Eurobahn hatte mit zwei Verspätungs-Gründen zu kämpfen

hzEurobahn-Auftakt

Seit Samstagmorgen fährt die Eurobahn wieder durchgängig zwischen Dortmund und Münster. Doch direkt am Premierentag kam es zu massiven Verspätungen. Dafür gibt es gleich zwei Gründe.

Werne

, 12.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach rund zehnmonatiger Bauzeit konnte am Samstagmorgen, 10. Oktober 2020, um 5.30 Uhr die Eurobahn wieder durchgängig die Strecke zwischen Münster und Dortmund befahren. In den vergangenen zehn Monaten war aufgrund von Schäden am Bahndamm der Abschnitt zwischen Davensberg und Lünen gesperrt gewesen. Busse waren als Ersatzverkehr eingesetzt.

Das hatte vergleichsweise gut geklappt, allerdings dauerte die Fahrt mit dem Bus deutlich länger als mit der durchgehenden Bahnverbindung. Doch die vermeintliche Verbesserung nach der Wiedereröffnung der Strecke verwandelte sich am Samstag schnell in Frust für die Fahrgäste. „Die Verspätungen am ersten Tag sind natürlich sehr ärgerlich für die Kunden und für uns“, sagt Nicolle Pizzuti, Sprecherin des Eurobahn-Betreibers Keolis auf Anfrage der Redaktion.

Zwei Gründe für die Verspätungen der Eurobahn

Zwei Gründe nennt sie für die Verspätungen. Erwartbar war Grund Nummer eins: Die Begegnungsverkehre auf der eingleisigen Strecke mit den Zügen der Bundesbahn. Denn nach der Reparatur des Bahndammes auf zwei Abschnitten konnte die Bundesbahn nun auch wieder ihre schweren Fernzüge aufs Gleis stellen.

Diese ICE/IC-Verbindungen haben Vorrang vor dem Regional-Verkehr der Eurobahn. Soll heißen: Naht auf dem Gleis ein Fernverkehrszug, muss die Eurobahn im nächstgelegenen Bahnhof darauf warten, dass der IC vorbeirauscht. Das geschieht im Schnitt alle zwei Stunden.

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Grund zwei: „Ausgerechnet an diesem Samstag kam es zu einer Stellwerksstörung, die sich stark auf den Verkehr der RB50-Strecke ausgewirkt hat. Ab sieben Uhr am Samstagmorgen ist es dadurch zu Beeinträchtigungen gekommen“, sagt Nicole Pizzuti. „Wir haben zahlreiche Beschwerden von Reisenden bekommen. Die sind dann ja auch nachvollziehbar.“

Am Sonntag sei es erneut zu einigen Verspätungen gekommen, die auf das bekannte Problem des Begegnungsverkehrs mit den bevorrechtigten Zügen der Deutschen Bahn zurückzuführen seien. Auf dieser eingleisigen Strecke gebe es dafür keine Lösung. „Solange nicht das zweite Gleis gebaut wird, wird es immer wieder zu solchen Verspätungen kommen, für die wir ja nichts können“, sagt Pizzuti.

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Obwohl alle paar Jahre eine neue „frohe Botschaft“ über die mögliche Realisierung des zweiten Gleises an die Öffentlichkeit kommt, ist die Keolis-Sprecherin eher pessimistisch. „Das Thema gibt es schon seit zwei Jahrzehnten und wahrscheinlich wird es noch Jahrzehnte bis zur Realisierung dauern.“

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