Bildergalerie und Video: Nächtlicher Chemie-Großeinsatz bei Logistikfirma in Bönen

hzABC-Alarm

Der Einsturz eines Hochregals beim Logistik-Unternehmen TST löste in der Nacht zu Donnerstag einen Großalarm in Bönen aus. Unterschiedliche Chemikalien traten aus: brennbar und ätzend.

Kreis Unna

, 18.06.2020, 08:42 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bis in den frühen Donnerstagmorgen hinein waren Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis Unna im Großeinsatz im Bönener Gewerbegebiet: Dort war am späten Mittwochabend ein Hochregallager eingestürzt - und darauf hatten brennbare und ätzende Chemikalien gestanden.

Video
Nächtlicher Großeinsatz bei Logistikfirma in Bönen

Um 21.42 Uhr hatten die Sirenen die Feuerwehr Bönen zu einer Alarmierung an die Siemensstraße gerufen. Bei der Firma TST (Trans Service Team), einem Verteilzentrum von Klebstoffprodukten des Henkel-Konzerns, war ein Hochregallager zusammengebrochen. Darauf gelagerte IBC-Container stürzten herunter. Mehrere dieser Behälter, gefüllt mit ätzenden bis brennbaren Substanzen, wurden dabei beschädigt. Die Inhaltsstoffe flossen aus.

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Bildergalerie

ABC-Alarm in Bönen

Der Einsturz eines Hochregals bei einer Logistikfirma in Bönen hat in der Nacht zu Donnerstag (18. Juni) einen Großeinsatz der Feuerwehr im Kreis Unna ausgelöst.
18.06.2020
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ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst
ABC-Alarm bei der Firma TST in Bönen: Nach dem Einsturz eines Hochregallagers gingen Container mit ätzenden und brennbaren Chemikalien zu Bruch. Chemische Reaktionen drohten.© Stephanie Tatenhorst

Mehrere Gefahrensituationen zu bewältigen

„Wir hatten es also mit mehreren Gefahrstoffen zu tun“, erklärte Brandmeister Timo Rinkewitz, Pressesprecher der Feuerwehr Bönen. Eine Situation, bei der sowohl die Hilfe der umliegenden Feuerwehren als auch von Spezialkräften gefragt war. Gegen 22 Uhr wurde daher der ABC-Zug Kreis Unna alarmiert, der von Kräften der Feuerwehren Bergkamen, Werne und Selm gebildet wird.

Doch nicht nur der ausgelaufenen chemischen Produkte musste sich die Feuerwehr annehmen. Weil diese zum Teil brennbar waren, wurde an mehreren Stellen rund um das Gebäude vorsorglich ein Löschangriff vorbereitet.

Aus nahezu allen Städten des Kreises Unna rückten Feuerwehrleute an, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Aus nahezu allen Städten des Kreises Unna rückten Feuerwehrleute an, um die Lage in den Griff zu bekommen. © Stephanie Tatenhorst

Vorbeugend Löschangriff von drei Seiten vorbereitet

„Das ist eine rein vorbeugende Maßnahme, damit wir, wenn es zu brennen beginnen sollte, sofort von drei Seiten aus angreifen können“, erklärte Rinkewitz das Vorgehen der Feuerwehr. Und weil brennende Chemikalien nicht unbedingt auf herkömmlichem Wege mit Wasser oder Schaum gelöscht werden können, waren aus dem gesamten Kreis Unna Sonderlöschfahrzeuge angefordert worden, die mit solchen Stoffen umgehen können.

Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis im Einsatz

Die unzähligen Feuerwehrautos auf dem Firmengelände stammten daher auch aus Kamen, Fröndenberg, Schwerte und Unna. Zudem rückten der Fernmeldedienst des Kreises Unna, sämtliche Führungskräfte und das DRK-Bönen sowie die Katastrophenschutz-Komponente des DRK an. Nicht zu vergessen Rettungsdienst und Notärzte.

Die Feuerwehr der Stadt Hamm übernahm den Grundschutz in Bönen und wäre ausgerückt, hätte es einen weiteren Feuerwehreinsatz auf Bönener Gemeindegebiet in der Nacht gegeben.

