ja in jedem ernstzunehmenden Roman um das menschliche Miteinander gehen und die Frage: Was ist richtig und was ist falsch? Dazu hat er eine klare Botschaft: „Wir als Bürger sind ein Bestandteil eines freiheitlich geordneten Staates und müssen ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen. Deshalb bestehe ich auf der Regenbogen-Flagge. Die Menschen sind als Menschen wertvoll. Mir ist es egal, welche Ausrichtung man privat hat.“

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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