Corona-Pandemie: Väter in Werne haben Probleme, Unterhalt zu bezahlen

hzCorona-Krise in Werne

Für belastete Familien, intensiv betreuungsbedürftige Kinder und unterhaltspflichtige Väter ist die Corona-Pandemie eine Herausforderung. Das hat Jugendamtsleiter Maik Rolefs nun verkündet.

Werne

, 18.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unterhaltspflichtige Personen in Werne haben wegen der Corona-Pandemie offenbar Probleme, ihren Unterhaltspflichten nachzukommen. Das hat der Leiter des Jugendamtes Maik Rolefs am Donnerstagabend (17. September) in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses und des Ausschusses für Familien gesagt.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden spürbar bei unterhaltspflichtigen Vätern“, sagte Rolefs. Der Grund: Väter könnten ihren Zahlungsverpflichtungen teilweise nicht nachkommen, weil sie von ihren Unternehmen in Kurzarbeit geschickt wurden. „Da fehlen die Voraussetzungen für die Zahlungen“, so Rolefs.

Höherer Beratungsbedarf wegen fehlendem Kontakt

Doch auch in anderen Bereichen des Amtes mache sich die Pandemie bis heute bemerkbar: durch belastete Familien, hohen Beratungsbedarf, Probleme bei der Integration von Kindern und auffälliges Verhalten bei intensiv unterstützungsbedürftigen Kindern. Wegen des Kontaktverbots haben Familien lange Zeit nicht im direkten Kontakt begleitet werden können, wodurch es zu einem erhöhten Beratungsbedarf komme.

Dasselbe gelte auch für getrennt lebende Mütter und Väter und intensiv unterstützungsbedürftigen Kindern, die auf die Auswirkungen der Pandemie teils mit Konfrontation oder Rückzug reagierten. Der Bereich Homeschooling stelle sich vor allem für Kinder mit Integrationsbedarf als Herausforderung dar: Wo sonst eine Integrationskraft zur Seite stand, saßen die Kinder dann allein vor ihren Laptops und Tablets, um dem digitalen Unterricht zu folgen.

Eine Mitarbeiterin berichtete derweil aus der Schulsozialarbeit, dass alle Kollegen wieder im Einsatz seien und auch genug zu tun sei, man aber nicht von einem Regelbetrieb sprechen könne. „Die Einzelberatungen sind mehr geworden. Der Anspruch an die Kinder ist wieder da, aufzustehen und nicht vor den sozialen Medien zu hängen. Jetzt ist die Frage, wie kommen sie da wieder weg.“ An der Uhlandschule sei außerdem eine neue Stelle für die Schulsozialarbeit geschaffen worden, die sich eine männliche und eine weibliche Kraft teilen.

Herbstprogramm soll Kunst und Leerstand vereinen

Da Wernutopia ausgefallen ist, haben die Kräfte mit Kindern aus geflüchteten Familien einen Ausflug innerhalb Deutschlands gemacht, damit diese eine Auszeit aus den oft vollen Unterkünften erleben können, hieß es weiter. Außerdem seien die Kurzfreizeiten, die über die sechs Ferienwochen angeboten worden waren, gut angekommen.

Für die Herbstferien werden nun die ersten Pläne geschmiedet. Unter anderem sei geplant, Kurzfreizeiten im leerstehenden Gebäude des Westfälischen Anzeigers am Werner Marktplatz anzubieten.

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