Das dritte Geschlecht: Im Werner Standesamt ist das ein aktuelles Thema

hzIntersexualität

Seit dem 22. Dezember ist es möglich, sein Geschlecht im Personenmelderegister auf „divers“ zu ändern. Auch im Werner Standesamt ist das ein aktuelles Thema.

Werne

, 03.08.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In NRW meldeten sich bisher 27 Menschen als „divers“ – diese Meldung der eigenen Zugehörigkeit zum „dritten Geschlecht“ ist seit dem 22. Dezember 2018 möglich. Diverse Menschen werden aus körperlichen oder hormonellen Gründen nicht dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet. Auch in Werne gab es die erste Anfrage ans Standesamt.

Anfrage einer interessierten Person in Werne

„Wir haben bisher eine Anfrage einer interessieren Person dazu, wie das zu handhaben ist“, sagt Katrin Hebgen (41) vom Standesamt der Stadt Werne auf Anfrage. Klar sei schon mal: „Es ist eine persönliche Vorsprache bei uns nötig, um solch einen Antrag zu stellen.“

Voraussetzung, um eine Änderung des Geschlechtes im Geburtenregister von männlich oder weiblich auf „divers“ vorzunehmen, ist laut Hebgen ein aussagekräftiges, ärztliches Attest. Das muss bescheinigen, dass es sich bei der Person um eine Variante der bisher gängigen zwei Geschlechter handelt: eben divers.

Facharzt muss das dritte Geschlecht bescheinigen

Die Bescheinigung des Facharztes muss klarstellen, dass die Person mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung lebt, die körperlich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann. Mit dieser Bescheinigung gehen die Betroffenen dann zum Standesamt. Für Neugeborene können die Eltern eine solche Bescheinigung einreichen.

In Fällen, in denen die Betroffenen die Geschlechtsveränderungen durch Hormoneinnahme selber herbeiführen, kann das Geschlecht nicht geändert werden. Sprich: Intersexualität hat nichts mit Transgendern zu tun.

Erste Anfrage erreichte Werner Stadthaus schon im Herbst

Die erste Anfrage nach dem „diversen Geschlecht“ ging beim Standesamt Werne im Herbst 2018 ein. Doch erst seit Ende 2018 ist die Änderung der Eintragung möglich, „und erst seit Anfang 2019 konnten wir der betreffenden Person genaue Auskünfte über den Ablauf geben“, so Katrin Hebgen. Bisher sei es bei dem Interesse geblieben, ein Antrag sei noch nicht gestellt worden.

Diversgeschlechtliche Menschen können ein X als Geschlechtsangabe im Reisepass erhalten. Der Personalausweis enthält nach dem Deutschen Passgesetz keinen Geschlechtseintrag.

Welche Konsequenzen hat Änderung?

Welche Konsequenzen hätte denn dann eine Änderung der Geschlechter-Eintragung im Geburtenregister? Katrin Hebgen: „Da geht es dann in Anschreiben zum Beispiel um die Anrede.“ Man könne dann nicht mehr Herr oder Frau Sowieso schreiben. Hebgen: „Der Fall ist ja bei uns noch nicht vorgekommen, aber wahrscheinlich würden wir auf eine Anrede ganz verzichten.“

Seit diesem Jahr wird aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes bei Stellenausschreibungen häufig der Klammerzusatz „(m/w/d)“ verwendet.

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