Cristina Goicea und Asen Tanchev triumphieren beim Konzert der Musikfreunde

Musikkonzert

Beim Konzert des Duos Ioana Cristina Goicea (Violine) und Asen Tanchev (Klavier) erlebten die Zuhörer eine perfekte musikalische Generalprobe - und eine beglückende private Nachricht.

Werne

, 19.01.2019 / Lesedauer: 3 min
Cristina Goicea und Asen Tanchev triumphieren beim Konzert der Musikfreunde

Ioana Cristina Goicea beeindruckte nicht nur mit ihrem Spiel, sondern auch ihrer Präsenz. Pianist Asen Tanchev agierte etwas zurückhaltender. © Elvira Meisel-Kemper

Ioana Cristina Goicea (Violine) hatte am Donnerstagabend, 17. Januar, im Saal des Alten Rathauses in Werne gleich zwei Mal Grund zum Strahlen. Zusammen mit ihrem musikalischen Partner Asen Tanchev (Klavier) konnte sie das Programm erstmals live spielen, das sie in wenigen Wochen bei einem Festival in Brüssel dem internationalen Publikum zu Gehör bringen wird.

Der zweite Grund war ein ganz privater. Am Tag ihres Auftritts als Gast der Gesellschaft der Musikfreunde Werne hatte die gebürtige 26-jährige Rumänin ihre Einbürgerungsurkunde erhalten.

Europäischer Gedanke in der Musik

Hubertus Steiner, musikalischer Leiter der Gesellschaft, deutete das in seiner kurzen Begrüßung vor rund 100 Besuchern an. „Sie erleben hochkarätige Künstler, die den europäischen Gedanken in der Musik weitertragen. Sie interpretieren Violinsonaten aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Belgien und Frankreich“, ergänzte Steiner.

Die drei Komponisten Ludwig van Beethoven, Leos Janacek und Cesar Franck waren zu ihren Lebzeiten genauso Grenzgänger wie Goicea, die es vor einigen Jahren an die Musikhochschulen in Hannover und Leipzig zog. 2009 verließ Tanchev seine bulgarische Heimat, um an denselben Orten studieren zu können. Vor zweieinhalb Jahren lernte der 26-jährige Pianist die Violinistin Goicea in Hannover kennen. Beide sind Stipendiaten der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung.

Erstaunliche Bühnenpräsenz von Goicea

Erstaunlich war die Bühnenpräsenz von Goicea mit ihrer barocken Guadagnini Violine von 1761. Sie entlockte ihrer Violine ungeahnte Klangwelten, die auch den Komponisten die Röte der Begeisterung ins Gesicht getrieben hätte. Eher bescheiden agierte Tanchev am Klavier, aber musikalisch ebenso virtuos.

Schon im Allegro assai, dem ersten Satz der Sonate Nr. 8 Op.30 Nr.3 von Ludwig van Beethoven, drang die Virtuosität beider Musiker durch. Goicea zügelte ihr musikalisches Temperament, damit Tanchev seine intensive Form der Interpretation positionieren konnte. Dafür entzündete die Sonate für Violine und Klavier des Tschechen Leos Janacek die ganze Expressivität des Duos.

Berauschender Applaus für Künstler

Mal erklangen die Töne wie ein Vulkan eruptiv und straff pointiert. Im Wechsel dazu wirkten ruhige und leise Passagen, geleitet durch die zarten Zupfpartien der Geigerin, wie die Ruhe vor dem nächsten Sturm.

Noch einmal eine andere Klangfärbung zelebrierte das Duo in der Interpretation der Sonate für Violine und Klavier A-Dur des Spätromantikers Cesar Franck. Vor allem der vierte und letzte Satz dieser Sonate klang wie ein Triumph oder ein Sieg der beiden Musiker über ein hochkomplexes und sehr schwieriges Werk von Franck.

Der berauschende und lang anhaltende Applaus auch nach diesem Stück belohnte sie dafür. „Die drei Sonaten sind sehr unterschiedlich und sehr interessant“, umschrieb Goicea treffend und bescheiden nach dem Konzert den reizvollen Spannungsbogen des Abends.

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