Firmenverzeichnis der Stadt weist noch große Lücken auf

Firmenverzeichnis

Gelbe Seiten und Branchenverzeichnis sind Schnee von gestern. Seit gut einem Monat haben Werner Unternehmen die Möglichkeit, auf der Homepage der Stadt zu werben. Aber nicht alle ziehen mit.

Werne

, 03.09.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Firmenverzeichnis der Stadt weist noch große Lücken auf

Ein Blick ins digitale Firmenverzeichnis auf der Homepage der Stadt Werne zeigt: Hier ist noch deutlich Luft nach oben. © Felix Püschner

Angebot und Nachfrage stehen in der Wirtschaft bekanntermaßen in einem engen Verhältnis zueinander. Und das dürfte auch die Stadt im Sinn gehabt haben, als sie vor einem Monat ihr neues Angebot für Werner Unternehmen präsentierte: ein digitales Firmenverzeichnis - direkt auf der städtischen Homepage.

Der Nachfolger des städtischen Branchenverzeichnisses dient als Alternative zu bestehenden Online-Angeboten wie den Gelben Seiten und zahlreichen anderen digitalen Firmenverzeichnissen und Portalen.

Werbung in eigener Sache

Ins Leben gerufen hatte das Projekt die Werner Wirtschaftsförderung um Leiterin Carolin Brautlecht - und dafür unter anderem reichlich Zuspruch von der Aktionsgemeinschaft Wir für Werne geerntet.

Die Idee: Die Firmen haben die Möglichkeit, sich kostenlos zu registrieren und erhalten einen Benutzerzugang, um ihren Eintrag zu vervollständigen. Anschließend können sie kurz ihr Unternehmen präsentieren, die Schlüsselwörter für die Suchfunktionen selbst bestimmen und Fotos und Logos hinzufügen - und dadurch natürlich ordentlich Werbung in eigener Sache machen.

Nur gut zehn Prozent der Werner Firmen nutzen das Angebot

So weit die Theorie. Und wie sieht’s nun in der Praxis aus? Auf den ersten Blick scheint es ernüchternd. Denn von mehr als 800 Werner Firmen haben sich bislang nur knapp 100 registriert (Stand Dienstag, 3. September). Bei der Wirtschaftsförderung zeigt man sich angesichts der Zahlen allerdings gelassen.

„Wir sind damit eigentlich ganz zufrieden. Wenn man bedenkt, dass wir bislang nur einen ersten Aufruf gestartet haben, ist diese Zahl schon ganz gut. So etwas braucht Zeit, um zu wachsen“, erklärte Carolin Brautlecht auf Anfrage unserer Redaktion.

Ein zäher Prozess

Von vergleichbaren Projekten aus der Vergangenheit wisse man, dass es gerade anfangs schwierig sei, solche Angebote ans Laufen zu bekommen. „Das ist oft ein zäher Prozess“, so Brautlecht. Vor allem kleinere Unternehmen nutzten das neue Angebot aber immerhin schon. Und man werde nun natürlich weiter werben: „Es wäre schon ganz gut, wenn wir mindestens 150 bis 200 Einträge hätten.“

Ob es bereits konkretes Feedback und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge seitens der Firmen gegeben habe, konnte die Leiterin der Wirtschaftsförderung ad hoc nicht beantworten.

Wer suchet, der findet - oder auch nicht

Ganz optimal scheint die Sache derzeit jedenfalls noch nicht zu funktionieren. Ein Beispiel? Wer derzeit die Suchfunktion nutzt und „Arzt“ eingibt, bekommt als Ergebnis lediglich die Rechtsanwaltskanzlei Schulz aufgelistet.

Und wer Kummer mit seinem Auto hat und eine „Werkstatt“ sucht, der schaut aktuell auch noch in die Röhre - beziehungswiese in ein leeres Verzeichnis.

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