BVB-Fanclubs verurteilen Gewaltexzesse scharf

Stimmen aus Werne und Herbern

Nach den Ausschreitungen beim BVB-Spiel gegen RB Leipzig sind die Mitglieder der örtlichen Fanclubs in Werne und Herbern entsetzt. Viele von ihnen bekamen erst am Folgetag von den Gewaltsexzessen mit - andere waren am Signal-Iduna-Park vor Ort und berichteten von schockierenden Szenen.

WERNE/HERBERN

, 06.02.2017, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das war die Fußballwelt der BVB-Anhänger in Werne noch in Ordnung. Erst nach der Party im Kolpinghaus sickerten allmählich die Einzelheiten über die Fan-Gewalt rund um das Heimspiel gegen RB Leipzig durch.

Das war die Fußballwelt der BVB-Anhänger in Werne noch in Ordnung. Erst nach der Party im Kolpinghaus sickerten allmählich die Einzelheiten über die Fan-Gewalt rund um das Heimspiel gegen RB Leipzig durch.

260 BVB-Fans erlebten in Werne am Samstag zunächst den Sieg ihres Clubs und feierten dann ausgelassen die Schwarz-Gelbe Nacht. Der Wermutstropfen kam dann erst im Laufe des Sonntags hinzu: Die Gewaltexzesse gegen Leipzig-Anhänger überschatteten die Fan-Freude.

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Das sagt die Organisatorin der Schwarz-Gelben Nacht:

„Ich habe das erst im Laufe des Sonntages richtig mitbekommen“, sagt Marita Melcher, Mitorganisatorin der Schwarz-Gelben Nacht des BVB-Fanclubs Werne an der Lippe. Der hatte am Samstagabend im Kolpinghaus bis in den frühen Morgen gefeiert. Am Samstagabend hätten die Ausschreitungen überhaupt keine Rolle gespielt. Selbst diejenigen, die im Dortmunder Stadion waren und gegen 22.15 Uhr zur Party gekommen seien, „auch die haben von Ausschreitungen nichts erzählt“, sagt Melcher.

Das sagen die BVB-Supporters aus Werne:

Maik Jankowski hätte etwas erzählen können. Das Mitglied des anderen Werner Borussen-Fanclubs, der BVB-Supporters, war am Samstag mit einigen anderen Wernern beim Spiel. „Wir waren in Sichtweite der Vorgänge“, sagt er auf unsere Anfrage. Sie hätten einiges von den Ausschreitungen mitbekommen: „So haben wir gesehen, wie ein jüngerer Randalierer einer Frau ins Gesicht geschlagen hat.“

Solche Randale „geht gar nicht, da sind wir uns alle einig“, sagt Jankowski. Gewalt habe mit Fußball nichts zu tun. Er plädiert dafür, dass solche Täter nicht nur strafrechtlich belang werden, „sondern ein Stadionverbot auf Lebenszeit bekommen“.

So äußern sich die Herberner Fans:

Sascha Willeke, Vorsitzender der Herberner Borussen, ist ebenfalls entsetzt über die Vorgänge rund um das Spiel des BVB gegen RB Leipzig am Samstagabend. „Das sind Chaoten und Vollidioten, die schaden dem Verein und dem deutschen Fußball“, sagt er auf unsere Anfrage. Er verurteile das scharf und fordere, „dass der DFB und die DFL dagegen vorgehen. Denn alle Dortmund-Fans leiden unter dem, was diese Vollidioten machen“.

Das findet der Fanclub aus Werne an der Lippe:

Auch der BVB-Fanclub Werne an der Lippe distanziert sich strikt von den Gewaltausbrüchen: „Das hat nichts mit Sport zu tun. Solche sogenannten Fans müssen bestraft werden“, sagt Marita Melcher im Namen des Vorstandes: „Solche Aggressionen dürfen einfach nicht sein.“

Der Stammtisch des Fanclubs Herberner Borussen steht am Montag im Zeichen der Gewalt-Exzesse rund um das Heimspiel von Borussia Dortmund gegen RB Leipzig. „Natürlich werden wir uns heute mit dem Thema befassen“, sagte Vorsitzender Sascha Willeke am Montagvormittag. Der Stammtisch der Herberner Borussen findet am 7. Februar, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Zur alten Mühle, Werner Straße 1, statt.

 

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