Hochwasser, Sturm, Brand: Das waren die größten Schreckmomente der Freilichtbühne Werne

hz60 Jahre Freilichtbühne Werne

Die Freilichtbühne Werne feiert in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag. Auf viele tolle Stücke und Schauspieler blicken die Verantwortlichen zurück. Es gab aber auch einige Schreckmomente.

Werne

, 21.09.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Freilichtbühne gehört zu Werne wie die Sim-Jü-Kirmes. Die Bühne des Amateurtheaters ist nicht mehr aus dem Werner Stadtbild wegzudenken. In den Anfangsjahren mit 40 aktiven Mitgliedern begonnen, waren vor 30 Jahren bereits 130 Laienschauspieler dabei.

Heute, im Jahr des 60-jährigen Bestehens, zählt der Verein 120 Mitwirkende. Eigentlich würde die Freilichtbühne sogar schon fast 85-jähriges Bestehen feiern. Denn eigentlich sollte hier schon 1935 das erste Stück vorgestellt werden.

Mit dem Bühnenbau war schon begonnen worden. Doch aus Gründen, die heute keiner mehr kennt, blieb die Bühne im Rohbau stecken.

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Schreckmomente der Freilichtbühne Werne

Zum Rückblick auf 60 Jahre Freilichtbühne gehören auch die Schreckmomente, die die Verantwortlichen der Bühne erlebt haben. Dabei wurde die Bühne öfter förmlich fast weggeschwemmt. Mehrere Hochwasser waren nicht die einzigen Katastrophen, die hinter den Verantwortlichen und Mitwirkenden der Freilichtbühne liegen. Ein Rückblick.

In der Vergangenheit machten vor allem Regen und Sturm Sorgen. Starke Regenfälle setzten die Bühne am Südring immer wieder unter Wasser. Manche Premieren oder Stücke mussten abgesagt oder unterbrochen werden. 1965 gab es eine Vorstellung, bei der der Souffleur irgendwann nasse Füße bekam. In der Pause mussten Helfer schnell einen Wall um den Souffleur-Kasten ziehen.

Hochwasser, Sturm, Brand: Das waren die größten Schreckmomente der Freilichtbühne Werne

Schon früher stand die Freilichtbühne mal unter Wasser wie hier beim Hochwasser im Jahr 1965. © Freilichtbühne Werne

Großer Brand im April 1971

Ein schwerer Rückschlag ereilte die Mitwirkenden nur einige Jahre später. In der Nacht zum 18. April 1971 wurde das Holzbühnenhaus angesteckt. Es verbrannten alle Kostüme. Alle geplanten Vorstellungen in der Saison fielen daher flach.

Vor allem aber die nahe Horne, die in der Vergangenheit immer mal wieder über das Ufer trat, bereitete den Verantwortlichen Sorgen.


Hochwasser, 2003:

Nach lang anhaltenden Regenschauern war kurz nach dem Jahreswechsel die Horne über das Ufer getreten und hatte Teile der Freilichtbühne unter Wasser gesetzt. 40 Zentimeter betrug seinerzeit der Wasserstand.

„2003 war es besonders schlimm. Da war das THW bestimmt zwei bis drei Tage hier im Einsatz“, erzählt Christoph Bergmann (51), der seit 2012 Vorsitzender der Freilichtbühne ist. Gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk wurden insgesamt rund 500 Helferstunden gezählt.

Hochwasser, 2007:

„Da stand das Wasser eineinhalb Meter hoch auf der Bühne“, erzählt Maximilian Falkenberg, Pressesprecher der Freilichtbühne. Die Horne war kurz vor dem traditionellen Adventsmarkt übergetreten.

Hochwasser, 2011:

Vier Jahre später stand die Freilichtbühne erneut unter Wasser. Zu einem Zeitpunkt, als noch die Hütten des Adventsmarktes aufgebaut waren. Sie standen plötzlich inmitten der Fluten.

