Vertrag verlängert: Pfarrer Dr. Hans Lohmann (59) bleibt länger als gedacht in Werne

hzEvangelische Kirchengemeinde Werne

Vertragsverlängerung für den Interimspastor: Dr. Hans Lohmann darf länger in der Evangelischen Kirchengemeinde Werne bleiben. Das sorgt für Planungssicherheit. Denn auch Pfarrer Hein fehlt.

Werne, Stockum, Herbern

, 29.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das gibt Planungssicherheit: Dr. Hans Lohmann (59) darf länger in der Evangelischen Kirchengemeinde Werne bleiben als gedacht. Zunächst war sein Vertrag im sogenannten Pastoralen Dienst im Übergang (kurz PDÜ) auf ein Jahr begrenzt. Doch nun gab der zuständige Kirchenkreis Hamm grünes Licht für die Verlängerung.

Um ein halbes Jahr, also bis Ende 2019, haben die Verantwortlichen den Vertrag mit Pfarrer Lohmann verlängert. Und das ist wichtig. Denn: Die personelle Situation in der Evangelischen Kirche in Werne ist schon länger angespannt. Schon seit Juli 2017 ist die Pfarrstelle im Bezirk 1 (Martin-Luther-Kirche) vakant. Die Stelle konnte bis heute nicht nachbesetzt werden.

Zwei freie Stellen in der Gemeinde

Zusätzlich ist die Stelle im Pfarrbezirk 3 frei. Mitte April hatte Pfarrer Thomas Hein, der seit 1998 in der Gemeinde tätig war, überraschend aus persönlichen Gründen um eine Versetzung gebeten. „Das macht die Aufgabe natürlich komplizierter. Und es beansprucht mehr Zeit“, erklärt Pfarrer Lohmann, der vor allem als Berater in der Umstrukturierung der Kirchengemeinde tätig ist.

Ob künftig beide Stellen nachbesetzt werden, ist fraglich. Denn der Pfarr-Schlüssel sieht bei 2750 Gemeindemitgliedern 2,86 Stellen für Werne vor. Derzeit sind es mit den Pfarrstellen von Alexander Meese und Hans Lohmann (im Pastoralen Dienst im Übergang) und der 75-prozentigen Probedienststelle von Carolyne Knoll 2,75 Stellen.

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Kürzung der 3. Pfarrstelle denkbar

„Wir sind derzeit in Gesprächen mit dem Kirchenkreis. Wir klären ab, in welchem Umfang die Stelle im 3. Pfarrbezirk besetzt wird“, erklärt Lohmann. Er räumt ein, dass der Trend eher dagegen sprechen würde, sie mit 100 Prozent zu besetzen. Für eine Kürzung der Stelle spricht wohl auch die Tatsache, dass Werne laut Lohmann die einzige Gemeinde im Kirchenkreis Hamm sei, in der in Sachen Stellenkürzungen noch nichts passiert sei.

Aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen möchte die Evangelische Gemeinde generell enger mit der Katholischen Kirche zusammenarbeiten. Erste ökumenische Veranstaltungen fanden mit dem gemeinsamen Gottesdienst in St. Sophia in Stockum bereits statt. Außerdem gibt die Evangelische Gemeinde das Gemeindezentrum an der Brucknerstraße zum Advent 2020 ab. Hier könnte man also gegenseitig auch personell voneinander profitieren.

Blick auf die gesamte Gemeinde richten

Die Stelle im Pfarrbezirk 1 hingegen soll in Vollzeit bekleidet werden, so Lohmann weiter. Aktuell gibt es laut Lohmann noch keine Bewerber für die Stelle. Die Pfarrstelle sei aber auch noch nicht ausgeschrieben. Zunächst müsse man Antworten auf strukturelle Fragen finden, erklärt Lohmann.

„Auch mit der Veränderung im Pfarrbezirk 3 durch Pfarrer Hein schauen wir nun, wie wir das Ganze in der gesamten Gemeinde auffangen können. Wir wollen nicht mehr von Bezirk zu Bezirk gucken, sondern die gesamte Gemeinde betrachten“, so der Pfarrer auf Zeit.

Frage der Zuständigkeiten klären

Wie die Zuständigkeiten künftig aufgeteilt werden, ist eine Frage, mit der sich Lohmann gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Kirche und Kirchenkreis beschäftigt. „Wir wollen den Stellenplan so zuschneiden, dass er mittelfristig, für zehn Jahre, hält“, sagt Lohmann.

Erst dann werde es eine Ausschreibung geben. Klar ist aber auch, dass es potenzielle Nachfolger für die Pfarrstelle gibt, so Lohmann. „Wenn es auch nur wenige sind.“ Pfarrer Dr. Hans Lohmann selbst ist nur noch maximal bis Juni 2020 in Werne. Die Tätigkeit ist auf zwei Jahre begrenzt. Der 59-Jährige selbst darf sich nicht auf eine freie Stelle in der Gemeinde bewerben.

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