"Schokolade haben wir in der Corona-Zeit viel mehr als sonst verkauf, wohl als Nervennahrung", sagt Monika Böhm vom Arbeitskreis Eine-Welt. © Jörg Heckenkamp
Fairer Handel

Eine-Welt-Laden Werne verkauft in Corona-Krise besonders viel Schokolade

Der Eine-Welt-Laden, der sich dem fairen Handel verschrieben hat, hat die Corona-Krise gut überstanden. Zur Zeiten des Lockdowns war vor allem ein Artikel stark nachgefragt: Schokolade.

Der Eine-Welt-Laden am Marktplatz in Werne (Markt 5) ist vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. „Wir konnten unsere Öffnungszeiten fast durchgängig durchhalten“, sagt Annegert Günther vom Leitungsteam des gemeinnützigen Vereines, der den Laden betreibt: „Lediglich die ersten vier Wochen der Krise im Frühjahr 2020 haben wir nur einmal die Woche öffnen können.“

Der Grund dafür, dass der Laden mit den fairen Produkten trotz Lockdowns weiter am Start sein durfte, ist das Sortiment. Monika Böhm, ebenfalls Vorstandssprecherin, sagt: „Wir verkaufen ja hauptsächlich Lebensmittel. Daher durften wir den Laden geöffnet lassen.“ Selbstverständlich unter den jeweils gültigen Corona-Schutzvorschriften.

Schokolade als Nervennahrung in Werne gefragt

Ein Artikel war in den Zeiten des Lockdowns besonders gefragt: Schokolade. „Die Kunden kauften Schokolade offenbar als Nervennahrung in der Krise“, sagt Böhm. Mit einem Schmunzeln erinnert sie sich, dass manche Kunden „gleich ganze Stapel von Schokolade gekauft haben“.

Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins Arbeitskreis Eine Welt Anfang Juli konnte das Vorstandsteam rund 20 Aktive des insgesamt 60 Mitglieder zählenden Vereins im Flöz K begrüßen. Die Teilnehmer erfuhren, dass durch den fortlaufenden Verkauf das Spendenaufkommen nicht beeinträchtigt wurde. Annegert Günther: „Wir konnten, wie jedes Jahr, einen namhaften Betrag für unseren Partnerverein Netz e.V. in Bangladesch zur Verfügung stellen.“ Der Verein unterstützt dort Schulprojekte.

Das Vorstandsteam (es fehlt Ralf Haselhoff): v. l. Monika Böhm Gabi Wylegalla, Christa Rassmann, Barbara Jansen und Annegert Günther.
Das Vorstandsteam (es fehlt Ralf Haselhoff): v. l. Monika Böhm Gabi Wylegalla, Christa Rassmann, Barbara Jansen und Annegert Günther. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Die Mitglieder wählten den Vorstand einstimmig wieder: die drei Sprecherinnen und Sprecher Annegert Günther, Monika Böhm und Ralf Haselhoff, Schriftführerin Gabi Wylegalla sowie für die Kasse Christa Rassmann und Barbara Jansen. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise sei es „zu keinen Informations-Löchern gekommen“, sagt Günther, „die Mitglieder haben sich mitgenommen gefühlt“.

Monika Böhm legt einige der Prinzipien des Vereins dar: „Wir beziehen unsere Waren über einige spezielle Importorganisationen, die hauptsächlich mit genossenschaftlich organisierten Kleinproduzenten in den sogenannten Entwicklungsländern handeln. Diese Organisationen kaufen Erzeugnisse zu höheren Preisen als auf dem Weltmarkt und garantieren so den Produzenten ein faires Einkommen.“

Produzenten sollen faires Einkommen erhalten

Dem Eine-Welt-Laden sei auch wichtig, dass die Produzenten mit ihrer Arbeit ihre Existenz sichern können und nicht in Städte oder andere Länder fliehen müssen, in der Hoffnung, dort bessere Lebensbedingungen vorzufinden, sagt das Vorstandsmitglied. Bei den mitunter sehr niedrigen Erlösen im konventionellen Handel bestehe eher diese Gefahr.

Was ebenso wichtig ist: die fair gehandelten Waren werden laut Arbeitskreis nicht mit Hilfe von billiger Kinderarbeit hergestellt. Böhm: „Und zum Beispiel Schokolade, die produziert wird, ohne dass Kinder dafür schuften mussten, schmeckt doch viel besser.“

Die nächsten Aktivitäten sind geplant: Traditionell beteiligt sich der Eine-Welt-Laden an den Fairen Wochen vom 10. bis 24. September. Auf dem Bauernmarkt sei man mit einem eigenen Stand vertreten. Außerdem plant der Verein in besagtem Zeitraum eine Ausstellung in den Vereinsräumen oberhalb des Ladens. „Es geht dabei um die faire oder eben auch unfaire Produktion von Orangensaft“, sagt Gabi Wylegalla.

Die Ausstellung ist für alle Interessenten zu sehen zu den Öffnungszeiten des Eine-Welt-Ladens. Montags bis freitags von 10–12.30 und 15–18.30 Uhr, samstags von 10–12.30 Uhr.

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