Der ABC-Zug Kreis Unna, der von Kräften der Feuerwehren Bergkamen, Werne und Selm gebildet wird, musste sich für die Arbeit im Inneren der Lagerhalle besonders schützen.

Der ABC-Zug Kreis Unna, der von Kräften der Feuerwehren Bergkamen, Werne und Selm gebildet wird, musste sich für die Arbeit im Inneren der Lagerhalle besonders schützen. © Stephanie Tatenhorst

Besonders anstrengende Arbeit für den ABC-Zug

Am personalintensivsten war jedoch die Arbeit des ABC-Zugs, da sich die Feuerwehrleute in kompletter Schutzausrüstung und unter Atemschutz zu dem eingestürzten Gerüst und den dort verschütteten Flüssigkeiten vorarbeiten mussten. Eine Arbeit, die aufgrund der körperlichen Anstrengung nicht lange ausgeübt werden konnte. Die Kameraden mussten immer wieder abgelöst werden. Und wieder draußen, mussten sie samt Schutzkleidung durch die Hilfe weiterer Kräfte, ebenfalls in Schutzanzügen steckend, dekontaminiert werden.

Schlimmeres konnte verhindert werden

Durch Abstreuen der ausgelaufenen Flüssigkeiten konnten die Spezialkräfte der Feuerwehr eine Ausbreitung der Gefahrenstelle jedoch verhindern, auch wenn die Substanzen zum Teil ineinander gelaufen waren und so eine unkalkulierbare latente Gefahr bestand. Eine unkontrollierbare chemische Reaktion blieb aber glücklicherweise aus.

Von Beginn an war der Feuerwehr klar gewesen, um welche Stoffe es sich handelte. „Bei der Firma weiß man auf den Liter genau, welche Chemikalien auf dem Gelände sind - und der Lagerleiter konnte sofort benennen, welche Container sich in dem eingestürzten Regal befunden hatten“, lobte Rinkewitz die gute Zusammenarbeit mit TST.

Sicherheit hatte oberste Priorität

Dennoch hatte die Feuerwehr zu Beginn mit der Beantwortung der Fragen zu kämpfen, wie die Gefahrenstoffe generell reagieren, womit sie und ob sie eventuell untereinander reagieren und wie mit den Substanzen umzugehen hat. Sicherheitshalber wurde die Kanalisation des gesamten Firmengeländes abgeschiebert, damit keine Flüssigkeiten in den öffentlichen Kanal gelangen konnten.

„Bei der Firma weiß man auf den Liter genau, welche Chemikalien auf dem Gelände sind - und der Lagerleiter konnte sofort benennen, welche Container sich in dem eingestürzten Regal befunden hatten.“
Timo Rinkewitz, Pressesprecher Feuerwehr Bönen

Das hatte jedoch auch zur Folge, dass nach den heftigen Regengüssen in der Nacht große Teile der Parkflächen unter Wasser standen und die Feuerwehrfahrzeuge teilweise umgeparkt werden mussten.

Entsorgungsunternehmen rückt noch in der Nacht an

Gegen 1 Uhr in der Nacht traf dann der Entsorgungsspezialist Lobbe aus dem Märkischen Kreis in Bönen ein, und gemeinsam beratschlagten Feuerwehr und Fachfirma, wie die Stoffe aufgenommen werden konnten und entsorgt werden sollten. „Dazu werden nun noch weitere ABC-Trupps in das Gebäude gehen, um die einzelnen Stoffe zu identifizieren“, erklärte Rinkewitz gegen 1.30 Uhr.

Das band die Einsatzkräfte noch etliche Zeit - „und allein der Rückbau wird uns Stunden beschäftigen“, war Rinkewitz da schon klar, dass zahlreiche Rettungskräfte in dieser Nacht wohl keinen Schlaf mehr finden würden.

Keine Verletzten, Ursache noch unklar

Warum das Hochregallager einstürzte, wurde in der Nacht nicht bekannt. Sicher war nur, dass kein Mitarbeiter der Firma dabei zu Schaden gekommen war - und auch die Feuerwehrleute überstanden die ersten Stunden des Einsatz nach ersten Mitteilungen unverletzt.

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