EU-Gelder für den Schutz von Umwelt und Tieren

WERNE Seit einiger Zeit kann man im Internet nachlesen, wie viel Geld die EU an die Bauern zahlt. Und das detailliert pro Betrieb, mit Name und Adresse. RN-Redakteurin Irene Steiner sprach mit Ortslandwirt Robert Schulze-Kalthoff, wie sich die Werner Bauern zu dieser Offenlegung ihrer EU-Bezüge stellen.

von Von Irene Steiner

, 07.07.2009, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
EU-Gelder für den Schutz von Umwelt und Tieren

Ortslandwirt Robert Schulze-Kalthoff findet die Offenlegung der EU-Bezüge okay.

Hallo Herr Schulze-Kalthoff. Sind die Werner Bauern sauer, dass nun jeder nachlesen kann, wie viel sie verdienen?

Schulze-Kalthoff: Nein, eigentlich nicht. Das ist ja nur ein Teil unseres Einkommens, was wir sonst verdienen steht da ja nicht drin.

Also haben die hiesigen Landwirte mit der Offenlegung der EU-Gelder kein Problem?

Schulze-Kalthoff : Die meisten Bauern finden, dass die Bevölkerung ein Recht hat zu erfahren, wer Gelder aus der EU bekommt. Aber mancher ärgert sich, dass Lebensmittelkonzerne wie Humana oder Westfleisch ebenfalls hohe Zahlungen erhalten.

Wofür das denn?

Schulze-Kalthoff: Das sind Exporterstattungen oder Gelder zum Beispiel aus Schulmilchprogrammen. Und außerdem finde ich, dass auch in anderen Branchen die EU-Subventionen offen gelegt werden sollen, zum Beispiel im Handwerk oder in der Industrie. Es müsste gleiches Recht für alle gelten.

Die bayerische Landesregierung hat die Veröffentlichung der Daten mit der Begründung abgelehnt, dass man eine Neidkampagne verhindern wolle. Können Sie diese Sorge verstehen?

Schulze-Kalthoff : Nein, eine Neiddiskussion ist nicht eingetreten. Jeder konnte sich doch schon vorher ausrechnen, was jemand von der EU bekommt. Und außerdem bekommen wir ja die Direktzahlungen nicht dafür, dass wir Tiere halten oder Felder bestellen.

Sondern?

Schulze-Kalthoff : Die Zahlungen sind damit verbunden, dass wir Tierschutz- und Umweltschutzstandards erfüllen, die es anderswo nicht gibt.

Sind das aufwändige Bedingungen?

Schulze-Kalthoff: Wir bekommen jedes Jahr 50 eng beschriebene Din-A4-Seiten, auf denen steht, was alles erfüllt sein muss, damit man die Subventionen bekommt.

Können Sie das mit einem Beispiel erklären?

Schulze-Kalthoff : Wir produzieren zu ganz anderen Bedingungen als andere Länder. In Südamerika zum Beispiel wird Regenwald für die Rinderhaltung abgeholzt. Da können wir preislich nicht mithalten.

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