Das ist das Geheimnis der perfekten Erdbeere in Werne

hzErdbeer-Saison

Ob im Eisbecher oder auf dem Tortenboden, als Marmelade oder pur: Erdbeeren sind eine Köstlichkeit. Man kann aber viel falsch machen, weiß das Ehepaar Schulze Twenhöven.

von Lea Nitsch

Werne

, 01.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1975 baut der Hof bereits Erdbeeren an. „Wir waren die ersten in Werne“ erzählt Martin Schulze Twenhöven stolz. In den vergangenen zehn Jahren seien aber viele Erdbeer-Höfe hinzugekommen. Der springende Unterschied zur Konkurrenz liege in der Art der Feldarbeit.

Anbau und Ernte

Anders als andere baut Ehepaar Schulze Twenhöven Erdbeeren im Freien an. Das bringe einige Risiken mit sich. „Wir sind stark vom Wetter abhängig“ sagt Schulze Twenhöven. „Da kann es zu erheblichen Ertragsschwankungen kommen.“

Zu viel Wasser, ob Regen oder künstlich bewässert, führe zwar insgesamt zu einer größeren Ernte, ginge aber auf Kosten des Geschmacks. Der steht für den Landwirt an erster Stelle. „In diesem Jahr hatten wir Glück“ sagt er.

 Das ist das Geheimnis der perfekten Erdbeere in Werne

Rita Schulze Twenhöven untersucht Erdbeerpflanzen. © Lea Nitsch

Dieses Jahr seien keine Erdbeeren erfroren, da sie das Stroh erst spät auf dem Feld verteilt hätten. Am besten für die Pflanzen sei kaltes, nasses Wetter. Warmer Sommerregen ist für Erdbeeren eher suboptimal.

Da der Hof weder Gewächshaus noch Thermo-Tunnel verwendet, beschränkt sich die Erdbeersaison auf 4 Wochen im Juni. Um den ganzen Monat über frische Erdbeeren ernten zu können, verwendet die Familie fünf verschiedene Pflanzensorten, die zu verschiedenen Zeitpunkten den Reifepunkt erreichen.

 Das ist das Geheimnis der perfekten Erdbeere in Werne

Blüte einer spät reifenden Erdbeersorte. © Lea Nitsch

Sonnengereift und möglichst naturbelassen sollen die Erdbeeren sein. Einmal im Herbst düngt Martin Schulze Twenhöven die Setzlinge mit Kalisalz. Das trage dazu bei, dass die Erdbeeren zu festen und dicken Früchten heranwüchsen.

Sobald die knapp vier Mitarbeiter die erste Ladung gepflückt haben, stehen die vollen Erdbeerkörbe im Hofladen. Ein Kühlhaus auf dem Hof gibt es nicht. Die Kunden sollen die Erdbeeren frisch genießen.

Zubereitung und Verzehr

Bei der richtigen Auswahl von Erdbeeren komme es immer darauf an, was man mit ihnen machen möchte, sagt Rita Schulze-Twenhöven. Große eignen sich besonders gut für Erdbeerkuchen oder Desserts; kleine sind gut zum Naschen.

 Das ist das Geheimnis der perfekten Erdbeere in Werne

Erdbeeren reifen in der Sonne. © Lea Nitsch

„Vor der Weiterverarbeitung muss man Erdbeeren mit kaltem Wasser abwaschen“ erzählt sie. Die Temperatur spiele eine große Rolle. „Erdbeeren sind Wasserfrüchte. Bei zu warmem Wasser saugen sie sich voll und werden weich.“

Des Weiteren müsse beachtet werden, dass das Grün unbedingt erst nach dem Waschen entfernt werden solle. Ansonsten kann Sand und Schmutz beim Waschen in die Erdbeere gelangen.

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Rita und Martin Schulze Twenhöven im Hofladen. © Lea Nitsch

„Auch das Einfrieren der Erdbeeren ist möglich“ sagt Rita Schulze Twenhöven. Wer keine Erdbeermarmelade oder Erdbeerpürrée aus ihnen machen möchte, solle die Früchte allerdings lieber frisch genießen.

Den ganzen Juni über sind der Hofladen Schulze Twenhöven, Wesselerstraße 4, sowie das Erdbeerfeld für Selbstpflücker, an der B54, von 8 bis 19 Uhr geöffnet.
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