Wir blicken auf Themen, die die Lippestadt in den vergangenen sieben Tagen besonders bewegt haben. © Feldermann
Wochenrückblick

Die Woche in Werne: WC-Anlage, Burgtreff-Schließung und Feuerwehreinsätze

Gerade in Zeiten der Pandemie überschlagen sich die Nachrichten. Wir blicken auf die Themen, die in den vergangenen sieben Tagen in Werne besonders für Aufsehen gesorgt haben - auch abseits von Corona.

Jetzt wo alle Cafés im Lockdown geschlossen haben und auch die öffentliche Toilette im Stadthaus nicht zur Verfügung steht, steht man bei einer Notdurft vor einem Problem. Besonders Menschen mit einem Handicap. Umso erfreulicher ist es, dass es bald eine zusätzliche öffentliche und barrierefreie Toilette in Innenstadtlage geben soll. Die öffentlichen Toiletten am Stadtsee und Am Griesetorn seien zwar auch als Behinderten-WC ausgewiesen, allerdings habe es in der Vergangenheit häufiger ein Problem mit der Sauberkeit gegeben. Außerdem gibt es keine Möglichkeit zum Wickeln. An welchem Standort und in welcher Form eine neue WC-Anlage errichtet werden soll, werden laut Frank Adamietz, Leiter des Kommunalbetriebs der Stadt Werne (KBW), die Politiker nun diskutieren. Im nächsten Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb Werne am 25. März stehe das Thema auf der Tagesordnung.

Die Toilette am Stadtpark können Menschen mit Rollstuhl nutzen.
Die Toilette am Stadtpark können Menschen mit Rollstuhl nutzen. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Besucherandrang am Stadtsee: Gab es vermehrt Corona-Verstöße?

Die frühen Frühlingstemperaturen lockten viele Menschen an die frische Luft, in Großstädten wie zum Beispiel in Dortmund sorgte das für Massenansammlungen und Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung. Wir fragten beim Werner Ordnungsamt und der Polizei nach Vorfällen in der Lippestadt nach. Am Stadtsee hielten sich viele Besucher auf, allerdings gab es laut Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Werne, keine größeren Auffälligkeiten, dass sich Personen nicht an die Corona-Regeln gehalten hätten. Dies bestätigte auch die Polizei des Kreises Unna. Es gab lediglich einen Polizeieinsatz am Wochenende, weil sich Anwohner wegen eines Wohnungsumzuges beschwert hatten. Dort seien zu viele Personen als Helfer beteiligt gewesen. Die Beamten konnten vor Ort allerdings keine Verstöße gegen die Corona-Regeln feststellen.

Der Werner Stadtsee war am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel. Vielerorts gab es Verstöße gegen die Corona-Regeln. Wie sah die Lage in Werne aus?
Der Werner Stadtsee war am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel. Vielerorts gab es Verstöße gegen die Corona-Regeln. Wie sah die Lage in Werne aus? © Mario Bartlewski © Mario Bartlewski

Burgtreff bleibt dicht: Wirtin Angi (33) orientiert sich anders

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt die Noch-Betreiberin der Kneipe „Burgtreff“ in der Burgstraße, Angela Kowalski (33), zum Entschluss, den Pachtvertrag zu Ende März zu kündigen. Seit fast einem Jahr ist die alt eingesessene Kneipe aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Es sei eine Entscheidung der Vernunft, denn es ist nicht absehbar, wann die Kneipen wieder öffnen dürfen. „Angi“ wird in ihren gelernten Beruf als technische Produktdesignerin Vollzeit zurückkehren. Und damit beendet sie ihren Traum von der eigenen Kneipe. Eigentlich hätte sie gern beides miteinander vereinbart, aber man weiß ja nie, wann es wieder weitergehen wird. Somit bleiben ihr nur die Erinnerungen, vor allem mit den ans Herz gewachsenen Stammgästen.

Angi Kowalski, hier bei der Eröffnung 2018, hat vor drei Jahren die Kneipe Burgtreff übernommen. Nun gibt sie ihren Traum von der eigenen Kneipe auf. Es war eine Entscheidung der Vernunft, wie die 33-Jährige erklärt.
Angi Kowalski, hier bei der Eröffnung 2018, hat vor drei Jahren die Kneipe Burgtreff übernommen. Nun gibt sie ihren Traum von der eigenen Kneipe auf. Es war eine Entscheidung der Vernunft, wie die 33-Jährige erklärt. © Dominik Gumprich © Dominik Gumprich

Impfzentrum storniert alle Termine für Pflegedienst Julia

An drei Terminen Mitte April sollten 30 Mitarbeiter des Ambulanten Pflegedienstes Julia aus Werne in der Halle Münsterland, dem Impfzentrum Münsters, ihre Zweitimpfung gegen das Corona-Virus erhalten. Chef Frank Löbbert ist nun verärgert über die schriftliche Absage seitens des Impfzentrums mit der Begründung, dass „Vonseiten der Pflegedienste nun mehrfach die Bitte kam, die von hier festvergebenen Termine für die Zweitimpfung flexibler gestalten zu wollen“. Jetzt soll Chef Frank Löbbert alle Impftermine für seine Mitarbeiter einzeln selbst buchen. Die Stadt Münster (wo er sich beschwert habe) sagte, dass er angerufen werde und dann schnell alle bereits geplanten Termine für seine Mitarbeiter buchen könne. Löbbert ist da skeptisch: „Das wird schief gehen, dass wir unsere zweite Impfung bekommen“.

Frank Löbbert vom Pflegedienst Julia aus Werne hält die Absage für die Zweitimpfungen seiner Mitarbeiter in den Händen.
Frank Löbbert vom Pflegedienst Julia aus Werne hält die Absage für die Zweitimpfungen seiner Mitarbeiter in den Händen. © Pflegedienst Julia © Pflegedienst Julia

Fünf Feuerwehr-Einsätze an einem Tag

Die Löschzüge der Werner Feuerwehr hatten am Mittwoch einiges zu tun. Drei der fünf Einsätze hatten mit harmlosen Auslösern der Brandmelde-Anlagen bei einem Lagerlogistiker im Wahrbrink und im Altenheim am Becklohhof zu tun. Hinzu kamen noch ein vermeintlicher Kaminbrand und Dachpfannen, die vom Haus gefallen waren. Beim „Kaminbrand“ morgens um 7.42 Uhr in der Herzogstraße handelte es sich lediglich um eine Fehlfunktion der Heizung. Beim Dachpfannen-Einsatz bestätigte sich die gemeldete Situation vor Ort. Auf dem Gehweg lagen bereits zerbrochene Dachpfannen. Mit der Drehleiter wurden weitere lockere Pfannen auf dem Dach gesichert und der Gehweh mit Flatterband abgesichert. Vermutlich waren die Dachpfannen durch die Schneemassen der letzten Wochen verschoben bzw. an ihre Grenzen gekommen.

Gleich zwei Mal ließen Defekte an einer Brandmeldeanlage die Wehrleute ins Industriegebiet Wahrbrink ausrücken.
Gleich zwei Mal ließen Defekte an einer Brandmeldeanlage die Wehrleute ins Industriegebiet Wahrbrink ausrücken. © Feuerwehr Werne © Feuerwehr Werne
Über die Autorin
Redaktion Werne
Von Kind auf bin ich mit der Stadt Werne vertraut und schätze die Atmosphäre mit den alten Fachwerkhäusern in der Lippestadt. Als erste Ansprechpartnerin kenne ich das vielfälige Vereinsleben in der Stadt und entdecke dabei immer wieder Neues. Das macht den Beruf so spannend.
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