Balanceakt für Mitarbeiter: Freilichtbühnen treffen sich für besseren Jugendschutz

Freilichtbühne Werne

Nähe und Distanz – genau das müssen Mitarbeiter der Freilichtbühnen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen abschätzen. Eine Tagung in Werne soll das nochmals verbessern.

Werne

, 11.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Balanceakt für Mitarbeiter: Freilichtbühnen treffen sich für besseren Jugendschutz

Der Verband der deutschen Freilichtbühnen traf sich am Samstag zu dem Thema "Jugendschutz". Lothar Christ (v.l.), Karen Zurstraßen, Gunar Krause, Christoph Bergmann, Holger Schulte, Maximilian Falkenberg und Heribert Knecht. © Karolin-Sophie Mersch

Jugendschutz und Prävention: Das waren die Themen, die sich der Verband deutscher Freilichtbühnen für die Klausurtagung im Bürgersaal des Alten Rathauses am Samstag, 9. Februar, auf die Fahnen geschrieben hat. Vertreter von über 29 Bühnen waren bei dem Treffen.

Im Zentrum der Tagung stand der Kinder- und Jugendschutz. Referentin Petra Steeger, die Diplom-Sozialpädagogin ist und sich vor allem mit dem pädagogischen Umgang von Opfern und Tätern von Missbrauch beschäftigt, war für das inhaltliche Programm verantwortlich.

Erfahrungsaustausch durch spielerische Hilfe

Gemeinsam mit den Teilnehmern ging sie auf deren Erfahrungen im Jugendschutz ein - helfen sollte dabei das Aufwärmspiels „Auf und Ab“. Dabei mussten die Teilnehmer immer aufstehen, wenn eine Aussage für sie zutraf.

Außerdem legte die Referentin grundlegende rechtliche Aspekte dar und stellte das Thema Kinder- und Jugendschutz allgemein vor. Etwas alltagsbezogener wurde es dann bei dem Thema „Nähe und Distanz“.

Balance-Akt im Umgang mit Kindern und Jugendlichen

Immer wieder stünden Erwachsene, die in der Jugendarbeit tätig sind, inmitten eines Balance-Aktes: Wie viel Nähe ist okay und was geht gar nicht?

Für Steeger gelten dabei zwei Kriterien. „Es muss für mich selbst gerade okay sein, Nähe zuzulassen“, meinte sie, denn nur so könnten auch Kinder lernen, Nein zu einer Situation zu sagen. Außerdem sei immer die Motivation hinter der Nähe entscheidend und immer nur dann zulässig, wenn es dem Kind helfe.

Lob für das große Engagement der Freilichtbühnen-Mitarbeiter

Doch vergessen wollten die Verantwortlichen auch nicht die Arbeit, die die Mitglieder der vielen Freilichtbühnen investieren. „Sie alle leisten eine Arbeit, die unverzichtbar ist“, lobte Christ das Engagement der Teilnehmer.

Christ war die Wertschätzung der wichtigen Jugendarbeit in den Freilichtbühnen besonders wichtig. Wie groß das Thema auch für die Mitglieder selbst ist, zeigte die große Resonanz auf die Einladung zur Tagung.

Über 80 Personen waren aus den verschiedensten Städten angereist: Von Coesfeld und Billerbeck über Hohen Syburg und Oberhausen bis hin nach Meppen waren Mitglieder von Freilichtbühnen vertreten, um Jugendschutz und Prävention weitrer voranzutreiben.

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