Gas-Austritt im Rathaus: Feuerwehr rückt nach Kohlenstoffdioxid-Alarm aus

Feuerwehreinsätze in Werne

Die Feuerwehr Werne musste am Samstag gleich zu zwei Einsätzen ausrücken. Zweimal war ungewollt Gas ausgetreten. Am Morgen war der Kohlenstoffdioxid-Melder im „Stilvoll im Rathaus“ angesprungen.

Werne

, 10.05.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Einsatzkräfte erkunden die Brandmeldeanlage im „Stilvoll im Rathaus“. Im Keller war plötzlich Gas ausgetreten.

Die Einsatzkräfte erkunden die Brandmeldeanlage im „Stilvoll im Rathaus“. Im Keller war plötzlich Gas ausgetreten. © Feuerwehr Werne

Die Freiwillige Feuerwehr Werne musste sich am Samstag, 9. Mai, gleich mit zwei Einsätzen befassen, die durch ungewollte Gassaustritte verursacht wurden. Zunächst rückten die Kameraden des Löschzuges 1 um 9.10 Uhr zum Historischen Rathaus in die Stadtmitte.

Hier war die automatische Brandmeldeanlage aufgelaufen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte ergab die Erkundung und ein Gespräch mit der Belegschaft des Gastronomiebetriebes „Stilvoll im Rathaus“, dass im Keller Kohlenstoffdioxid (CO2) aus einer undichten Zapfarmatur ausgeströmt sei und deshalb vermutlich der CO2-Melder angesprochen habe. Der Betreiber habe die betroffene Flasche aber gleich schließen können, teilt Dr. Bodo Bernsdorf, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Werne, mit.

Keine schädliche Konzentration von Schadgasen

Ein Trupp unter Atemschutz wurde mit einem Messgerät ausgestattet, um im Keller die Situation zu erkunden. Mit dem Messgerät konnte keine schädliche Konzentration von Schadgasen festgestellt werden. Wohl aber hatten durch das Ereignis gleich zwei Rauchwarnmelder der Brandmeldeanlage ausgelöst.

Vermutlich hat sich das Kohlenstoffdioxid beim Austritt stark abgekühlt und gemeinsam mit der feuchten Luft im Keller einen Nebel gebildet. Der wiederum hat dann die Rauchwarnmelder ansprechen lassen, teilt die Feuerwehr zur vermeintlichen Ursache mit.

Der Einsatz konnte mit der Übergabe an die Betreiber gegen 9.35 Uhr beendet werden. Im Einsatz waren 16 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit vier Fahrzeugen, die Polizei und der Rettungsdienst Werne.

Feuerwehr Werne rückt in den Dahlkamp aus

Zu einem Gas-Austritt an einem Flüssigkeitstank wurde der Löschzug um 19.02 Uhr in den Dahlkamp alarmiert. Beim Eintreffen kühlten die Bewohner den 5000 Liter fassenden Flüssigkeitsank mit Hilfe eines Gartenschlauches, der Flüssiggas-Geruch war jedoch deutlich wahrzunehmen.

Daher wurden die Anwohner aus dem Gefahrenbereich entfernt. Denn die üblicherweise als Flüssiggas verwendeten Gase Propan und Butan sind schwerer als Luft und könnte sich um den Tank anreichern, erklärt Bernsdorf. Dort wäre dann die Explosionsgefahr vergleichsweise hoch, wenn sich ein kritisches Gas-Luftgemisch bildet.

Austretendes Gas deutlich erkennbar

Mit Hilfe eines Trupps unter Atemschutz wurde die Lage weiter erkundet. Ein Überdruckventil hatte offensichtlich ausgelöst, das austretende Gas war deutlich erkennbar. Mit einem Messgerät und einer Wärmebildkamera wurde die Situation weiter überprüft, während gleichzeitig ein Löschangriff aufgebaut wurde.

Mit Hilfe von Messgeräten und einer Wärmebildkamera (hier im Bild) wurde der Erfolg der Maßnahmen kontrolliert. Man erkennt, dass der Gas-Austritt gestoppt werden konnte.

Mit Hilfe von Messgeräten und einer Wärmebildkamera (hier im Bild) wurde der Erfolg der Maßnahmen kontrolliert. Man erkennt, dass der Gas-Austritt gestoppt werden konnte. © Feuerwehr Werne

Mit Hilfe des Wassernebels wurden zwei Effekte erzielt: Zum Einen wurde der Druck im Tank durch die Kühlung reduziert. Kurze Zeit später schloss sich das Überdruckventil daher selbstständig. Gleichzeitig wurde durch den Wassernebel das Gas-Luftgemisch verwirbelt, so dass die Gaskonzentration in der Umgebung schnell sank.

Sicherheitsventil hat sich gelöst

Parallel wurde der Gaslieferant über den Einsatzleitwagen kontaktiert. Es wurde laut Pressesprecher Bernsdorf festgestellt, dass der Tank am vergangenen Freitag befüllt wurde. Anders als vorgesehen, wurden aber nicht nur 85 Prozent der Füllmenge, sondern 100 Prozent eingefüllt.

„Durch die hohen Temperaturen und die ganztägige Sonnenbestrahlung wurde der Druck im Tank offenbar so hoch, dass das Sicherheitsventil ausgelöst hatte“, so Bernsdorf weiter.

Der Tank im Dahlkamp wurde gekühlt, was nach kurzer Zeit Wirkung zeigte.

Der Tank im Dahlkamp wurde gekühlt, was nach kurzer Zeit Wirkung zeigte. © Feuerwehr Werne

Der Lieferant versprach am Sonntagmorgen Abhilfe zu schaffen und die überschüssige Menge an Gas aus dem Tank abzupumpen. Da der Druck nach der Kühlung nur noch bei 5 bar (anstatt über 18 bar beim Eintreffen) lag, es gegen Abend hin auch keine hohen Temperaturen mehr geben würde, wurde die Einsatzstelle gegen 19.45 Uhr an die Betreiber übergeben. Im Einsatz waren 24 Einsatzkräfte mit fünf Fahrzeugen, der Rettungsdienst und Notarzt aus Werne sowie die Polizei.

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