Auf dem Gelände des Gersteinwerks in Werne soll die Mega-Batterie aufgebaut und ans Netz angeschlossen werden. © (A) Sylvia vom Hofe
Gersteinwerk Werne

Einer der größten Batteriespeicher Deutschlands entsteht in Werne

In 47 Übersee-Containern plant RWE zwei riesige Batteriespeicher. Einer der größten Deutschlands soll in Werne entstehen und ans Netz angeschlossen werden. Es sei ein wichtiger Beitrag zur Netzstabilität.

Verteilt auf zwei Standorte und mit Laufwasserkraftwerken gekoppelt – RWE baut einen der nach eigenen Angaben größten und innovativsten Batteriespeicher Deutschlands. An den Kraftwerksstandorten in Lingen (Niedersachsen) und Werne entsteht ein Batteriesystem – mit einer Gesamtleistung von insgesamt 117 Megawatt (MW).

Das geplante System umfasst 420 Lithium-Ionen-Batterieracks, eingehaust in 47 Übersee-Containern, die sich auf die zwei RWE-Kraftwerksstandorte verteilen. Die Anlage am Gersteinwerk in Werne-Stockum wird über eine Leistung von 72 MW verfügen, die am Standort Emsland in Lingen wird auf 45 MW kommen.

Batteriestandorte werden mit Kraftwerken an der Mosel gekoppelt

„Batteriespeicher sind unverzichtbar für das Gelingen der Energiewende. Sie helfen dabei, die Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, die mit dem wachsenden Anteil der Erneuerbaren Energien zunehmen. Unser Projekt setzt neue Maßstäbe und zeigt, wie wir dem Markt durch die intelligente Verknüpfung von Batterieleistung mit Laufwasserkraftwerken noch mehr Flexibilität zur Verfügung stellen können“, erklärt Roger Miesen, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation.

Das Innovative daran sei, so RWE: Die Batterien in Werne und Lingen werden virtuell mit den RWE-Laufwasserkraftwerken entlang der Mosel gekoppelt. Durch das Hoch- beziehungsweise Herunterregeln der Durchflussmenge an diesen Anlagen könne RWE so zusätzliche Leistung ebenfalls als Regelenergie bereitstellen, so das Unternehmen. „Durch die Kopplung lässt sich die Gesamtleistung der Batterien noch einmal um gut 15 Prozent steigern. So arbeiten Batterien und Wasserkraftwerke quasi Hand in Hand, um zur Netzstabilität beizutragen.“ Das Investitionsvolumen für das Vorhaben betrage rund 50 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme wird für Ende 2022 angestrebt.

In Werne und Lingen an der Ems zusammen entsteht laut RWE der größte Batteriespeicher Deutschlands. © RWE © RWE

NRW Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Große Batteriespeicher der Megawattklasse leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität in der neuen Energiewelt. Die Realisierung des Projektes an einem traditionsreichen Kraftwerksstandort wie Werne zeigt eindrucksvoll, wie mit Kompetenz und innovativen Technologien die sichere Energieversorgung der Zukunft gestaltet werden kann. RWE setzt mit seinen Batteriespeichern in Werne und Lingen neue Maßstäbe und kann ein Vorbild für viele weitere Vorhaben bei der Transformation unseres Energiesystems werden.“

Minister: „In Lingen kommen Klimaschutz und Industrie zusammen“

Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz: „Der Kraftwerksstandort Lingen ist ein Musterbeispiel für die Energiewende. Es ist beeindruckend, wie schnell hier die Transformation von einer herkömmlichem Stromproduktion hin zu einer modernen, klimafreundlichen Energiewelt vorangetrieben wird. In Lingen kommen Klimaschutz und Industrie zusammen. Das sichert Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region. Industrie folgt Energie. Denn diese Investitionen in die Energieinfrastruktur entfalten Magnetwirkung für andere Industrieansiedlungen. Klimaschutz ist so viel mehr, als bloße CO2-Einsparung. Klimaschutz führt so unseren Industriestandort in ein neues Zeitalter.“

RWE verfüge über exzellente Expertise im Umgang mit Batterien, tiefes Marktverständnis und große Erfahrung mit dem Anlagenbetrieb und bringe so alle notwendigen Kompetenzen im Unternehmen mit, welches die Basis sei, um diese innovative Lösung zu entwickeln. Schon heute betreibt das Unternehmen Batteriespeicher in den USA, in Deutschland und Irland. Weitere Großprojekte seien aktuell in der Umsetzung. Zeitgleich arbeite RWE an Projekten mit innovativen Technologien wie Redox-Flow-Speichern oder sogenannten Second-Life-Batterien, bei denen ausgemusterte Elektroauto-Batterien stationär eingesetzt werden.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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