Corona-Schnelltests werden nicht nur in Apotheken, sondern auch flächendeckend in Drogerien und Supermärkten angeboten. © Pixabay
Corona-Virus

Corona-Schnelltests: Hier soll es in Werne Corona-Tests für zu Hause geben

Ab dem Wochenende sollen Corona-Schnelltests für Laien beim Discounter erhältlich sein. Apotheken und Drogerien ziehen nach. Auch in Werne wird es Verkaufsstellen für die Selbsttests geben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte am Donnerstag (25. 2.) an, dass schon bald Corona-Schnelltests für Laien in Apotheken sowie auch flächendeckend in Drogerien und Supermärkten verfügbar sein sollen. Jetzt kommen tatsächlich die ersten Tests für zu Hause auf den Markt, mit denen sich jeder durch einen Abstrich in der Nase selbst auf das Coronavirus testen kann. Wo werden die Tests in Werne angeboten?

Laien-Tests schon nächste Woche im Verkauf

Mittlerweile hat das Bundesgesundheitsinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sechs Schnelltests zugelassen. Sowohl die Apotheke am Steinhaus als auch die am Solebad aus Werne haben sich davon schon einige gesichert.

Corona Schnelltests sind ab Montag in zahlreichen Apotheken in Werne erhältlich.
Corona Schnelltests sind ab Montag in zahlreichen Apotheken in Werne erhältlich. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

„Die Auslieferung der Tests für Laien soll voraussichtlich innerhalb nächster Woche passieren. Sobald die da sind, gehen die natürlich auch in den Verkauf”, sagt Julia Matlachowsky, die Inhaberin der Apotheke am Steinhaus und der Apotheke am Solebad. Dabei handele es sich um Abstriche im Nasenraum. Zusätzlich soll es demnächst auch Spucktests geben, diese sind bisher aber noch nicht zugelassen.

Der Preis der Corona-Schnelltests sei noch schwer abzuschätzen. Aktuell geht Matlachowsky davon aus, dass einer ca. 9 Euro kosten werde. Wenn die Tests breit auf dem Markt verteilt sind, werden sie wahrscheinlich günstiger.

Nachfrage nach Tests und Konkurrenz ist groß

Theoretisch soll es keine Begrenzung für die Abgabe an Tests geben. Es müsse jedoch geschaut werden, wie viele Tests auf anhieb verfügbar sein werden.

Bei eingeschränkter Verfügbarkeit werde auf eine gerechte Verteilung der Tests geachtet. „Je nachdem, wie gut sie dann wirklich erhältlich sind, sollte man einer Person nicht gleich 20 Tests verkaufen. Jeder soll die Möglichkeit haben, welche zu bekommen”, verdeutlicht Matlachowsky.

Die Inhaberin müsse dabei sehr auf die Zusage der Lieferanten hoffen. Schließlich ist die Nachfrage nach den Selbsttests sowie die Konkurrenz momentan sehr groß – Insbesondere, weil die Drogeriemarktketten und Supermärkte mit auf den Markt strömen.

„Somit sind das natürlich ganz andere Abnahmemengen und Preise als die, die eine einzelne Apotheke oder ein Filialverbund an Apotheken bestellen würde”, erklärt sie.

Beratung und Qualität haben ihren Preis

Vorerst habe sie jeweils für die Apotheke am Steinhaus und am Solebad 70 Tests von einer Sorte sowie 50 Tests einer weiteren bestellt.

Von den sechs zugelassenen Schnelltests hat sich die Apothekerin für den Roche SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest und für den LYHER Covid-19 Antigen Schnelltest entschieden. Ersterer ist ihr Favorit. „Wir haben bereits zuvor mit diesen gearbeitet, haben sie auch viel an Ärzte abgegeben und haben sehr gute Werte”, verdeutlicht sie.

Für die Apotheken selbst sind die Tests in den Einkaufskonditionen noch relativ teuer, weshalb Matlachowsky vorerst eine geringe Menge an Tests bestellt habe. Sie geht aber davon aus, dass sich die Preise innerhalb des kommenden Monats noch legen werden.

„Test ist nur so gut wie seine Anwendung ist”

Die Apothekerin ist zwiegespalten, dass die Corona-Schnelltests jetzt auch freiverkäuflich angeboten werden. Einerseits sei es positiv, dass der Zugang zu Tests für jeden möglich ist – nicht mehr nur über Testzentren und Arztbesuche. „Andererseits ist auch jeder Test nur so gut wie seine Anwendung ist”, erklärt sie. Insbesondere Amateuren könnten bei der Nutzung einige Fehler unterlaufen. Das würde schnell zu falschen Testergebnissen führen.

