Kunden und Mitarbeiter in Werne verwundert: Deshalb ist E10 gerade genauso teuer wie Super

hzTanken in Werne

Sind die Anzeigen kaputt oder ist es ein Fehler? Autofahrer reiben sich die Augen, wenn sie tanken wollen. Plötzlich kosten E10 und Super gleich viel. Ein ADAC-Experte erklärt das Phänomen.

Werne

, 14.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer das passende Auto hatte und wollte, der konnte sparen, wenn er E10 tankt statt Super. Zwischen 2 und 4 Cent kostete der Treibstoff weniger, doch seit Anfang des Jahres kostet beides plötzlich in vielen Fällen das Gleiche. Werner Autofahrer sind sprachlos - und auch Tankstellen-Mitarbeiter können die Änderung nicht erklären.

„Ich würde schätzen, jeder vierte Kunde fragt uns, warum er für E10 und Super plötzlich dasselbe bezahlen muss“, sagt Ennie Heyduk von der Markant Tankstelle an der Horster Straße. Eine Antwort hat man dort aber nicht für die Kunden parat.

Aral als Ausgangspunkt der E10-Preiserhöhung?

„Ich weiß, dass Aral wohl damit begonnen hat und andere Tankstellen nachgezogen sind“, so Heyduk. Auch in anderen Werner Tankstellen geht man auf Ursachenforschung. Bei der Elan-Tankstelle an der Stockumer Straße muss man sich ebenfalls den Nachfragen der Kunden stellen.

„Wir haben in der Zentrale gefragt, wieso sich die E10-Preise verändert haben“, heißt es dort. Doch eine Rückmeldung gab es noch nicht. Gleiches hört man von der HEM-Tankstelle. Die Preise werden hier deutschlandweit zentral gesteuert. In Werne hat man also auf die Preisgestaltung von E10 und Super keinen Einfluss. Gewundert habe man sich dort aber trotzdem.

ADAC rechnet mit mehr Bedarf im Ausland

Eine Antwort auf die angeglichenen Preise von E10 und Super gibt es erst beim ADAC. „Es gibt eine größere Nachfrage nach E10 in anderen Ländern“, sagt Unternehmenssprecher Andreas Hölzel auf Anfrage dieser Redaktion. Ungarn und Dänemark seien seit Jahresbeginn 2020 als Abnehmer für Bioethanol hinzugekommen.

Mehr Nachfrage bedeutet in diesem Fall einen höheren Preis, denn „eine Zeit lang kann es dadurch zu einer E10-Verknappung kommen“. Hölzel rechnet nicht damit, dass E10 dauerhaft so teuer sein werde wie Super.

Gesetzesänderung Grund für E10-Preisanstieg

„Die Zahl der Autofahrer, die E10 tankt, ist sowieso nicht besonders hoch“, sagt Hölzel. Wollen die Betreiber weiterhin E10 an den Mann bringen, müssen sie einen Anreiz für Autofahrer schaffen. Und der könne nur heißen: Preisersparnis.

Doch es gibt einen zweiten Grund für den E10-Preisanstieg: „Zu Jahresbeginn ist die zu erfüllende Treibhausgas-Minderungsquote im Straßenverkehr von 4 auf 6 Prozent gestiegen“, sagt Alexander von Gersdorff, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Mineralölwirtschaftsverband auf Anfrage dieser Redaktion.

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„Dies erfordert eine höhere Beimischung von teureren Bio-Komponenten. Dazu zählen Bioethanol für Benzin und Rapsmethylester für Diesel“, so von Gersdorff weiter. Dadurch sei die Nachfrage nach E10 zuletzt gestiegen.

Der E10-Anteil am Benzinabsatz betrug laut dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zwischen Januar bis Oktober 2019 rund 13 Prozent, der von E5 dementsprechend 87 Prozent. „Wie sich der Absatz der Sorten entwickelt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen“, so von Gersdorff.

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