Werne sagt dem Eichenprozessionsspinner den Kampf an: Stadt stellt neues Konzept vor

EPS

Vor Beginn der Saison für Eichenprozessionsspinner hat die Stadt Werne ein Konzept entwickelt, um die haarigen Raupen zu beseitigen - zwei der fünf Verfahren sind nagelneu.

Werne

, 28.02.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Stadt Werne hat einen Plan zur Eindämmung des gefürchteten Eichenprozessionsspinners aufgestellt.

Die Stadt Werne hat einen Plan zur Eindämmung des gefürchteten Eichenprozessionsspinners aufgestellt. © picture alliance/dpa

Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner hat die Stadt Werne ein neues Konzept entwickelt, um die Population der giftigen Raupen einzudämmen. Monatelang tüftelte man an dem Konzept - nächste Woche wird es im Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb vorgestellt.

Rückblick auf das Jahr 2019

Im Jahr 2019 wurden die Bäume prophylaktisch mit Bakterien behandelt, die jedoch nur auf kleine Larven und Raupen Wirkung zeigen - diese Bakterien sollen auch in diesem Jahr zum Einsatz kommen. Während der Saison wurden externe Firmen beauftragt, um die Tiere von den Bäumen abzusaugen.

Allerdings konnten diese Maßnahmen oft nur zeitverzögert durchgeführt werden, da die spezialisierten Dienstleister alle Hände voll zu tun hatten.

Im kommenden Jahr sollen die Dienstleister stundenweise weiter für die Stadt agieren - allerdings liegen noch viele weitere Pläne vor.

Stadt will selbst absaugen

In diesem Jahr möchte die Stadt selbst gegen die Schädlinge angehen und hat daher zwei volle Gärtnerstellen für die Eichenprozessionssspinner-Saison ausgeschrieben. Die Gärtner sollen mit entsprechender Ausrüstung die Absaugarbeiten übernehmen. So könnten befallene Bereiche deutlich schneller behandelt werden.

Insbesondere in kritischen Bereichen wie Kindergärten und Schulen seien im vergangenen Jahr einige Nester unsachgemäß entfernt wurden. Die reizenden Brennhaare flogen daher durch die Luft - das soll sich nun durch das eigens geschulte Personal ändern. Außerdem ist geplant, im Herbst einige Kräfte loszuschicken, um die verbliebenen Nester abzusaugen, bevor die Haare sich auch in der kalten Jahreszeit noch in alle Winde verteilen.

Grote-Dahlweg wird Testfeld für Vogelansiedlungen

In eher unsensiblen Bereichen wie dem Grote-Dahlweg wird testweise mit den natürlichen Fressfeinden der Eichenprozessionsspinner gearbeitet. Nistkästen sollen Insekten und Vögel anlocken. Ob das klappt, lasse sich in diesen Gebieten gut auswerten.

An Orten, an denen das Absaugen aufgrund der “topographischen Verhältnisse“ nicht gewährleistet werden kann, will die Stadt einige neue Behandlungsmethoden ausprobieren.

Das sind die Neuheiten

  • Die Lockstoffallen sind noch nagelneu auf dem Markt. Sie sind kostengünstig und bestehen aus einem Auffangsack, der nach der Saison ausgetauscht wird. Bei starker Sonnenbestrahlung können sich die Beutel stark erhitzen und so die Giftwirkung der Brennhaare neutralisieren. Die Methode sei sehr schonend für andere Organismen. Die Fallen sollen in diesem Jahr im Bereich des Stadtwaldrandes entlang der Bebauung im Münsterfort aufgestellt werden.
  • Ebenso neu ist die Methode, die Raupen durch heißen Wasserdampf und Schaum zu töten. Die Giftwirkung der Brennhaare wird neutralisiert. Das Gerät ähnelt einem Dampfstrahler und kann vom Bauhofpersonal bedient werden.
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