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Das sind die beliebtesten Vornamen in Werne 2017

Libelle geht – Lucifer nicht

Marie und Paul zählen in Deutschland zu den beliebtesten Vornamen im Jahr 2017. Einigen Namen zeigte die Gesellschaft für deutsche Sprache aber die Rote Karte. In Werne sind Emma und Maximilian beliebt. Und wie heißt wohl das Neujahrsbaby 2018?

Werne

, 03.01.2018 / Lesedauer: 4 min
Das sind die beliebtesten Vornamen in Werne 2017

Veit Ferdinand Kornelius ist das Werner Neujahrsbaby. © Christin Mols

Als das Werner Neujahrsbaby am 1. Januar 2018 um 23.05 Uhr geboren wurde, stand der Vorname schon lange fest. „Veit“ wollten sie ihr drittes Kind nennen, hatten Nina Urbanzyk und Manfred Hermann schon Wochen vor dem errechneten Geburtstermin – übrigens eine Punktlandung – entschieden. Auch der Zweitname war schnell gefunden. Wie ihre beiden anderen Kinder, ein Junge und ein Mädchen, sollte der Jüngste nach Familienvorfahren benannt werden.

Nach dem Urgroßvater seiner Mama heißt der kleine Mann, der mit 49 Zentimetern und 3340 Gramm im Geburtshaus Werne zur Welt kam, Ferdinand. „Und erst nach der Geburt kam noch Kornelius als dritter Name dazu“, erzählt Nina Urbanzyk, abgeleitet vom Vornamen ihrer Mutter. „Kornelia war ja leider raus, als wir erfuhren, dass es ein Junge wird. Aber als wir ihn auf dem Arm hatten, dachten wir, Kornelius passt auch“, so die 34-Jährige.

Das sind die beliebtesten Vornamen in Werne 2017

Die stolzen Eltern sind Manfred Hermann und Nina Urbanzyk. © Christin Mols

Monatelang dauert es oft, bis werdende Eltern sich auf den Namen für ihren Nachwuchs einigen. Sie blättern in Ratgebern, streiten sich beim Frühstück und wecken sich nachts gegenseitig auf, um die ultimative Idee nicht am Morgen vergessen zu haben. Erstaunlich oft kamen dabei im Jahr 2017 offenbar zwei Namen heraus: Marie und Paul. Diese beiden sind nach Angaben der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) wohl die beliebtesten Vornamen des Jahres 2017.

Prognose über ganz Deutschland

In einer Stichprobe werteten die Sprachforscher für ihre Prognose über ganz Deutschland verteilt die Daten von elf Standesämtern aus. Erst- und Folgenamen wurden dabei gleichwertig erfasst. Ob Marie und Paul tatsächlich an der Spitzen stehen, wird erst im Frühjahr 2018 klar: Dann hat die GfdS die von den Standesämtern im Jahr 2017 eingetragenen Vornamen ausgewertet und veröffentlicht eine Liste der beliebtesten Vornamen, die in der Regel über 90 Prozent aller 2017 vergebenen Vornamen berücksichtigt.

In Werne gehören nach Angaben des Standesamtes Emma und Maximilian zu den beliebtesten Namen im vergangenen Jahr. Fünf kleine Mädchen tragen seit 2017 Emma als ersten Vornamen, Emilia steht viermal vorne, einmal im Doppelnamen an zweiter Stelle. Auch die englischen Varianten Emily oder Emely wurden von den Eltern gewählt. Der Name Maximilian taucht in der Liste des Werner Standesamts siebenmal auf, Elias fünfmal – einmal auch in der Schreibweise Elyas – sowie Alexander viermal – einmal auch mit „K“ an Stelle des „X“.

Trends wie in der Mode

Mit Vornamen sei es wie mit Mode und Musik, sagt die Sprachwissenschaftlerin Frauke Rüdebusch – alle zehn Jahre schlägt sich der Zeitgeist auch in der Wahl des Vornamens wieder. Seit 1977 gibt die GfdS jährlich eine Liste der beliebtesten Vornamen heraus. Damals ganz oben: Stefanie und Christian. Es gibt auch Namen, die jeder Mode trotzen: Seit Jahren konstant beliebt ist etwa der Vorname Maria bei Mädchen und Alexander bei Jungen.

Bei der Namenswahl – so beobachten es die Sprachforscher aus Wiesbaden – achten Eltern vermehrt auf ästhetische Gesichtspunkte: Klingt der Name schön, lässt er sich gut aussprechen, passt er zum Nachnamen? „Die Bedeutung eines Namens spielt bei der Wahl nur noch eine untergeordnete Rolle“, sagt Rüdebusch, die auch GfdS-Vornamenberaterin ist.

Exotische Namenswünsche

Bei exotischen Namenswünschen der Eltern können die Standesämter ein Gutachten der GfdS-Sprachforscher anfordern. Grünes Licht gaben die Experten 2017 unter anderem für Mecky, Lovely, Eleyson, Libelle und Zabel. Abgelehnt haben sie etwa Lucifer, Ohlove, vom Meer, Batman oder Motte.

Die Werner Hebamme Edina Lippe-Borrmann, die auch dem kleinen Veit Ferdinand Kornelius am Neujahrsabend auf die Welt verhalf, hört oft kuriose Namensvorschläge von werdenden Eltern. „Wenn sie mich nicht fragen, halte ich meinen Mund, aber wenn sie einen Rat wollen, sage ich, dass laut Studien ein Alexander bessere Noten bekommt als ein Junge mit komischem Namen.“ „Hartz4-TV-Namen“, sagt Nina Urbanzyk dazu. Die wollte sie auch für ihre drei Sprösslinge nicht haben, aber alltäglich sollten sie auch nicht sein. Ihre ersten beiden heißen übrigens Vitus Johannes Artur (4 Jahre) und Felia Felizitas Helene (2 Jahre).

Standesamt kann bestimmte Namen ablehnen
  • Nicht jeder Name, den sich Eltern ausgesucht haben, wird am Ende von den Standesämtern akzeptiert.
  • Gründe der Ablehnung können sein, dass der Name sehr ungewöhnlich ist oder dass er sowohl für einen Jungen als auch für ein Mädchen vergeben werden könnte.
  • Ein generelles Verbot für Namen gebe es nicht, sagt Frauke Rüdebusch von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS): „Es gibt Richtlinien, aber keine Gesetze.“
  • Sind Eltern unsicher, können sie sich kostenpflichtig mo. bis do. (9 - 16 Uhr) und freitags (9 - 12.30) an die GfdS wenden unter 09001 888 128 (1,86 €/Minute).
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