Außerdem habe Matlachowsky die Befürchtung, dass die Menschen sich zu sehr in Sicherheit wiegen aufgrund von negativen Befunde. „Vielleicht werden Maßnahmen wie Abstand halten dann nicht mehr so beachtet, wie sie eigentlich sollten”, sagt sie. Eine weitere Gefahr wäre, dass Menschen sich zu lange auf ihr negatives Ergebnis verlassen.

Tipps für die richtige Anwendung von Corona-Tests

Zeitnah soll es die Schnelltests nicht nur in Apotheken geben, sondern auch beim Drogeriemarkt und im Supermarkt. Davon ist die Apothekerin aber nicht begeistert. „Die Anwendung muss gut erklärt werden. Da ist es nicht so schön, dass man sie jetzt schon überall kaufen kann”, kritisiert sie.

Anders als in Discountern und Drogerien gäbe es in Apotheken Fachpersonal, welches die Handhabung vernünftig erklären könne. Besser wäre es gewesen, die Tests vorerst nur in der Apotheke anzubieten.

Falls jemand seinen Test aber doch im Discounter oder in der Drogerie kauft, gibt Matlachowsky Tipps für die richtige Anwendung: „Bei dem Nasentest ist es wichtig, dass das Stäbchen weit und lang genug eingeführt wird”, erklärt sie. Natürlich sei die Durchführung abhängig von der Art des Testes. Deshalb solle man sich bei der Entnahme der Probe genau an die Anweisungen des Herstellers halten.

Weitere Apotheken sichern sich Corona-Tests

Auch die Lippe-Apotheke, die Post-Apotheke sowie die Fürstenhof Apotheke Werne haben bereits Laien-Tests geordert. „Uns ist gesagt worden, dass wir die Ware im Zeitraum vom 1. bis zum 13. März bekommen”, erklärt Udo Lucas, der Inhaber von den drei Apotheken. „Wir warten täglich darauf, dass wir sie in den Händen haben”, führt er fort. Der Apotheker habe ausreichend LYHER Covid-19 Antigen Schnelltests bestellt. Wie viele er genau bestellt hat, möchte er aber nicht preisgeben.

Gefahr sieht er keine darin, dass die Schnelltests nun freiverkäuflich verfügbar werden. Die entsprechende Erklärung zur Anwendung auf dem Beipackzettel oder auf der Verpackung selbst führe dazu, dass jeder Laie die Tests nahezu genauso gut wie befugtes Personal anwenden könne.

Dem Angebot von Tests in Supermärkten und Drogerien steht er jedoch kritisch gegenüber. „Wenn dort entsprechendes Fachpersonal vorhanden ist, was die Kunden bei Bedarf von Rückfragen beraten kann, spricht nichts dagegen. Aber ich unterstelle mal, dass das sicherlich nicht der Fall sein wird”, sagt er.

Deshalb hat St. Hubertus Apotheke bisher noch keine Tests geordert

In vielen weiteren Apotheken in Werne werden die Covid-Tests für Zuhause schon bald verfügbar sein. Darunter die Christophorus Apotheke, die Gerstein Apotheke und die LINDA – Adler-Apotheke.

Heike Gräve, die Inhaberin der Apotheke St. Hubertus Apotheke in Werne, habe als einzige noch keine Schnelltests für Laien geordert. Da die Ware auch in Supermärkten und Drogeriemärkten verkauft werden soll, hat sie die Befürchtung, dass die Nachfrage bei Apotheken zu gering ausfallen werde.

Zudem sei es fraglich, wie sicher die Laien-Tests sein werden. „Möchte ich die Verantwortung übernehmen, dass alle denken, sie wären negativ, obwohl sie eigentlich positiv sind?”, fragt sie.

Tests bei Rossmann, Aldi und Co.

Der Drogeriemarkt Rossmann in Werne hat bisher noch keine Informationen über die Verfügbarkeit von Selbsttests in seiner Filiale. Demnächst wird die Drogerie-Kette eine Pressekonferenz diesbezüglich halten.

Aldi kündigt an, ab dem 6. März Corona-Schnelltests als Aktionsartikel anzubieten. Eine Packung soll fünf Tests enthalten und 24,99 Euro kosten. Erstmal ist die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde begrenzt.

Die Märkte REWE und Penny beobachten momentan noch die Entwicklung der Zulassungen und der Verfügbarkeit von Selbsttests, laut Pressesprecher Thomas Bonrath. Einen möglichen Starttermin können sie derzeit noch nicht nennen.

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