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Die Horne trat immer mal wieder über die Ufer - wie hier 2011. © Jörg Weber

Sturmschäden, 2012:

Zwei große Bäume fielen Ende März direkt auf den Rundweg, der während der Vorstellungen von den Besuchern genutzt wird. Als die entwurzelte Birke einen zweiten Baum mit auf den Rundweg riss, befand sich dort keine Person. So wurde niemand verletzt. Der Zaun in der Nähe des Kassenhäuschens wurde allerdings zerstört.

Sturmschäden, 2013:

Orkan Xaver wütete Anfang Dezember 2013 auf der Freilichtbühne. Für mehrere Stunden waren die Mitwirkenden auf dem Gelände eingeschlossen. Zwei entwurzelte Bäume versperrten die Zufahrt zur Brücke am Südring/Ecke Kamener Straße.

Ein weiterer fiel auf den Waldweg am Gelände der Bühne und drückte einen Zaun ein. In einen Baum war der Blitz eingeschlagen, sodass die Krone herunterfiel und ebenfalls einen Zaun zerstörte.

Fünf Schauspieler hatten nach Arbeiten an der Freilichtbühne im Vereinsheim ausgeharrt. Als sie das Gebäude gegen 19 Uhr verlassen wollten, bemerkten sie den Schaden. Erst gegen 22 Uhr kamen sie vom Gelände.

Schädlingsbefall, 2013:

Anfang des Jahres sorgte bereits ein ungebetener Gast im Fachwerkhaus für Schrecken. Dort hatte sich ein nicht weiter identifizierbarer Schädling eingenistet. Nicht nur Mobiliar, Requisiten und Kostüme mussten aus dem Gebäude geräumt werden. Sondern auch die Zwischendecke selbst.

Estrich, Styropor und natürlich jede Menge Holz entfernten die Handwerker der Firma Goldmann aus dem Obergeschoss des 1999 erbauten Hauses. Ein Schaden von rund 20.000 Euro entstand seinerzeit. Viele Sponsoren halfen mit, diese überraschenden Kosten zu stemmen.

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Mitarbeiter der Firma Goldmann mussten die Zwischendecke im Haus der Freilichtbühne entfernen. Das Holz war von einem Schädling befallen. © Daniel Claeßen (A)

Sturmschäden, 2015:

Ein rund 20 Meter hohe Baum wurde durch den starken Wind entwurzelt. Die Pflanze stand am Containerplatz. Als der Baum umkippte, verpasste er nur knapp die Hütten auf der Freilichtbühne. Allerdings zerstörte er einen Schaukasten sowie einen Teil des Zauns.

Erst im Jahr zuvor wurden die Bäume an der Freilichtbühne begutachtet. Auch der entwurzelte Baum war darunter. Er wurde markiert. Aber scheinbar hat man zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht, dass der Baum so schnell kippen könnte.

„Zum Glück ist nie etwas Schlimmes passiert. Es wurde nie jemand verletzt“, sagt Christoph Bergmann.

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Ein Ast des umgestürzten Baumes hatte sich verhakt, so dass der Baum nicht auf die Verkaufsbuden fallen konnte. Immer mal wieder kam es zu Verwüstungen durch Stürme wie hier im Jahr 2015. © Helga Felgenträger (A)

Und die Verantwortlichen haben sich mit der Installation einer Betonspundwand an der Bühne für neue Hochwasser gewappnet. „Wir spielen bei jedem Wetter - es sei denn, die Bühne ist wirklich unbespielbar. Und wenn die Sicherheit der Zuschauer oder Schauspieler in Gefahr ist, müssen wir natürlich abbrechen“, sagt Vorsitzender Christoph Bergmann.

Hauptdarsteller fällt plötzlich um

Einen Schreckmoment ganz anderer Art erlebten die Darsteller 2016. Bei der Premiere von „Urmel aus dem Eis“ fiel Thomas Henning, der eigentlich den König Pumponell spielen sollte, plötzlich kurz vor dem Beginn der Aufführung um. Er musste ins Krankenhaus.

„Ihm ging es zum Glück schnell besser. Aber wir mussten improvisieren. Sohn Marius Przybilla ist dann eingesprungen. Das war schon eine tolle Leistung“, sagt Pressesprecher Maximilian Falkenberg. Marius Przybilla gab in diesem Jahr sein Regiedebüt.

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