Extrem-Situation im Solebad: Freibad-Räumung und Kritik an Ticketsystem

hzSolebad in Werne

Besucheransturm am Solebad Werne: Teilweise nahmen die Besucher am Wochenende stundenlange Wartezeiten in Kauf, um trotz des Einlassstopps ins Bad zu kommen. Kritik gab es am Ticketsystem.

Werne

, 12.08.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter dem Team des Solebads Werne liegen extreme Tage mit einem starken Besucherandrang. Am vergangenen Wochenende mussten die Verantwortlichen schon am frühen Morgen einen Einlassstopp verhängen, weil die maximale Besucheranzahl erreicht war.

Dennoch nahmen viele Besucher lange Wartezeiten in Kauf, um doch noch ins Solebad zu kommen. „Es gab Wartezeiten von eineinhalb bis zwei Stunden. Wir haben die Besucher darüber informiert. Dann konnte jeder selbst entscheiden, ob er lieber nach Hause geht oder trotzdem wartet“, erzählt Badleiter Jürgen Thöne.

Lange und teilweise enge Warteschlangen am Solebad

Die meisten Besucher hätten sich verständnisvoll gezeigt und sich an die Abstandsregeln und Maskenpflicht auch in der Warteschlange gehalten. Dennoch kam Kritik auf, dass es eng wurde innerhalb der Wartezone.

„Wir haben den organisatorischen Rahmen gegeben und die Besucher an die Regeln erinnert. Doch es liegt ein Stück weit auch an der Eigenverantwortung des Einzelnen. Und dem wurde leider nicht jeder gerecht“, so der Badleiter weiter.

Kritik an fehlenden Online-Tickets

Diskussionen gab es in den sozialen Netzwerken außerdem über fehlende Online-Tickets. „Unbegreifliches Vorgehen. Warum werden nur Tageskarten verkauft? So ist ein Einlassstop vorprogrammiert. Warum wird nicht mehr mit Reservierung gearbeitet? Das würde für beide Seiten eine Menge Stress ersparen“, schreibt etwa ein User bei Facebook.

Dem widerspricht Jürgen Thöne ausdrücklich. „Es gibt für jedes System Vor- und Nachteile. Wenn wir Online-Tickets anbieten würden, dann müsste man alle, die kurzfristig ins Bad kommen möchten, nach Hause schicken. Bei einer Vorbestellung kann man nur diejenigen glücklich machen, die noch eine Karte ergattern. Und es gibt auch Rückmeldungen aus anderen Bädern, dass Plätze von Besuchern reserviert werden, die dann gar nicht kommen.“

Auch begrenzte Schwimmzeiten sieht Thöne nicht als Lösung des Problems. Demnach sei die gesamte Anzahl an Besuchern dann deutlich geringer, weil es attraktive und weniger beliebte Schwimmzeiten gibt. Bei festen Schwimmzeiten geht Thöne demnach davon aus, dass nur die Hälfte der nun maximal erreichten Besucheranzahl von 1200 Gästen täglich erreicht werden würde.

„Und dann hätte man trotzdem die Gäste vor der Tür stehen“, glaubt der Badleiter. Als zunächst nur der Freibadbereich im Solebad geöffnet war, hatte man bereits mit Online-Tickets und Zeitzonen gearbeitet. Aus den Erfahrungen habe sich das jetzige System mit dem Ticket-Kauf an der Kasse bewährt, so Thöne.

Einlassstopp auch ohne Corona-Krise

Der Badleiter geht zumal davon aus, dass es auch ohne die Corona-Krise am Wochenende einen Einlassstopp gegeben hätte aufgrund der Temperaturen und der Ferienzeit. „Es war doch überall voll. Wenn ich dann noch von Tipps für den nächst gelegenen Baggersee bei Facebook lese, dann ist das schon ein bisschen weltfremd“, sagt Thöne.

Man könnte die Kapazitätsgrenze im Solebad Werne (derzeit maximal 350 Gäste im Freibad und 100 im Solebecken) theoretisch sogar nach oben korrigieren. Allerdings würde man dann auch an die Grenze kommen, um die Corona-Regeln einhalten zu können. Das habe man bereits am Sonntagabend bei dem Gewitter-Ausbruch gespürt, erzählt Thöne.

Da musste das Team des Solebads kurzerhand den Freibad- und Außenbereich räumen. Als alle Gäste sich dann im Hallenbad aufhalten mussten, sei es schwierig gewesen, die Abstandsregeln einhalten zu können, so Thöne.

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