Freigespült durchs Hochwasser: Die Pfeile zeigen einen Löffel (oben) und eine Gabel auf dem Grund der Horne. © Jörg Heckenkamp
Nach dem Hochwasser

Fotostrecke: Dieser Müll findet sich plötzlich in der Horne in Werne

Das Unwetter Mitte Juli hat dafür gesorgt, dass die Horne zu einem reißenden Gewässer angeschwollen ist. Das Wasser spülte das Bachbett ordentlich durch. Jetzt zeigt sich, was auf dem Grund so alles liegt.

Als am Nachmittag des Mittwoch, 14. Juli, heftiger, dauerhafter Niederschlag in Werne einsetzte, stieg in Windeseile der Pegel der sonst so friedlichen Horne an. Der stundenlange Starkregen verwandelte die Horne in ein reißendes Gewässer. Folge: Die Wassermassen spülten das Bachbett ordentlich durch, nahmen Sand, Schlamm und Schlick mit.

Nächste Folge: Auf einmal wird sichtbar, was sich so alles auf dem Grunde des Baches angesammelt hat. Und das ist längst nicht alles natürlichen Ursprungs. Auf einem Abschnitt zwischen Hornemühle und Stadthaus lagern diverse Gegenstände unter der Oberfläche, die irgendjemand in den Bach befördert hat. In der Regel von einer der Brücken.

Fotostrecke

Dieser Müll findet sich plötzlich in der Horne

So offenbart sich beim Blick von den diversen Horne-Übergängen die ganze Palette von ausrangierten oder mutwillig in Wasser geworfenen Gegenständen. Die reißenden Fluten vom Mittwoch legten mindestens zwei Fahrräder offen. Mutmaßlich entsorgt oder nach Diebstahl und Spritztour einfach in die Horne geschmissen.

Ein kantiges Objekt stellt sich bei genauerem Betrachten als schweres Plastik-Unterteil eines provisorischen Straßenschildes heraus. An anderer Stelle liegen Pflastersteine und Rohrstücke. Doch es findet sich auch undefinierbarer Müll.

Gabel und Löffel blitzen in den Fluten

Ein besonderes Fundstück liegt in der Nähe der Hornebrücke am Stadthaus. Dort blitzt es silbrig durch die Fluten. Wer genau hinschaut, entdeckt eine Gabel und einen Löffel. Etwas weiter macht es sich ein Kescher auf dem Boden bequem. Offenbar liegt er noch nicht lange in seinem nassen Grab, denn die Grifffarbe – blau – ist noch gut zu erkennen.

Was geschieht nun eigentlich mit all den Sachen, die nicht in ein Gewässer gehören? Eine Recherche beim Lippeverband ergibt lediglich die Auskunft: „Wir sind nicht zuständig.“ Über mehrere Anrufe bei der Stadt gelangen wir schließlich an den Horneverband. Jürgen Hetberg, ehemaliger Mitarbeiter der Stadtverwaltung Werne, ist dort tätig. „Es ist richtig“, sagt er. „Wir kümmern uns um die Horne.“

Das schließt auch die Beseitigung von Müll und sonstigen Gegenständen aus dem Lippe-Zufluss ein. Da die jetzt freigespülten Gegenstände schon lange dort liegen und offenkundig nicht gewässerbelastend sind, muss die Beseitigung nicht sofort geschehen. Jürgen Hetberg: „Wir werden uns in den nächsten drei Monaten um die Säuberung kümmern.“

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Redaktion Werne
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