Für Fahrradfahrer: Schnellstraßen, Parkhäuser und vieles mehr gefordert

hzFahrradfreundliches Werne

Die Corona-Beschränkungen haben ein Gutes: Sie steigern die Lust aufs Fahrrad. Diesen Schwung wollen die Unabhängigen Wähler (UWW) nutzen, um Werne drastisch fahrradfreundlicher zu machen.

Werne

, 11.07.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Coronazeit hat so mancher sein Fahrrad in der Garage oder im Keller wieder gefunden und nutzt es auf einmal auch“, sagt Hermann Havers (66) mit einem Schmunzeln. Er und Dr. Thomas Gremme gehören dem vor einem Jahr gegründeten Arbeitskreis der Unabhängigen Wähler Werne (UWW) zur zukunftsweisenden Mobilität in Werne an. Fazit: Man muss das Radfahren als umweltfreundliches Nahverkehrsmittel mit allen Mitteln stärken.

Wege zum Job und zur Schule radfreundlicher gestalten

Nicht nur auf den Radtouristen oder Gelegenheitsfahrer will der Arbeitskreis eingehen. „Wir müssen die Wege zur Arbeit sowie die Schulwege radfreundlicher gestalten“, sagt Havers. So sei er längere Zeit von Stockum zur Arbeitsstelle in den Wahrbrink geradelt. Von Stockum bis Werne kein Problem, „aber in der Werner Innenstadt geht das gar nicht“, sieht er einen Verbesserungspunkt.

Der Arbeitskreis hat eine ganze Liste von Vorschlägen zusammengestellt und in einem politischen Antrag zusammengefasst, der an den zuständigen Planungsausschuss gerichtet ist. Darunter finden sich diese Forderungen:

  • alltagstaugliche Radwege ohne unnötige Hindernisse wie Ampeln und Kreuzungen bauen (breite, asphaltierte, barrierefreie Schnellstraßen für Radfahrer);
  • Radwege in alltagstauglicher Form von Ost nach West (Stockum - Wahrbrink) ) und von Süd bis Nord (RS1/ Lippe bis Nordlippepark) konzipieren, die besonders den Berufsverkehr berücksichtigen;
  • eine Verknüpfung der Radwege, als Ring im Innenstadtbereich, komplett als Fahrradstraße ausweisen (Beispiel: heutiger Innenstadtradring);
  • Kombifahrspuren im Innenstadtring, die nur für Radfahrer und Busse zugelassen sind;
  • an Ampelkreuzungen sollte rechtsabbiegenden Radfahrern grundsätzlich durch einen grünen Fahrradpfeil das Abbiegen auch in der Rotphase erlaubt werden. Wenn das aus Gründen der STVO nicht möglich sein sollte, dann sollten Radwegeführungen dies ermöglichen;
  • sichere Radschulwege schaffen und besonders kennzeichnen;
  • am Bahnhof und Busbahnhof sowie an Schulen und öffentlichen Einrichtungen überdachte Radständer installieren.

Dr. Thomas Gremme: „Viele Leute sind in der Corona-Zeit gerade mit dem Fahrrad unterwegs. Wir wollen diese Euphorie nutzen, um Werne jetzt fahrradfreundlicher zu konzipieren.“ Die UWW wisse natürlich, dass das ein Projekt über Jahre oder Jahrzehnte ist. Aber die Devise lautet: „Jetzt anfangen.“

Die beiden Vertreter der UWW setzen sich unter anderem für Fahrrad-Schnellstraßen und mehr überdachte Abstellmöglichkeiten für Räder ein.

Die beiden Vertreter der UWW setzen sich unter anderem für Fahrrad-Schnellstraßen und mehr überdachte Abstellmöglichkeiten für Räder ein. © Jörg Heckenkamp

„Wir wollen das Autofahren nicht verteufeln, sondern mehr Anreize für Fahrradfahrer schaffen“, erläutert Gremme die Devise des Arbeitskreises. Ausdrücklich loben Havers und Gremme die Gründung der „Initiative Radverkehr“. „Dadurch kam neuer Schwung in das Thema Radverkehr in Werne. Der von Bürgermeister Christ organisierte Runde-Tisch für eine neue Mobilität ist dazu ebenfalls eine gute Sache“, sagt Havers.

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Thomas Gremme ergänzt: „Vom Beginn an bis zur Umsetzung eines Radwegekonzeptes dauert es einige Jahre. Wir möchten jetzt nicht, dass das Jahr 2020 ungenutzt verstreicht und der aktuelle Fahrradhype verpufft.“ Aktuelle Beispiele zeigten, dass in der Planungsphase sowie auch in bereits begonnen Maßnahmen der Radverkehr mehr Berücksichtigung finden müsse, damit ein Radwegekonzept unter besseren Bedingungen starten könne.

Der Ausbau zu einer fahrradfreundlichen Stadt würde Werne deutlich ökologischer ausrichten. Außerdem, so Havers, „muss man dann nicht mehr über die Erweiterung von Parkraum für Autos nachdenken, sondern es würden auf Dauer freier Parkraum und eine veränderte Nutzung von Flächen geschaffen.“

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