Erst totgeschlagen und dann verehrt: Das hat es mit dem Martyrium von Barbara auf sich

hzVideokolumne Heidewitzka

Die Heilige Barbara war vieles - unter anderem Schutzpatronin der Bergleute. Aber warum eigentlich? Das klären wir zu ihrem Ehrentag am 4. Dezember in unserer Videokolumne Heidewitzka.

Werne

, 04.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Häusliche Gewalt war lange Zeit ein gesellschaftliches Tabuthema. Heute rückt es immer mehr in den Fokus. Doch natürlich ist es kein Phänomen der Moderne. Ganz im Gegenteil. Am Kreisverkehr am Salinenparc steht eine Figur, deren Geschichte viele gar nicht kennen. Zumindest nicht genau. Sie gilt als Schutzpatronin der Bergleute – das wissen die meisten. Aber die Heilige Barbara, deren Ehrentag am 4. Dezember ist, hat eine düstere, von Gewalt geprägte Vorgeschichte. Und die liegt - wie bei Heiligen so üblich - weit in der Vergangenheit.

Der 4. Dezember im Jahre 306 nach Christus wird für Barbara, die Tochter eines reichen Kaufmanns aus Anatolien, zum Schicksalstag. Schon einige Zeit zuvor ist die junge Dame erstmals mit dem Christentum in Kontakt gekommen. Die Religion gefällt ihr - doch ihrem Vater behagt das überhaupt nicht.

Video
Heidewitzka Folge 21 - Die Heilige Barbara

Ein Kaufmann auf der Palme

Dass seine Tochter sich dann auch noch dazu entschließt, sich taufen zu lassen, treibt den Kaufmann auf die Palme. Kurzerhand sperrt er Barbara daraufhin in einen fensterlosen Turm. Kontakt zur Außenwelt? Fehlanzeige.

Die spätere Heilige weiß sich allerdings zu helfen. Sie lässt einen als Arzt getarnten Priester zu sich kommen und sie taufen. Als ihr Vater davon erfährt, kocht er vor Wut. Und Barbara, die wegen ihres Glaubensbekenntnisses zuvor bereits die ein oder andere Tracht Prügel einstecken musste, sieht keine andere Möglichkeit, als zu flüchten.

Vom Vater verfolgt

Verfolgt von ihrem Vater findet sie ein Versteck in einer Höhle - der Überlieferung nach soll sich ein Felsspalt wie durch ein Wunder vor ihr geöffnet haben. Doch der Kaufmann hat ein feines Näschen und kann seine Tochter aufspüren - unter tatkräftiger Mithilfe einiger Hirten, die ihren Mund nicht halten können und die Flüchtige verraten.

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Barbara hat spätestens jetzt keinen leichten Stand mehr. Dem Christentum will sie nach wie vor nicht abschwören. Und so endet es wie es zur damaligen Zeit in solchen Fällen fast schon enden muss. Die Kaufmannstochter wird zum Tode verurteilt, schrecklich gefoltert und letztlich von ihrem eigenen Vater erschlagen.

Für den nimmt die Geschichte allerdings auch kein gutes Ende: Auf dem Weg zurück in die Stadt gerät er in ein Unwetter, wird vom Blitz getroffen und stirbt ebenfalls. Am 4. Dezember im Jahre 306. Genauso wie seine Tochter, die wegen ihres Aufenthalts im düsteren Turm und der finsteren Höhle bis heute nicht nur von Bergleuten verehrt wird.

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