In der Corona-Krise sind Werner mehr daheim: Produzieren sie mehr Müll?

hzMüll-Entsorgung in Corona-Krise

Verpackungen vom Lieferdienst oder Online-Handel, Pappkartons der Tiefkühlkost und mehr Glasflaschen. In der Corona-Krise produzieren die Haushalte mehr Müll. Auch in Werne ist das spürbar.

Werne

, 03.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob Homeoffice, Quarantäne oder Kurzarbeit: Viele Bürger sind zurzeit häufiger daheim als sonst. Das bedeutet auch mehr Müll. Er entsteht vor allem durch ein geändertes Verhalten der Menschen. Die Bestellungen bei Lieferdiensten oder im Online-Handel steigen und in vielen Haushalten wird mehr gekocht und getrunken. Auch Garten- oder Renovierungsarbeiten werden nun gern erledigt. All das spiegelt sich auch im Müll-Aufkommen wider.

In Werne ist dabei vor allem die Menge an Restmüll im April deutlich gestiegen, wie Verena Ginter, Geschäftsführerin der zuständigen Stadtwerke Selm, erklärt.

Demnach habe man im Vergleich zum April 2019 nun 15 Prozent mehr Restmüll im April 2020 verzeichnet.

Abfälle von Renovierungs- und Gartenarbeit landen im Restmüll

„Im Restmüll landen zurzeit vor allem Sammelposten, die nicht mehr im Papier- oder Biomüll untergebracht werden können“, so Ginter. Die Bürger würden nun Renovierungs- oder Gartenarbeiten erledigen. Müll, der dabei anfällt, landet verstärkt in der Restmüll-Tonne.

Der Anstieg dieses Abfalls sei aber nicht besorgniserregend, wie Ginter es formuliert. Eine Änderung im Abhol-Rhythmus - derzeit sind es alle zwei Wochen - sei deshalb derzeit nicht vorgesehen.

Im Müll der privaten Haushalte habe auch die Stadt Werne generell „keine außergewöhnlichen Änderungen“ verzeichnet, wie Frank Adamietz, Betriebsleiter des Kommunalbetriebs Werne, erklärt. Auch komme es nicht verstärkt zu illegaler Müllentsorgung in der Lippestadt.

Mehr Glas landet in den Containern

Sichtbar ist die Corona-Krise aber an öffentlichen Entsorgungsstellen. Die Glas- und Altpapiercontainer im gesamten Kreis werden häufiger als sonst genutzt, wie Andreas Hellmich, Pressesprecher der zuständigen GWA (Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna), erklärt. „Wir sehen, dass mehr Glas in den Containern landet. Man sieht, dass mehr gekocht und getrunken wird. Grundsätzlich wird in der Corona-Zeit mehr konsumiert.“

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Dabei ist zu erkennen, dass andere Container als sonst genutzt werden. „Container laufen nun über, die sonst nicht überlaufen dürfen“, sagt Hellmich. Er geht davon aus, dass dies mit einem veränderten Einkaufsverhalten der Bürger zu tun hat. „Man geht nicht dreimal, sondern nur einmal in der Woche einkaufen. Deshalb werden die Container an den Supermärkten weniger aufgesucht“, so der Experte.

Container werden anders genutzt als zuvor

Stattdessen bringen viele Bürger ihre Pappe und ihr Altglas zu Entsorgungsstellen, die auf dem Weg zur Arbeit oder in der Nähe des Wohnortes liegen. Nicht nur bei den Containern werden derzeit „untypische Standorte“ genutzt, wie Hellmich es formuliert. Auch bei den Müllkörben, also den öffentlichen Mülleimern, werden derzeit die Außenbereiche stärker genutzt als der Innenstadtbereich.

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„Diese Müllkörbe sind normalerweise nicht so voll. Wir prüfen das aktuell und passen unsere Routen eventuell an. Dann werden die Körbe zum Beispiel nicht mittwochs, sondern schon montags geleert, damit sie nach dem Wochenende nicht lange so überfüllt sind“, erklärt Hellmich.

Mehr Bioabfälle und Verpackungsmaterial

In den privaten Haushalten landen im Kreis aktuell generell mehr Bioabfälle und Leichtverpackungen in den Mülltonnen. Auch diese Entwicklung sei darauf zurückzuführen, dass die Bürger mehr zuhause kochen. In den Wertstoffhöfen, die mittlerweile wieder geöffnet haben, ist auch mehr Biomüll zu verzeichnen.

Die zunehmende Gartenarbeit der Bürger sei hier spürbar, so Andreas Hellmich. Genaue Zahlen zur Entwicklung in der Corona-Krise könnten erst Anfang Mai genannt werden.

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