Flüchtlingssituation in Werne ist nach Brand in Moria (noch) entspannt

hzFlüchtlinge in Werne

Nach dem Ausnahmejahr 2015 hat sich die Flüchtlingssituation auch in Werne entspannt. Dennoch muss man auf aktuelle Entwicklungen - etwa den Brand im Lager in Moria - reagieren können.

Werne

, 25.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem im Jahr 2015 Hunderttausende nach Deutschland geflüchtet sind, hat sich die Lage mittlerweile entspannt. Doch das kann sich schnell wieder ändern. Nach dem Brand im Flüchtlingslager in Moria auf der griechischen Insel Lesbos nimmt Deutschland nun etwa 1500 betroffene Flüchtlinge auf. Es könnten weitere folgen.

„Wenn man sich die Situation auf Lesbos anschaut, dann kann uns an jeder Stelle drohen, dass wir wieder deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen“, erklärte auch der Werner Ordnungsdezernent Frank Gründken. Derzeit käme man noch gut mit der vorhandenen Anzahl an Unterkünften für Flüchtlinge aus.

225 Flüchtlinge aktuell in Werne

Demnach sind von 225 Flüchtlingen in Werne 154 in Übergangswohnungen untergebracht, berichtete Gründken im Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb am Mittwoch (23. September). Davon beziehen 132 Menschen Sozialleistungen. Die anderen 21 geflüchteten Personen bekommen Leistungen des Jobcenters oder stehen in einem Arbeitsverhältnis. Eine Person hat eine eigene Wohnung bezogen, so Gründken weiter.

Insgesamt liegt die Erfüllungsquote, also die Quote der verpflichtenden Aufnahme, bei 93,73 Prozent. Aktuell kämen 3 bis 6 neue Zuweisungen von Flüchtlingen für Werne hinzu, erklärte Gründken. In den zehn Flüchtlingsunterkünften gibt es insgesamt 323 Unterbringungsplätze, von denen derzeit 54 Prozent belegt sind.

Jetzt lesen

Stadt möchte Unterkunft im Dezember auflösen

Dabei achten die Verantwortlichen darauf, die Flüchtlinge in Familienverbänden unterzubringen. „In einem Vier-Personen-Zimmer sind dann zum Beispiel drei Familienmitglieder untergebracht. Da würden wir jetzt nicht eine andere Person hinzu nehmen“, so Gründken.

Weil Werne zuletzt wenige Flüchtlinge zugewiesen bekommen hat, möchte die Stadtverwaltung eine Unterkunft mit zehn Plätzen zum 1. Dezember 2020 auflösen. „Dann haben wir etwa 300 Plätze. Das wollen wir auch erst einmal so beibehalten. Wir müssen aber immer situativ gucken, wie sich die ganze Situation weiterentwickelt“, sagte Gründken.

Bereits 15 angemietete Unterkünfte wieder abgegeben

Zum Vergleich: In Spitzenzeiten - Anfang Juni 2016 - waren 433 von insgesamt 494 Plätzen in insgesamt 26 Unterkünften belegt. In der Zwischenzeit habe man 15 Flüchtlingsunterkünfte wieder aufgelöst. Eine weitere soll dann im Dezember folgen.

Adelheid Hauschopp-Francke (SPD) bat daraufhin, dass die Stadtverwaltung prüfen solle, ob nicht noch weitere Unterkünfte abgegeben werden könnten. „Die Nachwirkungen der Corona-Krise werden wir noch weiter zu spüren bekommen. Deswegen sollten wir frühzeitig schauen, wo man Kosten sparen kann.“ Dabei verwies Gründken auf die bereits wieder abgegeben, zuvor angemieteten 16 Unterkünfte.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt